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Montag, 19. September 2016

Ordensvorsitzender und Bischofsvikar Voith: Bei Migration "nicht wegschauen"

P. Lorenz Voith, Vorsitzender der Ordenskonferenz
Wien-Eisenstadt und Eisenstädter Bischofsvikar:
Bei Migration "nicht wegschauen"
© Redemptoristen; kathbild.at / Franz Josef Rupprecht
Ordensoberenkonferenz Wien-Eisenstadt sieht Migration als „Heimsuchung“ und Wink Gottes – P. Lorenz Voith, Vorsitzender der Ordenskonferenz und Bischofsvikar für die Orden in der Diözese Eisenstadt: „Ordensgemeinschaften leisten konkrete Hilfe, haben Wohnraum für hunderte Menschen geschaffen sowie Integration und Bildung gefördert“ – Kritik an ungerechten und restriktiven Visabestimmungen für Ordensleute 

„Wir können und wir wollen nicht wegschauen": Mit diesen klaren Worten von P. Lorenz Voith, Vorsitzender der Ordenskonferenz Wien-Eisenstadt und Bischofsvikar für die Orden in der Diözese Eisenstadt, positionieren sich die Orden zum Thema Flucht, Migration und Integration im Rahmen der kürzlich stattgefundenen Ordensoberenkonferenz Wien-Eisenstadt im Kardinal-König-Haus in Wien. Migration sei eine "Heimsuchung", ein "Wink" Gottes, dem sich die Orden mit ganz konkreten Unterstützungsmaßnahmen stellen, wie der Wiener Theologe Martin Jäggle auf der Herbstkonferenz zum Thema „Migration und religiöse Pluralität – Ein Kairos für die Ordensgemeinschaften in Österreich" betonte.

Voith: Orden leisten konkrete Hilfe und Beitrag für humanes Miteinander
Bischofsvikar Voith findet deutliche Worte zur Rolle der Orden: „Wir stellen uns dieser ‚Heimsuchung Gottes‘, es verleiht uns selbst ein neues ‚Gesicht‘ und kann uns im eigenen Charisma bestärken.“ Die Orden würden sehr konkrete Unterstützung für Migrantinnen und Migranten leisten und damit entscheidend zum Bemühen um gesellschaftliche Integration und ein humanes, pluralistisches Miteinander beitragen. „Neben den Diözesen und ihren Pfarren haben auch zahlreiche Ordensgemeinschaften mit ihren Einrichtungen für hunderte Menschen Wohnraum geschaffen, die Integration etwa durch Schulprojekte oder andere Formen der Begleitung gefördert“, präzisiert der Ordensvorsitzende und Eisenstädter Bischofsvikar.

Der emeritierte Universtätsprofessor und ehemalige Dekan der theologischen Fakultät in Wien, Martin Jäggle, hob in seinem Impulsvortrag die Ordensgemeinschaften als besondere Orte einer engagierten, praktisch-lösungsorientierten und zugleich christlich-verantwortlichen Begegnung mit dem Thema „Migration und Pluralität in Österreich" hervor. Die Orden hätten sich mit viel Offenheit, Courage und Rückgrat dieser „Heimsuchung“ Gottes gestellt und öffentlich Stellung bezogen.
 
Kritik an restriktiven Aufenthaltsbestimmungen für Ordensleute
Einen weiteren thematischen Schwerpunkt auf der Konferenz bildete die seit Jahren „nichtzufriedenstellende Situation, dass Ordensleute, Priester und Schwestern aus Nicht-EU-Ländern jedes Jahr neu um ein Visum bei den österreichischen Behörden ansuchen müssen: Und das betrifft auch Ordensmitglieder, die schon seit vielen Jahren in Österreich im sozialen und pastoralen Bereich arbeiten", kritisiert Bischofsvikar Voith. Abgesehen von den hohen Kosten, würden damit zusätzlich bürokratische Hürden gestellt.

Der Vorsitzende der Ordenskonferenz Wien-Eisenstadt sieht hier massive Ungleichheiten: „Wie kann es sein, dass Künstler, Freischaffende oder Geschäftsleute - die länger in Österreich arbeiten wollen - ohne Probleme für längere Zeiträume ein Visum erhalten, aber Ordensschwestern und -brüder in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Schulen, oder Patres, die als Pfarrer katholische Gemeinden leiten, hier jedes Jahr neu um ein Visum ‚anstellen‘ müssen?"

Orden fordern Ende der Ungleichbehandlung
Die Ordenskonferenz fordert deshalb eine Änderung der aktuell ungerechten Handhabung und eine Rückkehr zu den vor dem Jahr 2008 geltenden Regelungen. Denn bis zu diesem Zeitraum wurde ein Visum auch für Ordensleute aufsteigend von einem Jahr bis auf mehrere Jahre ausgestellt. Diese Praxis werde auch in Österreichs Nachbarländern, etwa in Deutschland, bis heute so gehandhabt. „Viele unserer Patres und Schwestern aus diesen Ländern bleiben bei uns nicht nur ein oder zwei Jahre, sondern für Jahrzehnte und sind von ihrem Dienst im sozialen und pastoralen Bereich in unserem Land nicht mehr wegzudenken. Wir hoffen, dass es hier zu einer Änderung kommt. Außerdem handelt es hier nicht um Tausende, sondern um einige Hundert im ganzen Land. Wir appellieren an die politischen Verantwortlichen eine Änderung vorzunehmen", unterstreicht P. Voith.

Die Ordensoberenkonferenz Wien-Eisenstadt
An der diesjährigen Herbstversammlung der Regionalkonferenz der Frauenorden Wien-Eisenstadt, der Superiorenkonferenz Wien-Eisenstadt und der AG der Österreichischen Säkularinstitute – im Wiener Kardinal König-Haus – nahmen über 60 Obere und Oberinnen verschiedener Gemeinschaften teil.  In beiden Diözesen Wien und Eisenstadt arbeiten und wirken knapp 900 Ordensmänner und 1300 Ordensfrauen und über 110 verschiedenen Orden und Kongregationen. Dazu kommen noch etwa 50 Mitglieder in Säkularinstituten.


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