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Diözese Eisenstadt - Aktuell

Mittwoch, 24. Februar 2016

250. Todestag von Gregor Joseph Werner

Auszug aus den Matriken des Stephansdomes mit dem 
Eintrag anlässlich der Hochzeit Gregor Joseph Werners 
„Aus besonderer Achtung gegen diesen berühmten Meister“ (Joseph Haydn, 1804)

Eisenstadt gilt neben Wien und Salzburg als Musikhauptstadt Österreichs. Grundlegend dafür ist in allen drei Städten eine über Jahrhunderte gepflegte Musiktradition, aus der sich die Musikkultur bis in die Gegenwart belebt.

Die Hochblüte dieser Kultur im heute burgenländischen Raum befand sich ohne Frage in Eisenstadt in der Ära Joseph Haydns, die allerdings durch Haydns berühmten Vorgänger Gregor Joseph Werner und seinen Nachfolger Johann Nepomuk Fuchs vorbereitet bzw. fortgeführt wurde. In nach ihnen benannten Straßen ist den Meistern in der Landeshauptstadt ein ehrenvolles Gedenken gesetzt.

Beide Musiker haben in diesem Jahr ein „rundes“ Jubiläum: Johann Nepomuk Fuchs im Juni den 250. Geburtstag und, schon in wenigen Tagen, am 3. März, Gregor Joseph Werner den 250. Todestag. Die Jubiläen sind mitbestimmend, dass der in diesem Jahr vom ORF-Fernsehen in Eurovision live aus dem Martinsdom übertragene Pontifikalgottesdienst am 25. Dezember mit Musik von Werner, Haydn und Fuchs begleitet werden wird.

Gregor Joseph Werner wurde am 28. Jänner 1693 in Ybbs an der Donau, NÖ, geboren und tags darauf getauft. Über seine Jugend ist wenig bekannt; möglicherweise war er Schüler im Stift Seitenstetten oder in Melk, wo er in den Jahren 1715/16 die Aufgaben des Stiftsorganisten betreut haben könnte.

Gesichert ist Werners Hochzeit mit Anna Christina Busch aus Duderstadt/Hannover im Wiener Stephansdom am 27. Jänner 1727. Die Hochzeit in Wien lässt auf längere Sesshaftigkeit Werners in der Kaiserstadt schließen; das wiederum nährt die Vermutung, dass Werner zum unmittelbaren Schülerkreis des legendären Hofkapellmeisters Johann Joseph Fux gehörte. Jedenfalls hat Werner das bis heute in Gebrauch stehende musikalische Lehrwerk „Gradus ad Parnassum“ von Fux studiert und die in ihm grundgelegten Kompositionsformen und -stile in die Eisenstädter Musikkultur eingebracht. (Werners Bestellung am Hof der Esterházy stand in der Reihe jahrelanger Bemühungen, die hochstehende Wiener Musikkultur auch in Eisenstadt einzupflanzen).

Im Jahr nach seiner Hochzeit, 1728, wurde Werner Kapellmeister am Hof der Esterházy und in Eisenstadt ansässig; fast vier Jahrzehnte lang blieb er bis zu seinem Tod hier tätig.

Zur Stadtpfarrkirche St. Martin, dem heutigen Martinsdom, stand Werner in guter Verbindung, nicht nur zu persönlichen Anlässen wie den Taufen seiner Kinder, dem Begräbnis seiner Frau und anderen kirchlichen Feiern (Wolfgang Meyer hat im Dompfarrblatt einen aufschlussreichen Artikel dazu verfasst). Im damals gepflegten Austausch von Musikern der fürstlichen Hofmusik und der Kirchenmusik war Werner der Stadtpfarrkirche zeitlebens auch künstlerisch verbunden. Dementsprechend birgt das Dommusikarchiv - die älteste Handschrift stammt immerhin aus dem Jahr 1723 - einen Großteil der Sakralkompositionen Werners (die Musikwissenschaftlerin Mag. Susanne Winkler-Klement hat den Bestand in ihrer Diplomarbeit beeindruckend dargestellt).

Obwohl Werner überwiegend in Kirchenmusik-Gattungen komponiert hat, ist er unserer Zeit nur in einigen profanen Musikwerken bekannt, humorvoll in den Burlesken „Der Wienerische Tändelmarkt“ und „Die Bauern-Richters-Wahl“ sowie im „Musicalischen Instrumental-Calender“, einer instrumentalen Zeichnung der zwölf Monate.

Demgegenüber ist Werners Kirchenmusik kaum in brauchbaren Notenausgaben zugänglich und kann deshalb nicht aufgeführt werden.
Das Hörbarmachen der Musik ist aber Voraussetzung, um dem großen Gregor Joseph Werner nicht nur in theoretischer Befassung, sondern lebendig in seiner Musik begegnen zu können. (Vergleichbar vermag das Lesen eines Kochbuchs Appetit zu machen; schmackhaft wird das Essen jedoch erst durch seine Zubereitung und Verkostung).

Seitens der Dommusik gibt es ernsthafte Bemühungen, diesen Zugang anlässlich des Jubiläumsjahres wenigstens in exemplarisch ausgesuchten Werken zu erschließen. Diesbezüglich ist ein vielversprechendes Projekt in Vorbereitung, dessen Realisierung allerdings auf Unterstützung angewiesen ist.

Exakt am Todestag Werners, Donnerstag, 3. März, 18 Uhr, feiert Dompfarrer Kanonikus P. Mag. Erich Bernhard im Martinsdom die Seelenmesse für den Komponisten.

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