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Donnerstag, 27. Oktober 2016

Bischof Zsifkovics am Nationalfeiertag: Land soll Ort der Humanität bleiben


© Diözese Eisenstadt/Gollubits
Eisenstädter Diözesanbischof in der Basilika von Mariazell: "Kirche muss den Menschen helfen, Grenzen zu überwinden und Zeichen der Versöhnung zu setzen" – Nicht ideologische Konstrukte und Führer-Figuren, sondern die Botschaft der Versöhnung verbinde Völker und stifte Zukunft

"Die Botschaft von Mariazell ist jene der Versöhnung und des Verbindenden. Durch sie wird unser Land zu dem, was es auch morgen sein soll: ein Ort der Humanität und der Würde": Das betonte der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics im Rahmen des Festgottesdienstes am Nationalfeiertag in der Basilika von Mariazell vor zahlreichen Pilgerinnen und Pilgern. Mariazell sei ein "Ort großer völkerverbindender Ereignisse", wegweisend für das Bauen von "Brücken der Verständigung" und für Europa.
Mariazell schreibt europäische Geschichte
Bischof Zsifkovics erinnerte insbesondere an den Besuch des hl. Papstes Johannes Paul II. in Mariazell 1983 und an den Mitteleuropäischen Katholikentag 2004: "Beide Ereignisse haben nicht nur mit Europa zu tun, beide Ereignisse sind Europa." Denn wie kaum ein anderer stehe Johannes Paul II. für die "Überwindung von Schützengräben und Grenzzäunen in unserer Welt": "Er war ein Mann aus dem Osten, der Christus sein Herz geöffnet hat, der angstfrei lebte und deshalb allen anderen Menschen zurufen konnte, ohne Furcht zu leben. Er war der Papst, der maßgeblich zum Fall des Eisernen Vorhangs und damit zur friedlichen Vereinigung Europas beitrug", so Bischof Zsifkovics.

Quellen des Christseins wiederentdecken
Der Mitteleuropäische Katholikentag im Jahr 2004 habe dieses Vermächtnis fortgesetzt und sei zum wesentlichen "geistlichen Schrittmacher für den europäischen Integrationsprozess" geworden. Die Kirche sieht der Bischof mit großen Herausforderungen konfrontiert: "Sie muss den Menschen helfen, Grenzen zu überwinden und Zeichen der Versöhnung zu setzen." Sie müsse zweitens helfen, "die Quellen des Christseins auf unserem Kontinent wieder zu entdecken und für die Zukunft fruchtbar zu machen". Und schließlich müsse sie Mut machen, um "die Zukunft nicht Hasardeuren zu überlassen", sondern um als Christen selbst an der Zukunft mitzugestalten.

Glaube an Versöhnung als Gegenstimme zur Angst

Nicht ideologische Konstrukte seien das eigentlich Völkerverbindende in Europa, schon gar nicht "Führer-, Bonzen- und Apparatschnik-Figuren". "Die Kernbotschaft von Mariazell ist Christus als wahre Hoffnung Europas", so der Bischof. Mariazell stehe für den Glauben an Versöhnung, Friede und Freiheit. Eine solche Botschaft sei ein "Gegenentwurf und eine Gegenstimme zu Angst, Panikmache und Schwarzmalerei".

Großer Dank an P. Karl Schauer
Ausdrücklich bedankte sich der Eisenstädter Diözesanbischof bei Pater Karl Schauer, dem langjährigen Superior von Mariazell, der nun als Bischofsvikar für die Bereiche Wallfahrtswesen, Tourismusseelsorge und Berufungspastoral in der Diözese Eisenstadt tätig sein wird: Als "begnadeter Superior und Wallfahrtsdirektor von Mariazell" habe er als "Netzwerker das ganze Land und die Gesellschaft zusammengebracht". Als solcher habe er seine "ganze persönliche Kraft eingewoben in den Faden der christlichen Versöhnung und der christlichen Hoffnung, der hier mitten durch Mariazell läuft. Dieser Faden ist stärker als alle Gitterstäbe der totalitären Systeme und als alle Grenzzäune des politischen Irrsinns, die die verblendete Menschheit einst auf unserem Kontinent errichtete", betonte Bischof Zsifkovics. P. Karl Schauer habe großen Anteil an einem "Friedenswerk, dessen reife Früchte erst künftige Generationen genießen werden", so der Bischof am Nationalfeiertag in der Basilika von Mariazell.

Turmsegnung und Glockenweihe

Im Anschluss an den Festgottesdienst weihte
Bischof Zsifkovics die Glocken des
Mitteleuropäischen Katholikentages 2004
© Josef Kuss
Der Gottesdienst zum Nationalfeiertag in der Basilika Mariazell, dem bedeutendsten Marienwallfahrtsort Österreichs, der jährlich von mehr als 1,5 Millionen Pilgern besucht wird, hat bereits Tradition. Besonderer Programmpunkt war neben dem Festgottesdienst am Mittwochvormittag heuer eine Prozession zur Heiligen-Brunn-Kapelle, wo eine Turmsegnung und die Weihe einer im Zuge der Vorbereitungen zum "Mitteleuropäischen Katholikentag" gegossenen Glocke auf dem Programm standen.

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