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Dienstag, 19. Juli 2016

Burgenländische Gemeinschaft feiert 60. Geburtstag mit Bischof Zsifkovics

© Diözese Eisenstadt/Gollubits
Bischof Ägidius Zsifkovics erinnerte in der Festmesse zum 60-Jahr-Jubiläum der Burgenländischen Gemeinschaft als Brückenbauer zwischen den Auslandsburgenländern und ihrer alten Heimat an die Bedeutung des Glaubens für eine zuversichtliche, offene Annahme von Neuem – „Auch die ausgewanderten Burgenländer haben die Hilfe vieler barmherziger Samariter gebraucht und sind vielen Menschen selbst zu barmherzigen Samaritern geworden“, so der Bischof, der darin eine zentrale Botschaft für unseren Umgang mit Flüchtlingen und Verfolgten sieht.

Einen sehr herzlichen Empfang bereitete die Diözese Eisenstadt der Burgenländischen Gemeinschaft, die kürzlich ihren 60. Geburtstag mit einer von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics zelebrierten Festmesse in Güssing beging. Als „Brücke zwischen der alten und der neuen Heimat, zwischen dem Burgenland und Amerika“ seien drei Grundpfeiler entscheidend für Identität, Erfolg und Zusammengehörigkeit der in die USA ausgewanderten Burgenländerinnen und Burgenländer und der 1956 gegründeten Burgenländischen Gemeinschaft, deren Hauptaufgabe in der Pflege, Förderung und Vertiefung der Heimatverbundenheit der Landsleute liegt: „Was die Auswanderer von der alten in die neue Heimat mitgenommen haben und sie auszeichnete, war erstens ein tiefer Glaube, zweitens ihre Kultur und Sprache und zudem fleißige Hände“, so Bischof Zsifkovics, zu den Vertreteren der Burgenländischen Gemeinschaft mit Präsident Walter Dujmovits an der Spitze.

„Was wäre Chicago ohne die Gläubigen aus dem Burgenland?“
Ein tiefer Glaube sei die wichtigste Grundlage, um „neue Herausforderungen bewältigen und ein neues Leben aufbauen zu können“, sagte Bischof Zsifkovics. „Äußeres Zeichen ihres tiefen Glaubens sind die Kirchen, die sie in der neuen Heimat errichteten – oft nach dem Vorbild der Kirche in der alten Heimat – und das religiöse Leben, das sie in ihren Familien und Pfarrgemeinden pflegten.“ Der Bischof zitierte den 1996 verstorbene Kardinal Joseph Bernardin von Cincinnati und Chicago, der im Audienzzimmer von Papst Johannes Paul II. gegenüber dem damaligen Eisenstädter Diözesanbischof Stefan László sagte: „Was wäre meine Erzdiözese Chicago ohne die Gläubigen aus dem Burgenland?“ Ägidius Zsifkovics war als junger Sekretär des damaligen Bischofs stolzer Augen- und Ohrenzeuge dieser Unterredung.

„Auch unsere Auswanderer waren auf Hilfe angewiesen“
„Auch unsere Auswanderer waren auf die Hilfe von guten Menschen in Amerika angewiesen, haben die Hilfe vieler barmherziger Samariter gebraucht und sind wohl auch vielen Menschen zum barmherzigen Samariter geworden“, hob Bischof Zsifkovics hervor. Gerade diese Hilfsbereitschaft sei eine „zentrale Botschaft für unseren Umgang mit Flüchtlingen und Verfolgten“.

„Das Eigene lieben, das andere schätzen“ als Botschaft gegen Nationalismen
Als zweiten wichtigen Pfeiler für die ausgewanderten Burgenländerinnen und Burgenländer nannte Bischof Zsifkovics die Kultur und die Pflege der eigenen Sprache: Dies habe eine zusammenhaltende, Identität stiftende und bewahrende Funktion. „Gerade auf diesem Gebiet leistet die Burgenländische Gemeinschaft durch 60 Jahre hindurch ihren so wertvollen Beitrag, wofür ich allen Verantwortlichen und Mitgliedern von Herzen danke“, so der Bischof. Ein einfacher, aber umso wertvollerer Grundsatz sei eine zentrale Richtschnur für das Bemühen um ein friedliches Zusammenleben verschiedener Sprachen, Religionen und Kulturen: „Das Eigene lieben, das andere schätzen! Ist das nicht eine wichtige Botschaft auch für unsere zerrissene Welt und für unser gespaltenes Europa, das sich wieder in Nationalismen abgrenzen will und im Mitmenschen oft nur den Konkurrenten und Feind sieht?“, gab der Bischof zu bedenken.

„Unsere Landsleute trugen zum Aufbau Amerikas bei“
Der dritte Erfolgsgarant jener Landsleute, die sich in den USA eine neue Heimat aufbauten, sei der Gebrauch fleißiger Hände, die hohe Arbeitsbereitschaft gewesen: „Diese ihre fleißigen Hände haben sie immer wieder zum Gebet gefaltet, aber auch zum Aufbau ihrer neuen Existenz eingesetzt. Unsere ausgewanderten Landsleute waren gesuchte Handwerker und Facharbeiter, die zum Aufbau und Wohlstand Amerikas ihren Beitrag geleistet haben“, erinnerte der Bischof.

Herzlicher Empfang der „Miss Burgenland New York“
Foto: Diözese Eisenstadt/Thomas Beranek
Bischof Zsifkovics lud eine Delegation der Burgenländischen Gemeinschaft, darunter die amtierende „Miss Burgenland New York“, Caitlyn Martyn, zu einem herzlichen Mittagessen und Beisammensein ein, nachdem die Gruppe zunächst von Landeshauptmann Hans Niessl und Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz sowie den Landesräten Verena Dunst und Alexander Petschnig im Landtagssitzungssaal empfangen worden war. Die „Miss Burgenland New York“ wird alljährlich im November vom „1. Krankenunterstützungsverein“ in New York gewählt und nimmt als Repräsentantin des Vereins unter anderem am Picknick in Moschendorf im Sommer teil. Zu ihren Ehren organisiert die Burgenländische Gemeinschaft jedes Jahr zwei Tage nach dem Picknick eine Fahrt nach Eisenstadt, an der auch andere Auslandsburgenländer auf Heimaturlaub teilnehmen. Nach dem Mittagessen mit dem Bischof standen unter anderem noch eine Stadtführung in Rust sowie eine Führung hinter den Kulissen der Seefestspiele Mörbisch auf dem Programm.


60 Jahre Burgenländische Gemeinschaft
Foto: Diözese Eisenstadt/Thomas Beranek
Die ihren 60. Geburtstag feierende, 1956 gegründete Burgenländische Gemeinschaft ist als Interessensvertretung der ins Ausland ausgewanderten Burgenländerinnen und Burgenländer eine wichtige Brücke zwischen alter und neuer Heimat, die sich für die Pflege und Förderung der Heimatverbundenheit der Landsleute in aller Welt einsetzt. Präsident der Burgenländischen Gemeinschaft ist Walter Dujmovits, Vizepräsident ist Eduard Nicka. Der Verein hat Sitze in mehr als zehn Staaten, die meisten in den USA. Rund 66.000 Menschen emigrierten im 20. Jahrhundert aus dem Burgenland, das mit Abstand häufigste Zielland waren die USA. Jene rund 20.000 Emigranten, die vor 1880 auswanderten, konnten statistisch nie erfasst werden.

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