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Donnerstag, 13. April 2017

Kirche hilft: "Gemeinsam - in den Arbeitsalltag"

© Marina Stanek
Großartiges Sozialprojekt einer integrativen Ausbildung arbeitssuchender Mädchen in Eisenstadt – Leiterin Marina Stanek: "Wir geben Perspektiven"

Eisenstadt – Kirche kann was: Zahllose Menschen leisten Tag für Tag Großartiges für ihre Mitmenschen, im Dienst am Nächsten, im Übersetzen des Evangeliums in konkrete, aktive Martinstaten – vielfach abseits des medialen Rampenlichts, aber unerlässlich für die Gemeinschaft. "Gemeinsam – in den Arbeitsalltag" ist eines dieser Projekte. Im konkreten Fall wird durch das Angebot einer integrativen Ausbildung arbeitssuchender Mädchen jungen Menschen eine Zukunft eröffnet: "Unsere Arbeit besteht darin, jungen Frauen eine Perspektive zu geben. Und dank eines ganzheitlichen, individualisierten Ausbildungs- und Betreuungsansatzes gelingt das sehr gut", so Marina Stanek, Leiterin des Kurses "Gemeinsam – in den Arbeitsalltag".

Hilfe für Mädchen und junge Frauen
Seit 2009 heißt dieses Projekt im Rahmen der Katholischen ArbeiterInnenjugend der Diözese Eisenstadt "Integrative Ausbildung arbeitssuchender Mädchen", hervorgegangen aus der "Werkstätte für arbeitslose Jugendliche". "Unser Angebot richtet sich an junge, arbeitslose Mädchen mit psychischen, physischen, motorischen oder intellektuellen Defiziten im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Wir arbeiten bewusst mit kleinen Gruppen, pro Jahr werden etwa 18 bis 20 Mädchen intensiv betreut", berichtet Marina Stanek.

Selbstwertgefühl stärken, Selbstständigkeit fördern
Es gehe darum, jungen Frauen, die jeweils unterschiedlichste Probleme mitbringen, Wege in die Arbeitswelt zu eröffnen, sie für den Einstieg oder für die Rückkehr ins Berufsleben vorzubereiten, sie zu stärken, zu begleiten und zu betreuen und dabei sachlich-schulische, aber vor allem auch soziale Kompetenzen zu vermitteln: "Es ist ungemein wichtig, das Selbstwertgefühl junger Menschen zu stärken, sie in ihrer Fähigkeit zur Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu fördern und ihnen ein Rüstzeug zu geben, um mit Herausforderungen, Hindernissen und Problemen im Lebensalltag zurechtzukommen", skizziert die Kursleiterin.

Gemeinsames Kochen als Teil der Eigenverantwortung
Das Ausbildungs- und Betreuungsprogramm findet von Februar bis November statt. Von Montag bis Freitag kommen die Mädchen zusammen und werden an den Schulungsorten – der Franziskanerkirche in Eisenstadt und dem BFI-Burgenland – in ihren Persönlichkeitskompetenzen gestärkt, erhalten schulische und berufliche Bildung sowie Hilfestellungen bei der Bewältigung von Alltagsanforderungen. "Wir starten die Woche immer mit der gemeinsamen Erstellung eines Speiseplans. Eigenverantwortung und Teamfähigkeit vom Einkaufen und Kochen über das Servieren bis zum Saubermachen der Küche unter Beweis zu stellen, ist ein wichtiger Teil für ein selbstständiges Bewältigen des Lebensalltags", weiß Marina Stanek.

Zeit für Gespräche
Besonders wichtig sei es, sich viel Zeit für Gespräche zu nehmen: "Ein zentraler Aspekt unserer Arbeit ist das aktive Zuhören. Jedes einzelne Mädchen ist durch einen ganz spezifischen Rucksack an Problemen belastet, sei es etwa durch negative Erfahrungen in der Schule, in der Familie, im Scheitern mit Drucksituationen oder mit sonstigen Erwartungen und Anforderungen. All diese Probleme müssen zunächst verarbeitet und abgearbeitet werden, um den Blick frei zu bekommen und Kräfte zu mobilisieren für die Zukunft", betont die Leiterin des Projekts.

Strukturierter Tagesablauf
Die Diözese Eisenstadt stellt nicht nur die Räumlichkeiten für "Gemeinsam – in den Arbeitsalltag" zur Verfügung, sie kommt auch für den Großteil der Finanzierung auf. Gefördert wird das Projekt zudem vom Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union und vom Land Burgenland. Auf der Ebene der Persönlichkeitsbildung stehen das "Empowerment" der eigenen Potenziale, das Erkennen und Fördern der eigenen Fähigkeiten, Kenntnisse, Interessen, der persönlichen Stärken und Schwächen im Vordergrund. Marina Stanek: "Gerade junge Menschen brauchen einen strukturierten Tagesablauf, einen geregelten Arbeitsrhythmus, worauf bei uns ein besonderer Wert gelegt wird. Die Mädchen lernen, eigenverantwortlich mit den Herausforderungen und Anforderungen des Lebens umzugehen, sich Problemen und Aufgaben zu stellen und Entscheidungs- und Lösungskompetenzen zu entwickeln. Gleichzeitig ist ihre Teamfähigkeit gefordert".

Schulische und berufliche Bildung
Das Projekt vermittelt auch schulische Bildung durch Förderung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie durch die Vermittlung von EDV-Grundkenntnissen, was vom BFI Burgenland geleistet wird. Außerdem werden die Mädchen und jungen Frauen auf Bewerbungsgespräche und Anforderungen für die Jobsuche vorbereitet. Immer wieder können auch Praktika in geeigneten Betrieben und Firmen vermittelt werden.

Vermittlungsquote von bis zu 50 Prozent
Die Erfolgsquote ist durchaus beeindruckend: "Unsere Vermittlungsquote für diese Mädchen mit Defiziten bewegt sich zwischen 30 und 50 Prozent, freilich immer auch abhängig von der allgemeinen Arbeitsmarktsituation. Ein Großteil der Mädchen, die durch dieses Training den Einstieg bzw. die Rückkehr in den Arbeitsmarkt geschafft haben, ist nach wie vor im erlangten Beruf. Sie finden in den unterschiedlichsten Sparten eine berufliche Heimat, ob als Schneiderin, Verkäuferin oder Bürokraft. Das Feedback ist durchgehend positiv, ebenso die Resonanz in der Öffentlichkeit", bilanziert Marina Stanek.

Anerkennung vom Bischof bis zur Bundesregierung
Die Liste jener, die dem Projekt ihre Hochachtung zollten, ist beeindruckend: Zu den Gästen der sozial-integrativen Ausbildungsschiene zählte die Bundesregierung, vertreten durch den Sozialminister, ebenso wie der Landeshauptmann, der Diözesanbischof ebenso wie europäische Delegationen, darunter eine Abordnung aus Schweden, die großes Interesse an dem Konzept zeigte. Ob bei einer Fotoausstellung oder beim jährlichen, mit viel Einsatzfreude und Aufwand realisierten Abschlussessen: Immer wieder erhalten die Ausbildungsteilnehmerinnen Lob und Anerkennung für ihre Leistungen.

"Viele brauchen einfach nur Zeit"
"Anerkennung zu erhalten ist essentiell für persönliche Entwicklung. Viele der jungen Menschen, denen bei uns geholfen wird, brauchen auch einfach nur ein wenig mehr Zeit für ihren Reifeprozess. Wir geben ihnen diese Zeit-Räume, diese Aufmerksamkeit und Wertschätzung, damit sie wiederum selbstständig Perspektiven ergreifen können", sagt Marina Stanek, Leiterin der integrativen Ausbildung für Mädchen im Rahmen der Diözese Eisenstadt.

© Marina Stanek

© Marina Stanek

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