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Diözese Eisenstadt - Aktuell

Freitag, 30. Oktober 2015

„Seht, ich mache etwas Neues!“ – Diözese Eisenstadt geht in der Seelsorge mutig neue Wege


Bischof Zsifkovics im Kreis der Delegierten mit dem Statut
© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann
Bischof Zsifkovics hebt auf Diözesantag mit Dechanten, Pfarrern und Laienmitarbeitern einen neuen „Pastoralen Weg“ aus der Taufe – Neue Seelsorgeräume als künftiger Boden von Teamgeist, sozialem Mehrwert und partizipativer Pastoral abseits überholten Versorgungsdenkens – Zsifkovics: „Zeichen der Zeit erkennen, gesellschaftlichem Paradigmenwechsel Rechnung tragen und mutig andocken an die Lebensräume der Menschen!“

Kreativ und wagemutig soll die Kirche laut Papst Franziskus sein. Eine Aufforderung, die aus der Zuversicht kommt, dass Gott im Leben der Menschen bereits am Werk ist, noch bevor diese sich auf den Weg machen. Mit ihrem nun eingeschlagenen neuen „Pastoralen Weg“ trägt die Diözese Eisenstadt diese Aufbruchsstimmung auf die Ebene seelsorglicher Organisation. Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics hat gemeinsam mit Dechanten und Seelsorgern in den vergangen zwei Jahren nochmals die „Schulbank“ gedrückt und sich auf einen dynamischen Gruppenprozess unter Anleitung eines international anerkannten Experten für kirchliche Change-Prozesse eingelassen. Herausgekommen ist ein Konzept, das unverschnörkelt antworten will auf die Lebenswelten der Menschen im 21. Jahrhundert und das kirchliche Leben im Burgenland nachhaltig verändern wird.

Fulminanter Startschuss auf Diözesantag
In verschiedensten Räten, Klausuren und Studientagen wurde diskutiert und viel voneinander gelernt. Und es kamen neue, verschiedenste Visionen zum Vorschein, die alle eines gemeinsam haben: Das Bild der Kirche der Zukunft präzisiert sich am aussagekräftigsten auf Ebene der Pfarren, bedarf aber auch neuer pastoraler Räume. Nun wurde auf einem Diözesantag, der ganz im Zeichen dieses neuen Weges der Diözese Eisenstadt stand, der offizielle Startschuss für die Neuausrichtung gegeben. Die Delegierten, denen verschiedenste diözesane Gremien wie Bischofsrat, Dechantenkonferenz, Diözesanrat, der aus Laien und Priestern zusammengesetzte Arbeitskreis „Neuer Pastoraler Weg“, sowie Vertreter der Katholischen Aktion, der Katholischen Frauenbewegung, der Katholischen Männerbewegung und der Katholischen Jugend angehörten, sprachen sich einstimmig (bei einer einzigen Enthaltung) für den neuen Weg aus und verabschiedeten nach heißer Diskussion offener Fragen und nach Aufnahme letzter Ergänzungsanträge ein entsprechendes gemeinsames Statut. Dieses arbeitet bewusst nicht mit nivellierenden, Individuelles abschneidenden Rasenmäher-Methoden, will ebenso wenig ein Rasterpapier kategorialer Seelsorge sein, sondern stellt in seiner weiten Konzeption eine Rahmenordnung dar, die individuelle Freiheit und Kreativität ermöglicht, aus denen heraus erst so etwas wie personelle und strukturelle Entwicklung wachsen kann. Vorausgesetzt, man lässt sich auf den Bewusstseinswandel auch ein.

Neue Seelsorgeräume: Nicht „Autobahn“, sondern „Mosaik“
Denn der neue Weg gleiche „weniger einer Autobahn, auf der gedankenlos dahingerast werden kann, sondern eher der bedächtigen Arbeit eines Mosaiklegers, wo es viel Geduld, Beharrlichkeit und Unbeirrbarkeit braucht“, so Josef Frank, Mitglied der engagierten Vorbereitungsgruppe rund um Pastoralamtsleiter Michael Wüger. Dieser fügt hinzu: „Ein reifes Verständnis der Rolle eines jeden Getauften muss auch zu einem neuen Verständnis von Seelsorge und Evangelisierung führen – denn dass alle Getauften Träger von Seelsorge und Verkünder des Evangeliums sind, kann in der Organisation kirchlicher Seelsorge nicht unberücksichtigt bleiben.“ Antwort darauf geben die neuen „Seelsorgeräume“: Als  gemeinsame Lebensräume angelegt, sollen sie verbindliche Kooperation sowie aufgaben- und zielorientierte Koordination ermöglichen – im Zentrum eine gemeinsame Gottesdienstordnung, um die herum sich wie konzentrische Kreise die verschiedensten Schichten gemeinschaftlichen Lebens und kirchlichen Feierns legen. In Gemeinschaften von 2 bis zu 5 Pfarren, die in ihrer Eigenständigkeit erhalten bleiben, sollen personelle und zeitliche Ressourcen gebündelt werden. Denn: „Nicht jede Pfarre kann und muss alles machen!“, lautete eine der praktischen Erkenntnisse aus dem diözesanen Denkprozess.

Charismen statt Formalismen
Nicht Uniformierung sondern authentische Spezialisierung, nicht blinde Formalismen, sondern an konkreten Bedürfnissen orientierte Charismen sind also die Benchmarks dieses neuen Zugangs, in dem „Pastoralteams“ aus Haupt- und Ehrenamtlichen, die in verschiedensten Bereichen für Seelsorge, Erfüllung der kirchlichen Grunddienste und Terminkoordination Verantwortung tragen, sowie „Leitungsteams“, bestehend zumeist aus Pfarrern bzw. Pfarrmoderatoren, PfarrassistentInnen und PastoralassistenInnen, eine besondere Rolle zukommt. Deren Beschlüsse sollen in weitest möglichem Konsens gefasst werden und die laufende Umsetzung und bedürfnisbezogene Weiterentwicklung des jeweiligen Pastoralplans im Auge haben.

Von der Kirche der „Gewohnheitstiere“ zur Gemeinschaft engagierter Kreativer
Begonnen worden war der Arbeits- und Umdenkprozess übrigens am Vortag des 50-Jahre-Jubiläums des Zweiten Vatikanischen Konzils – nicht zufällig. Denn die mit der Taufe übertragene Kompetenz aller Gläubigen zur Mitgestaltung kirchlicher Gemeinschaft ist wesentlicher Gedanke des neuen Konzepts, das sich von überholten, personell nicht bespielbaren Strukturen eines alten Gewohnheitschristentums verabschiedet und zu innovativen Ansätzen eines ehrlichen Entscheidungschristentums führen will. Nicht Versorgungs- und Anspruchsdenken sollen demnach der Motor kirchlicher Gemeinschaft sein, sondern die authentische Lust am Gemeinsamen, das sich im kirchlich-sakramentalen Feiern, in der konkreten Sorge füreinander und im guten Umgang miteinander ausdrückt. Freude, innere Beweglichkeit und missionarische Kreativität sind die Parameter, die Papst Franziskus hierfür nennt. „Wer das nicht hat, wird das Evangelium nur schwer zu den Menschen tragen können, egal wie gut unser neues Konzept auch sein mag!“, so Bischof Zsifkovics. „Die pastorale und katechetische Anstrengung der Bewusstseinsveränderung können wir in diesem Prozess niemandem ersparen. Und für manche wird er auch bedeuten müssen, sich aus ihrer Komfortzone herauszubewegen“, so der Bischof.

Flüchtlingskrise als Nagelprobe für neuen Weg
Just die aktuelle Flüchtlingskrise hat gezeigt, wie sehr das herkömmliche Grenzen transzendierende Zusammenwirken unterschiedlichster Fähigkeiten, Möglichkeiten und Begabungen zu Mehrwert für die größere Gemeinschaft führen kann. In diesem Sinne verstehen sich Seelsorgeräume als ein diakonisch geprägtes Netz kleiner bis kleinster Gemeinschaften. Es übernimmt jene Aufgaben, die gemeinsam besser erfüllt werden können, wie etwa die Vorbereitung auf Sakramente – ein Bereich, der „prädestiniert ist für Vernetzung“, wie sich Josef Frank überzeugt zeigt. Internet und moderne Medien als Ergänzung zum herkömmlichen Pfarrblatt seien hier die perfekten Strukturen, um anzudocken.

„Yes, we can!“ – „An der Leitha“: Beispiel eines gelungenen Pilotprojektes
Mit dem neuen Seelsorgeraum „An der Leitha“ kann bereits auf ein erfolgreiches Pilotprojekt im Zeichen des neuen Weges hingewiesen werden. Dechantpfarrer Roman Schwarz, der den neuen Seelsorgeraum leitet, hielt am Diözesantag vor den Delegierten ein beeindruckendes Resümee des neuen Weges, der für ihn mit der ersten Kontaktaufnahme der diözesanen Verantwortlichen im Februar 2014 begonnen hatte. Es folgten intensive Treffen aller PGR-Räte, Aktiven und Interessierten. „Wir empfanden es als große Freiheit, nicht alleine zu sein, sondern gleichgesinnte engagierte Christen zu finden – das war ein schönes Erlebnis!“, schildert Schwarz die auf dem Weg gemachte Erfahrung. Damit bringt er unbewusst die Schlüsselbegriffe des neuen Konzepts auf den Punkt: Freude, Freiheit, Engagement, Gemeinschaft. Der Erfolg gibt ihm und dem neuen pastoralen Weg Recht: Vor einigen Wochen konnte in Nickelsdorf der feierliche Gottesdienst zur offiziellen Erhebung des neuen Seelsorgeraums gefeiert werden.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Keine Angst vor Allerheiligen – Katholische Jungschar fordert bewussteren Umgang mit Halloween-Kult

Wien, 29.10.15: Das Leben kann manchmal ziemlich unheimlich sein, geistern doch rund um den Feiertag Allerheiligen vor allem auch in den Verkaufsregalen diverse Schreckensgestalten herum. „Viele Kinder sind fasziniert vom Thema Tod und werden neugierig, wenn etwas gruselig erscheint. Kinder verdienen aber eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Gedenken an Verstorbene, die über ein lustiges Skelett-Kostüm oder Schokolade in Geisterform hinausgeht. Wir bemühen uns in der Arbeit mit den Kindern, Fragen zu beantworten und Orte zu erkunden. Besonders das Hochfest Allerheiligen und der Gedenktag Allerseelen bieten viele Anknüpfungspunkte, mit Kindern über Sterben, Tod und Erinnern nachzudenken“, erklärt Anneliese Schütz, Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar, das Anliegen der Kinderorganisation.

Bereits 2009 hat die Katholische Jungschar mit ihrem Positionspapier zum Thema Halloween klar gestellt, dass Kinder ein Recht auf ihren Bedürfnissen und Wünschen angemessene Auseinandersetzung mit den Themen Sterben und Tod haben. „Die Überlagerung des Hochfestes Allerheiligen durch eine inhaltsleere Verbreitung des Brauchtums rund um Halloween lehnen wir ab. Süßigkeiten und Streiche klingen zwar verlockend, wir beobachten aber, dass Kinder hier nur als Konsumentinnen und Konsumenten angesprochen werden. Es geht darum, möglichst viel zu kaufen, aber nicht, Kindern ihre Fragen zum Jenseits zu beantworten oder sich gemeinsam mit ihren Ängsten gegenüber dem Unheimlichen im Leben zu beschäftigen“, folgert Anneliese Schütz.

Als katholische Kinderorganisation fordert die Jungschar von der Amtskirche eine stärkere Gewichtung der Kinderpastoral in den Gemeinden, wie zum Beispiel mehr Angebote für Kinder, vor allem gerade rund um Allerheiligen und Allerseelen, sich altersgemäß mit den Themen Gedenken, Sterben und Tod auseinandersetzen zu können. Eltern sollten sich über ihre eigenen Berührungsängste hinaus mit den Kindern über diese Themen unterhalten, den Friedhofsbesuch gemeinsam gestalten, eine eigene Gedenkkultur entwickeln und in den familiären Alltag einbauen. „Kinder haben einen ganz eigenen Zugang zu schweren Themen, der in mancher Hinsicht auch ein lustvollerer ist, als ihn Erwachsene haben. Wir müssen uns trauen, auch unbequeme Fragen zu beantworten und neue Wege bei der Gestaltung von Ritualen zu suchen, damit die Bedürfnisse von allen, auch die der Jüngsten, berücksichtigt werden“, so die Bundesvorsitzende Anneliese Schütz abschließend.

Mehr aus dem Positionspapier der Katholischen Jungschar zum Thema Halloween findet sich unter www.jungschar.at/lobby/positionen/halloween

(Presseaussendung der Katholischen Jungschar Österreich)

Dienstag, 27. Oktober 2015

Caritas Flüchtlingsquartier Forchtenstein erweitert

Diözese Eisenstadt schafft im ehemaligen Kloster Forchtenstein binnen kürzester Zeit zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten für rund 20 schutzbedürftige Personen – Bischof Zsifkovics: "An der Flüchtlingsfrage entscheidet sich die Zukunft eines humanen, solidarischen Werteprojekts Europa"

Was beinahe auf den Tag genau vor 25 Jahren als spontane, unkomplizierte Hilfsaktion im ehemaligen Kloster von Forchtenstein begann, ist nun abermals Ausdruck der konkreten Solidarität der Martinsdiözese Eisenstadt für schutzsuchende Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Gewalt: Das Flüchtlingsquartier Forchtenstein der burgenländischen Caritas wurde binnen kürzester Zeit ausgebaut und erstreckt sich nach fertiggestellter Erweiterung auf rund 250 Quadratmeter im zweiten Obergeschoss des ehemaligen Klosters. Sechs zusätzliche Räume als Familienzimmer einschließlich Sanitärbereiche wurden errichtet und bieten weiteren rund 20 Personen Aufnahme und Unterkunft.

"Ein christliches Ethos und ein grundlegendes humanes Miteinander ist untrennbar verbunden mit einer solidarischen, hilfsbereiten Zuwendung zu jenen, die in Not sind und Schutz suchen. Es geht nicht um einen sich selbst überfordernden Heroismus oder einen sich selbst bespiegelnden Aktionismus, sondern um konkretes, praktisches Tun im Dienst am Nächsten", betonte Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics im Rahmen der Eröffnung des erweiterten Flüchtlingsquartiers.

Bischof: Ermutigung zu "Martinstaten"
Die kleine Diözese Eisenstadt hat bis dato Wohnraum für etwa 200 Flüchtlinge und rund 700 zusätzliche, vorübergehende Notquartiere geschaffen. "Wir sind bereit zu handeln. Gerade angesichts der nun hereinbrechenden kalten Jahreszeit und insbesondere der vielen Kinder und Familien, die durch die Schrecken von Krieg und Gewalt zur Flucht gezwungen wurden, gilt meine Hochachtung der beeindruckenden Hilfsbereitschaft so vieler Menschen in den Pfarren. Mein Appell: Werden wir im Martinsjahr der Martinstaten nicht müde und erfüllen wir das christliche Urbild des geteilten Mantels durch konkrete, praktische Schritte der Zuwendung zu Menschen in Not mit Leben", ermutigte Bischof Zsifkovics zum Engagement für Flüchtlinge.

Einzelne Menschen, nicht gesichtsloser Strom
Gerade mit Blick auf das Jubiläumsjahr "1700 Jahre hl. Martin" zeige sich die Aktualität der Martinstat des Mantelteilens im Angesicht schutzsuchender Menschen auf der Flucht. "Vergessen wir nie, dass es bei dieser Migrationsbewegung um einzelne Menschen mit je konkreten Schicksalen, Leidenserfahrungen und einer je unveräußerlichen Würde geht und nicht einfach um einen gesichtslosen, anonymen ‚Strom‘. Entmenschlichung beginnt dort, wo das Dasein eines je einzigartigen Du instrumentalisiert und zum bloßen Objekt wird", so der Diözesanbischof.

Europa: Hochburg der Humanität statt Festung oder Chaos
Zugleich machte Bischof Zsifkovics die Notwendigkeit einer europäischen Lösung der Flüchtlingsfrage klar: "An der Flüchtlingsfrage entscheidet sich die Zukunft eines humanen, solidarischen Werteprojekts Europa. Wenn Europa daran scheitert, erodiert auch seine gemeinschaftliche Wertebasis und der Anspruch, ein Friedensprojekt eines offenen, demokratischen Miteinanders auf der unverrückbaren Basis der Menschenwürde auf den Weg zu bringen, verkommt zu Makulatur. Was es braucht, ist ein Europa als Hochburg der Humanität und kein Europa als Festungsbau, ebenso wenig wie ein Europa als unorganisiertes Chaos", mahnt der Bischof.

Investitionen in Sicherheit
Zusätzlich zu der räumlichen Erweiterung des Flüchtlingsquartiers Forchtenstein wurde der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. Eine neue Brandmeldeanlage sowie zahlreiche Brandschutztüren wurden eingebaut, die sowohl höchsten Sicherheitsstandards als auch den Anforderungen des Denkmalschutzes für das ehemalige Kloster entsprechen. Zudem wurden in dem neuen Wohntrakt mit den sechs zusätzlichen Räumen Sanitärzonen und erforderliche Elektroinstallationen errichtet. Die für die gesamten Umbau- und Erweiterungsarbeiten erforderlichen Kosten in der Höhe von rund 220.000 Euro werden von der Diözese Eisenstadt getragen.

Grundstein vor 25 Jahren mit spontaner Hilfsaktion
Entstanden ist das Flüchtlingsquartier Forchtenstein im Zuge einer spontanen Hilfsaktion am 1. November 1990: Damals suchten hilfsbedürftige Flüchtlinge aus dem Iran Schutz und Unterkunft, woraufhin die ehemalige Klosteranlage kurzerhand zur Herberge adaptiert wurde. Seither haben zahlreiche Menschen in Not, in erster Linie Familien und Kinder aus Krisen- und Kriegsregionen, Unterkunft und Aufnahme im Caritas Flüchtlingsquartier Forchtenstein erhalten.

Dienstag, 20. Oktober 2015

"Memoria"

In Kooperation der Stadtgemeinde Eisenstadt und der christlichen Kirchen findet am Samstag, 24. Oktober, um 18 Uhr im Martinsdom ein Interkonfessionelles Totengedenken statt.

Anlass ist das Eisenstädter Jubiläumsjahr "90 Jahre Landeshauptstadt", das seit April in vielen verschiedenen Akzentuierungen gefeiert wird, in dem auch die Dankbarkeit und die Pietät gegenüber jenen Platz finden sollen, die diesen Ort, die Stadt in der Vergangenheit in einer besonderen Weise oder als einfache Mitbürger gestaltet, geprägt und zu dem gemacht haben, was Eisenstadt bedeutet.

Neben Ansprachen von Bürgermeister Mag. Thomas Steiner sowie der Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche ist in der Feier auch eine Erinnerung an die ehemals blühende traditionsreiche jüdische Siedlung in Eisenstadt vorgesehen.

Eröffnet wird die Gedenkstunde mit Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, dem aus dem Judentum zum evangelischen Glauben konvertierten Komponisten.
Als musikalisches Hauptwerk und Beitrag aus der katholischen Tradition wird das Requiem in d-moll von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören sein, jenes Meisterwerk, das auch zu den Begräbnisfeierlichkeiten von Joseph Haydn gesungen wurde, sowohl bei der Trauerfeier in Wien im Juni 1809 wie auch als zur Beisetzung seines Leichnams in Eisenstadt im November 1820, vor exakt 195 Jahren.

"Memoria" - Erinnerung - am 24. Oktober wurde mit Absicht nicht als liturgische Veranstaltung im engeren Sinn vorbereitet, um die Teilnahme auch für kirchlich Ungebundene schwellenlos zugänglich zu halten.

Im Anschluss an die Gedenkfeier ist im Dompfarrzentrum ein Imbiss vorbereitet.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Neuer Ordensrat: "Gegenwart mit Leidenschaft leben"

Neuer Bischofsvikar für die Orden und religiösen Gemeinschaften in der Diözese Eisenstadt, Pater Lorenz Voith, lud zur ersten Sitzung des Ordensrates: "Jahr der Orden" mit Kreativität, Leidenschaft und im aufmerksamen Hinhören auf den Geist im Hier und Heute erfüllen

Die Gegenwart mit Leidenschaft leben und den von Bischof Ägidius J. Zsifkovics initiierten Offensivgeist für eine Stärkung des Ordenslebens in der Diözese Eisenstadt aufgreifen: Diesen Schwung im Ausgang des von Papst Franziskus ausgerufenen "Jahres der Orden" nahm der neue Ordensrat in der Diözese Eisenstadt bei seiner ersten Sitzung auf. Pater Lorenz Voith C.Ss.R., der von Bischof Zsifkovics beim diesjährigen Domweihfest im Mai zum Bischofsvikar für die Orden und religiösen Gemeinschaften in der Diözese ernannt wurde, lud die Oberinnen und Oberen der Gemeinschaften im Burgenland zu dieser Sitzung am 8. Oktober im Eisenstädter Haus der Begegnung.

"Atem des Evangeliums" hinaustragen
Es gehe darum, "im aufmerksamen und achtsamen Hinhören auf den Geist im Hier und Heute die Gegenwart mit Leidenschaft zu leben, die Zeichen der Zeit mit den Augen des Glaubens zu lesen und auf kreative Weise auf die Bedürfnisse der Kirche zu antworten", so der Bischofsvikar im Verweis auf die von Papst Franziskus ausgegebenen Zielsetzungen für das "Jahr des geweihten Lebens". Demnach müsse es gelingen, aus einer "Haltung der Dankbarkeit" für den geschichtlichen, kulturellen und spirituellen Reichtum der Ordensgemeinschaften den "Atem des Evangeliums" in die unterschiedlichsten Bereiche der Gesellschaft zu tragen. Es sei vor allem die Expertise eines auf dem Fundament der Geschwisterlichkeit gebauten gemeinschaftlichen und zwischenmenschlichen Lebens, das die Orden so aktuell und zu einem unverzichtbaren Korrektiv gegen soziale Ungleichheiten, Ausgrenzungen, die Marginalisierung und Stigmatisierung der Schwächsten machen.

"Kraftzentren" mit Expertise zum Gemeinschaftsleben
An der ersten Sitzung des neuen Ordensrates nahm auch der Generalvikar der Diözese Eisenstadt, Martin Korpitsch, teil, der die Orden gerade mit Blick auf den "Neuen Pastoralen Weg" der Diözese im Unterwegssein zu einer neuen Evangelisierung auf der Höhe der Zeit ein "Geschenk des Himmels" nannte: Orden seien nicht "Utopien", also Orte ohne Verankerung im Wirklichen, sondern gerade im Gegenteil: in lebensweltliche Bezüge geerdete "andere Orte", die eine Logik der Hingabe, der Nächstenliebe und der Annahme von Verschiedenheit zur Maxime des konkreten Handelns erheben. So seien Orden "spirituelle Kraftzentren", die sich nicht in sich selbst zurückziehen, sondern durch ihr Engagement – sei es etwa in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen oder Bildungseinrichtungen – die Gesellschaft bereichern.

Gemeinsames Unterwegssein statt Absonderung
Im Zuge der ersten Ordensratssitzung tauschten sich die Teilnehmenden neben einer ausführlichen Vorstellung der Ordensgemeinschaften und ihrer derzeitigen Schwerpunkte hinsichtlich eines gemeinsamen Unterwegsseins aus. So stand unter anderem ein geplantes Abschlussfest zum "Jahr des Glaubens" Ende Jänner 2016 gemeinsam mit Diözesanbischof Zsifkovics ebenso auf der Agenda wie die Herausgabe eines Info-Folders über die Orden und Säkularinstitute in der Diözese. Zudem kam die Bildung einer Arbeitsgruppe für die Berufepastoral zur Sprache. Ein solches gemeinsames Unterwegssein der Ordensgemeinschaften trage auch einem zentralen Appell des Papstes Rechnung, "mutiger über die Grenzen des eigenen Instituts hinauszugehen". Schließlich seien nicht Selbstbezogenheit und Absonderung, sondern im Gegenteil Dialog, offene Begegnung und wechselseitige Hilfsbereitschaft jene Wegweiser, die in eine zukunftsfitte Richtung weisen, wie der Ordensrat betonte.

Sechs neue Orden in einem Jahr
"Mir geht es darum, auch die vielen schon bestehenden ‚Geistlichen Oasen’ kennenzulernen, sie zu bestärken sowie vielleicht auch neue entstehen zu lassen", so Bischofsvikar Pater Voith, der sich ausdrücklich bei Bischof Zsifkovics und der Diözesanleitung für die "offene Unterstützung zur Verstärkung der Ordensgemeinschaften in der Diözese" bedankte. Der Bischof hat den Impuls von Papst Franziskus bereits im Vorjahr aufgegriffen und im "Jahr der Orden" den Offensivgeist für die "geistlichen Oasen" in der Diözese befeuert: So konnte er in gerade einmal einem Jahr nicht weniger als sechs neue Gemeinschaften für die Diözese Eisenstadt gewinnen, darunter unter anderem der Kalasantinerorden und die Schwestern von der Jüngersuche, die eine neue Niederlassung an der Eisenstädter Dom- und Stadtpfarrkirche gründeten.

Ohne Furcht in die Zukunft
Dergestalt werde ein im "Jahr der Orden" ausgerufenes Grundanliegen – "die Zukunft voll Hoffnung ergreifen" – in der Diözese Eisenstadt konkret gelebt, freute sich der Bischofsvikar. Anstatt sich von den Problemen und Herausforderungen der Jetztzeit, vom Rückgang der Berufungen bis zu gesellschaftlichen Tendenzen des Relativismus und der spirituellen Ausdünnung durch den langen Atem der Ökonomisierung, gefangen nehmen zu lassen und in Selbstbespiegelung zu erstarren, zeigen die Orden vor, wie es gehen kann: "Hinausgehen, um anderen zu helfen, an der Lösung von deren Problemen mitzuhelfen und dem Kalkül der Herzenskälte die Logik des Evangeliums entgegenstellen", so Pater Lorenz Voith.

Der Ordensrat der Diözese Eisenstadt soll in regelmäßigen Abständen etwa zwei bis drei Mal jährlich tagen und dem wechselseitigen Austausch von gemeinsamen "Eckpunkten und Anliegen" dienen. Derzeit wirken und leben in der Diözese Eisenstadt 17 Ordensgemeinschaften mit ihren Niederlassungen, mehrere Mitglieder von Säkularinstituten sowie vier religiöse Gemeinschaften. Der Redemptorist Pater Lorenz Voith war vor seiner Ernennung zum Bischofsvikar für die Orden u. a. Rektor in den Redemptoristenklöstern Innsbruck und Wien, von 2005 bis 2015 Provinzial der österreichischen Ordensprovinz der Redemptoristen, Geschäftsführer des Europäsichen Priesterrates (bis 2007) und Zweiter Vorsitzender der Österreichischen Superiorenkonferenz der Männerorden (bis 2015). Er war zudem Initiator der "Gesprächsoase" in Innsbruck und der "Gesprächsinsel" in Wien.

Dekanatskontakttage: Neuer Seelsorgeraum eröffnet

Neben dem Festgottesdienst zur Errichtung des Seelsorgeraumes "An der Leitha" mit Diözesanbischof Zsifkovics bildeten die Betriebsbesuche des Bischofs gemeinsam mit der Katholischen Arbeitnehmer/innenbewegung einen weiteren Höhepunkt

Ausschau halten nach neuen Spuren des kirchlichen Lebens und Netzwerke für den Austausch und das Miteinander am Unterwegssein am Neuen Pastoralen Weg der Diözese Eisenstadt zu knüpfen: Das waren wesentliche Anliegen der Dekanatskontakttage, die vom 2. bis 11. Oktober 2015 im Dekanat Neusiedl stattfanden. Einer der Höhepunkte im Reigen zur Erschließung, Erweiterung und Festigung von Räumen der Begegnung: Der Festgottesdienst zur Errichtung des Seelsorgeraumes "An der Leitha" mit Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics am Samstag, dem 3. Oktober, in der Pfarrkirche Nickelsdorf.

Knotenpunkt seelsorglichen Miteinanders
Mit dem Seelsorgeraum, der Deutsch Jahrndorf, Gattendorf, Nickelsdorf und Potzneusiedl zu einem gemeinsamen Knotenpunkt des seelsorglich-pastoralen Miteinanders werden lässt, wurde ein wesentlicher Akzent des "Neuen Pastoralen Weges" der Diözese Eisenstadt umgesetzt. In der Idee des Seelsorgeraumes schließen einander die Wahrung der Eigenständigkeit der Pfarren und deren intensive und verbindliche Zusammenarbeit nicht aus, sondern ein. Im Sinne einer guten Teamarbeit, die Verschiedenheit nie als Problem, sondern als Bereicherung und Chance wahrnimmt, sollen sich alle am Seelsorgeraum Partizipierenden gemäß ihren Stärken, Möglichkeiten und Schwerpunkten engagiert einbringen und so an einem Netzwerk der Solidarität knüpfen, in dem sich Eigenverantwortung und Teamarbeit gleichermaßen befeuern.

Betriebsbesuche am Welttag für menschenwürdige Arbeit
Begegnung war auch jener rote Faden, der die Dekanatskontakttage im Ganzen durchzog: Dabei wurden nicht nur dialogische Brücken zwischen kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Diözese, des Dekanats und der Pfarren gebaut, sondern auch in Richtung anderer gesellschaftlicher Lebenswelten gebildet. So besuchte Bischof Zsifkovics etwa gemeinsam mit Vertretern der Katholischen Arbeitnehmer/innenbewegung der Diözese Eisenstadt am "Welttag für menschenwürdige Arbeit", dem 7. Oktober, Betriebe im Dekanat Neusiedl. "Gute Arbeit" stelle den Menschen in den Mittelpunkt und instrumentalisiere ihn nicht zu Zwecken bloßer Profitmaximierung, so der Bischof, der das Recht auf menschenwürdige Arbeit als Grundpfeiler der katholischen Soziallehre betonte.

Echte Bildung: Schutzschild gegen Manipulierbarkeit
Ebenfalls am 7. Oktober nahm der Diözesanbischof Krankensalbungen im Krankenhaus und Pflegeheim von Kittsee vor. Am Freitag, dem 9. Oktober, traf Bischof Zsifkovics in der Klosterschule von Neusiedl am See Religionslehrer zum persönlichen Gespräch, das die Anforderungen eines ganzheitlichen Bildungsbegriffs, der die Befähigung und Ermutigung junger Menschen zu einem eigenverantwortlichen, solidarischen, kritischen und unmanipulierbaren Denken und Verhalten zu akzentuieren habe, in den Mittelpunkt stellte. Am selben Tag fand die Dekanatskonferenz mit anschließender hl. Messe mit dem Diözesanbischof in Neusiedl statt.

Bischof Zsifkovics zelebrierte bereits den Eröffnungsgottesdienst der Dekanatskontakttage, der am 2. Oktober in der Pfarrkirche Jois stattfand. Zu den weiteren Programmpunkten des dekanatlichen Begegnungsreigens zählten u. a. die Erntedankfeste in Weiden am See mit Generalvikar Martin Korpitsch sowie in Kaisersteinbruch mit Pastoralamtsleiter Michael Wüger, eine hl. Messe in kroatischer Sprache in der Pfarrkirche Pama mit Bischofsvikar Pater Stefan Vukits, eine von der Katholischen Frauenbewegung organisierte "Oase des Glaubens" in Edelstal oder ein Gesprächsabend der Katholischen Männerbewegung in Zurndorf. Den Abschluss der Dekanatskontakttage bildete eine Jugendmesse am Samstag, dem 10. Oktober, in Gattendorf, sowie eine Rosenkranzandacht mit eucharistischem Segen am Sonntag, dem 11. Oktober, in Winden.

Montag, 12. Oktober 2015

Bischof Zsifkovics: Dankbarkeit für Dienst der Diakone


Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics unterstreicht am Erntedankfest und Diakonentreffen in Illmitz seine Wertschätzung und Anerkennung für den Dienst der Diakone und spannt den Sinnhorizont der existentiellen Haltung der Dankbarkeit auf

"Der Diakon ist kein kirchlicher Statist, Karrierist oder gar Aufputz in der Liturgie, sondern – wie es die Kirchenväter so schön und klar sagen – das Auge Gottes der Kirche": Das sagte Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics beim Diakonentreffen und Erntedankfest am Sonntag, dem 11. Oktober 2015, in Illmitz vor Diakonen aus ganz Österreich. Er drückte seine große Wertschätzung für den Dienst der Diakone aus, denen er drei "Tipps" mit auf den Weg gab: Die Fähigkeit zur kritischen Urteilskraft, also das Unterscheiden-Können zwischen dem Wesentlichen und Nebensächlichen bzw. dem Richtigen und Falschen, ein Leben, getragen vom "Atem des Evangeliums" sowie der "Dienst an den Armen".

"Ein Auge haben für die Not der Menschen"
Bischof Zsifkovics ermutigte die Diakone, "nicht zuerst auf sich selbst zu schauen, sondern ein Auge zu haben für die Not der Menschen, besonders für die Not der Armen von heute." Dies sei, so der Diözesanbischof wörtlich, der "erste und wichtigste Dienst". Die Wahrheit einer Logik des Herzens, wie sie im Evangelium verkündet und bekundet werde, bezeuge sich nicht durch Selbstbespiegelung und Strategien des Rückzugs, sondern durch das Hinausgehen zu den existentiellen Peripherien.

Seine Dankbarkeit für den Dienst der Diakone stand zugleich im Konnex des Bestrebens, den Dank als grundlegende Lebenshaltung, die den Blick freigibt für das Dasein als unverfügbares Geschenk, zu buchstabieren. Im existentiellen Phänomen des Dankens liege eine Demut, die gerade nicht klein mache und herabdrücke, sondern die im Aufsprengen der Icheinsamkeit die Freude über das unzählbar Haltgebende, Helfende, Bergende und Einbettende in die für alle Menschen essentiellen Fäden der Angewiesenheit auf andere wecke. "Wir alle sind angewiesen auf andere – von den eigenen Eltern, Familien und Freunden über das Ärzteteam im Spital bis hin zu großen, überindividuellen Organisationen". Darüberhinaus sei die Haltung der Dankbarkeit jener Schlüssel, der – weit mehr als bloße Höflichkeit – eigentliche zwischenmenschliche Nähe und Begegnungen, getragen von Achtsamkeit und Anerkennung, erschließe, wie der Bischof am Diakonentreffen betonte.

Freitag, 9. Oktober 2015

Mit dem Katholischen Bildungswerk nach Jordanien

Katholisches Bildungswerk der Diözese Eisenstadt lädt vom 7. bis 14. Februar 2016 zur Kultur-, Erholungs-, und Glaubensreise mit dem Universitätslehrer und Autor, Diakon Paul F. Röttig, nach Jordanien – Anmeldeschluss ist der 31. Oktober 2015

Ob die weltweit einzigartigen antiken Ausgrabungsstätten der Felsenstadt Petra, der Zauber der Zitadellen von Amman, die malerischen Mosaike von Madaba oder das Tote Meer am tiefsten Punkt der Erde: Jordanien ist allemal eine Reise wert. Das Land, in dem sich der Geist der Weltgeschichte von den Griechen und Römer über Muslime und Kreuzritter bis in die Gegenwart hinein seine kulturell unvergleichlichen Ausprägungen und Fußspuren in den Zeitenfluss eingeschrieben hat, ist zugleich Heimat von spirituellen Kraftwerken des jüdischen und christlichen Glaubens: Am Berg Nebo etwa durfte Moses das dem Volk Israel verheißene Land ersehen, bevor er starb. Das Katholische Bildungswerk der Diözese Eisenstadt lädt nun zur Reise nach Jordanien.

Die Kultur-, Erholungs-, und Glaubensreise des Katholischen Bildungswerks findet von Sonntag, dem 7. Februar 2016, bis Sonntag, dem 14. Februar 2016, statt. Als Reisebegleiter wird der Universitätslehrer, Buchautor und internationale Unternehmensberater, Diakon Paul F. Röttig, fungieren. Anmeldeschluss für eine Reiseteilnahme ist der 31. Oktober 2015.

Mit einem Bustransfer geht es am Sonntagvormittag, 7.Februar 2016, vom Burgenland zum Flughaften Wien/Schwechat, von wo der Flieger mit geplanter Abflugzeit um 10.10 Uhr in Richtung der jordanischen Hauptstadt Amman abheben wird. Am Tag der Anreise findet am späteren Nachmittag eine gemeinsame Messfeier in einer Kirche in der Nähe des Hotels statt. Am darauffolgenden Tag steht vor allem eine Besichtigung von Amman mit ihrer weltberühmten Zitadelle sowie ein Ausflug zu den in der östlichen Wüste gelegenen Wüstenschlössern, errichtet aus blauschwarzem Basalt und freilich Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, am Programm.

Petra, auf Moses‘ Spuren und mit dem Jeep durchs Wüstental
Weitere Programmhighlights der Reise, bei der es neben geplanten gemeinsamen Schwerpunkten immer wieder auch Zeit für freie Gestaltungsmöglichkeiten geben wird, sind unter anderem eine Fahrt nach Madaba und ein Besuch am Berg Nebo, wo Moses das „Gelobte Land“ vor seinem Tod sehen durfte. Freilich wird die weltbekannte alte Nabatäer-Hauptstadt Petra, ein einzigartiges Kulturdenkmal, das seit 1985 UNESCO-Weltkulturerbe ist, besichtigt. Das Wüstental Wadi Rum mit seinen einmaligen Felsengebilden und Sanddünen wird dem Geländewagen durchfahren und am Toten Meer wird die Gruppe nächtigen und Gelegenheit zum Baden haben.

In die Reiseleistungen inkludiert sind unter anderem die Linienflüge, die Nächtigungen mit Frühstücksbuffet in 4- und 5-Sterne Hotels auf Basis von Doppelzimmern, fünf Abendessen in den Hotels, ein Abendessen in einem orientalischen Restaurant in Amman und ein Abendessen in einem Restaurant in der Felsenstadt Petra. Zudem sind die Busrundreise und die Eintrittsgebühren für die im Reiseprogramm vorgesehenen Destinationen, die Ausflüge und Besichtigungen, die Sonder-Jeeptour durch das Wüstental Wadi Rum, der Bustransfer Burgenland – Wien/Schwechat (und retour) sowie ein Insolvenzschutz im Pauschalpreis inbegriffen. Der Pauschalpreis pro Person beträgt 1.350 Euro, der Einbettzimmerzuschlag 280 Euro. Die Höchstteilnehmerzahl für die Reise liegt bei 25 Personen.

Nähere Informationen beim:
Katholischen Bildungswerk
der Diözese Eisenstadt
7000 Eisenstadt
St. Rouchs-Straße 21
T: 02682/777-281
E: kbw@martinus.at

Donnerstag, 8. Oktober 2015

30 Jahre Telefonseelsorge Burgenland

Unter der Notrufnummer 142 ist die auf ökumenischer Basis in Eisenstadt agierende TelefonSeelsorge Burgenland rund um die Uhr, an 356 Tagen im Jahr zum Nulltarif, absolut vertraulich und verschwiegen erreichbar – 70 Mitarbeiter widmen sich rund 33.000 Anrufen pro Jahr

Die TelefonSeelsorge Burgenland feiert ihr 30-jähriges Bestandsjubiläum. Was am 31. Oktober 1985 in Eisenstadt auf ökumenischer Basis der evangelischen und katholischen Kirche mit 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begann, ist längst als professionelles und nicht wegzudenkendes Beratungsangebot im Burgenland etabliert. Heute stehen rund 70 Beraterinnen und Berater zur Verfügung, die sich etwa 33.000 Anrufen pro Jahr widmen. Die Notrufnummer 142 ist an 365 Tagen im Jahr, und zwar rund um die Uhr, zum Nulltarif erreichbar, die Gespräche basieren auf den Grundsätzen Vertraulichkeit, Anonymität und Verschwiegenheit sowie der Offenheit und Wertschätzung allen Anrufenden gegenüber.

Anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums der TelefonSeelsorge und OnlineBeratung Burgenland findet am Freitag, dem 30. Oktober 2015, im Eisenstädter Haus der Begegnung von 9.30 bis 12.30 Uhr eine Festveranstaltung statt. Als Vortragende konnten der renommierte Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Prim. Dr. Gerhard Fruhwürth (Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt), und die ebenso erfahrene wie hochgeschätzte Psychotherapeutin und Diplomsupervisorin Eva Maria Melchart gewonnen werden. Beide werden die unschätzbare Bedeutung eines auf Vertrauen und Vertraulichkeit, auf Wertschätzung und vorurteilsfreie Offenheit basierenden Gesprächsangebots fachkundig zur Sprache bringen.

Bischof: TelefonSeelsorge als "Martinstat"
"Wo einem Menschen zugehört wird, wo ihm der Mantel des Zuspruchs sanft um die Schultern gelegt wird in einsamen Momenten, in denen ihm das Leben kalt entgegen bläst, dort findet ihrem tiefsten Wesen nach die christliche Tat des hl. Martin statt", so Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics, der den Verantwortlichen sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der TelefonSeelsorge und des OnlineDienstes herzlich dankte: "Indem Sie zuhören, geben Sie etwas von sich selbst und helfen dabei anderen, ein Stück weit ihr Kreuz zu tragen", würdigte der Bischof diesen seelsorglichen Dienst.

Superintendent: Beispielhaftes ökumenisches Miteinander
"Die TelefonSeelsorge steht allen zur Verfügung, die Probleme und Sorgen haben", sagte Manfred Koch, Superintendent der evangelischen Diözese Burgenland, der das seit 30 Jahren beispielhafte "ökumenischen Miteinander" des Beratungsangebots besonders hervorhob. Die TelefonSeelsorge ermögliche es, dass "Menschen in Not und Krisen einen Gesprächspartner finden, der ihnen wirklich zuhört und zur Verfügung steht, sie zum Leben ermutigt und ihnen so zur Bewältigung ihrer Situation hilft", ergänzte der Eisenstädter Altbischof Paul Iby. Und Bischof Zsifkovics fügte hinzu: "Hier findet echte Begegnung und Aussprache statt, hier werden Rat, Trost und Hilfe erfahrbar, sei es in den kleinen oder großen Sorgen des Alltags; sei es in schweren existentiellen Nöten oder dort, wo Menschen vom sozialen Kältetod bedroht sind."

Die Anruferinnen und Anrufer, die die Notrufnummer 142 wählen und Gesprächspartner in akuten Notlagen, Begleiter in schwierigen Lebenssituationen – auch über einen längeren Zeitraum hinweg – sowie vorurteilslose, verständnisvolle Zuhörer finden, kommen aus allen Gesellschafts-, Alters- und Berufsgruppen. Die am häufigsten genannten Themen sind Einsamkeit, psychische Störungen und Probleme sowie Beziehungsprobleme.

"Plötzlich läutete pausenlos das Telefon"
"Kurz nach der Jahrtausendwende veränderte sich die Klientel der TelefonSeelsorge. Kinder und Jugendliche, die sich bis dato nicht an uns gewandt hatten, meldeten sich auf einmal", berichtete Franziska Weidinger, seit 1999 Leiterin (seitens der katholischen Kirche) der TelefonSeelsorge und Onlineberatung der katholischen und evangelischen Kirche des Burgenlandes. Einen wesentlichen Grund sieht die ausgebildete Psychotherapeutin und langjährige ORF-Journalistin darin, dass "Kinder und Jugendliche plötzlich Besitzer von Handys geworden waren": "
Es läutete pausenlos, oft mehr als 100-mal am Tag." Neben der zu bewältigenden Quantität war für die Mitarbeiter der TelefonSeelsorge vor allem die Sensibilität für das "Dahinter" der jugendlichen Sprache besonders herausfordernd.

Alle Berater der TelefonSeelsorge durchlaufen nach einem Bewerbungsverfahren eine neun Monate dauernde, 160 Stunden umfassende Ausbildung in psychotherapeutischer Gesprächsführung. Sie leisten ihren Dienst ehrenamtlich, arbeiten im Verborgenen, da sie über ihre Tätigkeit in der Öffentlichkeit nicht sprechen dürfen, und vollbringen damit einen Dienst am Not leidenden Nächste, der ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Belastbarkeit, Reflexionsfähigkeit und psychische Stabilität voraussetzt.

"Bei Tag und Nacht mit voller Präsenz engagiert"
Petra Lunzer, die seitens der evangelischen Kirche die Leitung der TelefonSeelsorge und OnlineBeratung Burgenland inne hat: "Am meisten beeindruckt mich, mit welch intensivem persönlichen Zeit- und Energieeinsatz unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagiert und tätig sind. Ob bei Tag oder bei Nacht – hier bringen sich Menschen mit all ihrer Präsenz, ihrem Mitgefühl und ihrer großen Offenheit in der Begegnung von Mensch zu Mensch ein. Und das über viele, viele Jahre hinweg in großer Bescheidenheit und Einsatzfreude." Unter den zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im September für ihr Engagement gewürdigt wurden, sind "so viele liebevolle Menschen, die seit 30 Jahren – also seit Beginn! –, seit 25 oder 15 Jahren ihren Dienst am Telefon bzw. seit 2006 auch online versehen, was gerade angesichts der heutigen beruflichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Anforderungen höchst beeindruckend ist. Davor habe ich tiefen Respekt und Anerkennung", betonte Lunzer.

Zu Beginn der TelefonSeelsorge Burgenland war der Dienst nur von 8 bis 12 und von 17 bis 23 Uhr erreichbar, und zwar zunächst kostenpflichtig unter der Telefonnummer 02682/1770. Montagabend wurde zudem Beratung in kroatischer Sprache angeboten. Seit 1.April 1999 ist die TelefonSeelsorge Burgenland mit der offiziellen Notrufnummer 142 rund um die Uhr und zum Nulltarif erreichbar. Seit Dezember 2006 wird neben der Telefonberatung auch eine Onlineberatung angeboten. Insgesamt engagieren sich in der TelefonSeelsorge drei hauptamtliche und rund 70 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Regelmäßige Supervisionen und Fortbildungen unterstützen die Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit.

Die TelefonSeelsorge Burgenland nahm am 1.Oktober 1985 mit damals 20 Mitarbeitern ihren Dienst auf. In diesem Jahr gab es 227 Anrufer, im folgenden bereits 920 und ab 1987 immer über 1.000 Anrufe. Die 10.000-Marke wurde im Jahr 2002 mit 11.602 Anrufen übersprungen, im Jahr 2008 waren es 27.622, im Folgejahr 26.263 Anrufe. Im Jahr 2014 wurde mehr als 33.000 Mal die Nummer 142 im Burgenland gewählt.
44 Prozent aller Themen entfallen auf persönliche Probleme wie Einsamkeit, physische und /oder psychische Krankheiten, Trauer und ähnliches mehr. 31 Prozent lassen sich in die Kategorie soziales Umfeld einordnen, also etwa materielle bzw. finanzielle Fragen, Probleme in der Arbeitswelt, Schule oder Fachauskünfte. Beziehungsprobleme in der Partnerschaft und/oder Familie machen etwa 17 Prozent der Anrufmotive aus, weitere sieben Prozent entfallen auf Suchterkrankungen und rund ein Prozent auf Suizidabsichten.
In Österreich wurde die erste TelefonSeelsorge-Stelle 1966 in Linz gegründet, ein Jahr später folgten Wien und im Anschluss die weiteren Bundesländer. In jeder österreichischen Landeshauptstadt gibt es eine TelefonSeelsorge-Stelle mit drei bis fünf hauptamtlichen sowie je rund 70 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Ausnahme ist Wien mit rund 150 Ehrenamtlichen. Die TelefonSeelsorge wird in Österreich zumeist von kirchlichen Stellen getragen, und zwar auf ökumenischer Basis. Weltweit hat die TelefonSeelsorge mehr als 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einzelnen Stellen sind im internationalen Dachverband IFOTES (International Federation of Telephonic Emergency Services) gebündelt, der alle zwei bis drei Jahre einen Fachkongress mit 900 bis 1.000 Teilnehmern veranstaltet. Österreich war im Jahr 2010 Gastgeberland einer solchen Tagung.





Montag, 5. Oktober 2015

Katholische Arbeitnehmer für menschenwürdige Arbeit

Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober – Katholische Arbeitnehmer/innenbewegung: "Gute Arbeit" garantiert Würde des Menschen, sorgt für gerechtes, existenzsicherndes Einkommen und trägt Verantwortung für die Umwelt

Die Katholische Arbeitnehmer/innenbewegung (KAB) der Diözese Eisenstadt unterstützt den Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober. Die KAB wird an dem seit 2008 begangenen Aktionstag für menschenwürdige Arbeitsbedingungen Karten verteilen, die zur Bewusstseinssensibilisierung für das Menschenrecht auf Arbeit, das Teil des grundlegenden Kanons der katholischen Sozialethik ist, beitragen sollen. Die zentrale Forderung: "Der Mensch muss im Mittelpunkt der Arbeitswelt stehen!"

Menschenwürdige Arbeit: Grundpfeiler katholischer Sozialethik
"Aus christlicher Sicht ist das Menschenrecht auf Arbeit unmittelbarer Ausdruck der Menschenwürde", heißt es in der epochemachenden Pastoralkonstitution "Gaudium et Spes" des Zweiten Vatikanischen Konzils, das den unbedingten Primat der Menschlichkeit vor allem ökonomischen Kalkül postuliert, wie gerade Papst Franziskus unermüdlich betont: Die Wirtschaft müsse dem Menschen dienen, und nicht dürfe der Mensch für ein Streben nach Profitmaximierung instrumentalisiert werden und unter die Räder eines entfesselten Kapitalismus geraten.

"Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen! Gute Arbeit hat zur Voraussetzung, dass hergestellte Produkte und Dienstleitungen dem Leben der Menschen nützen, dass Arbeitsverhältnisse durch materielle und soziale Sicherheiten ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, dass Arbeit und Güter gerecht verteilt werden", so Diözesanseelsorger Ernst Pöschl von der Katholischen Arbeitnehmer/innenbewegung der Diözese Eisenstadt.

"Gute Arbeit" erfülle adäquate Gesundheitsstandards und Ruhephasen, faire Wahlmöglichkeiten und Aufstiegschancen, die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt und ermögliche Mitbestimmung und Mitverantwortung am Arbeitsplatz sowie deren Wertschätzung. Mobbing, die Behinderung von persönlichen Fähigkeiten, die Verletzung des Nachhaltigkeitsprinzip in Arbeitsprozessen sowie Verletzungen des Rechts auf Arbeit und auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle Menschen seien einer "guten Arbeit" diametral entgegengesetzt.

"Gute Arbeit": sozialverträglich und familienfreundlich
Die KAB sensibilisiert außerdem für problematische Tendenzen einer Entgrenzung der Arbeitszeit, wie dies vor allem durch die Digitalisierung von Arbeits- und Lebensbereichen dynamisiert wird: In diesen Kontext gehört etwa das zunehmende Verschwimmen der Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben und damit verbundene Gefahren einer Gleichgewichtsstörung zwischen Arbeits- und Ruhephasen. Eine menschengerechte Gestaltung von Arbeit muss aus Sicht der KAB Kriterien der Sozialverträglichkeit und Familienfreundlichkeit erfüllen. Zur Diskussion werden Maßnahmen wie kollektive Arbeitszeitverkürzung, Arbeitsumverteilung und Zeitsouveränität in den Raum gestellt. Denn der Abbau von Arbeitslosigkeit und die faire Verteilung des Erwerbsarbeitsvolumens seien zwei Seiten ein und derselben Medaille, so die KAB.Neben der zentralen Forderung nach "guter Arbeit" stellt die KAB eine kollektive Arbeitszeitverkürzung

1,52 Milliarden in prekären Arbeitsverhältnissen
So macht auch die KAB auf weltweit zunehmend prekäre Arbeitsverhältnisse aufmerksam: 1,52 Milliarden Menschen leben in solchen prekären Beschäftigungsverhältnissen, bei denen das Einkommen aus der Erwerbstätigkeit nicht mit den steigenden Lebenshaltungskosten mithalten kann. Laut Internationalem Gewerkschaftsbund (IGB), der den Aktionstag ins Leben gerufen hat, gibt es weltweit rund 200 Millionen arbeitslose Menschen und 900 Millionen, die in bitterer Armut leben. Der Welttag für menschenwürdige Arbeit setzt sich vor allem für ein Verbot der Kinderarbeit, Maßnahmen zu einem Entgegenwirken gegen Benachteiligungen von Frauen am Arbeitsplatz bzw. für eine Gleichstellung, für hinreichenden Arbeitsschutz von Beschäftigten und deren angemessene soziale Sicherung sowie für den Schutz der Umwelt bzw. die Schaffung von "grünen" und menschenwürdigen Arbeitsplätzen ein.

So kommt eine vom Millennium Institute durchgeführte wirtschaftliche Studie zu dem Schluss, dass bei einer Investition von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die grüne Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren bis zu 48 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Angesichts von 1,8 Milliarden Menschen, die aller Voraussicht nach bis 2025 unter Wasserknappheit leiden werden, angesichts von prognostizierten 200 Millionen Klimamigranten bis zum Jahr 2050, erscheinen Weichenstellungen für eine Wirtschaft mit nachhaltiger Produktion und sauberen Technologien bei einhergehender Wahrung von sozialer Gerechtigkeit, sozialer Sicherung und menschenwürdiger Arbeit ein Notwendendes und Notwendiges.

Globaler Rechtsindex zeigt erschütterte Arbeitsbedingungen
In jedem Fall müsse, so die Katholische Arbeitnehmer/innenbewegung, dem inhumanem Wettbewerb im gegenseitigen Sich-Unterbieten von Sozialstandards, aber auch von ökologischen Richtlinien in der Arbeitswelt Einhalt geboten werden. Dem diesjährigen globalen Rechtsindex des IGB zufolge verweigern 52 Prozent der insgesamt 141, zwischen April 2014 und März 2015 analysierten Länder Beschäftigten den Zugang zu rechtsstaatlichen Verfahren. 60 Prozent der Länder weltweit verweigern demnach Beschäftigten Tarifverhandlungen, in 70 Prozent der Länder gibt es keine Streikrechte, in 58 Prozent keinen Zugang für Beschäftigte zum Arbeitsrecht. Unter den "zehn schlimmsten Ländern der Welt für erwerbstätige Menschen" (Globaler Rechtsindex des IGB 2015) befinden sich neben Weißrussland, China, Kolumbien, Ägypten, Guatemala, Pakistan, Saudi-Arabien, Swasiland und den Vereinigten Arabischen Emiraten angesichts von Zwangsarbeit und dem Ausschluss von Wanderarbeitskräften vom Arbeitsrecht auch das Austragungsland der Fußball-WM 2022, nämlich Katar.

Hauskirchenheft lädt ein zum "Weihnachten-Feiern"

Textheft mit dem Titel "Weihnachten feiern" bietet Anregungen, Einladungen, Vorschläge und Hilfen für die Feier der Hauskirche in der Advent- und Weihnachtszeit und ist ab sofort beim Pastoralamt der Diözese Eisenstadt erhältlich

Das von der Diözese Graz-Seckau herausgegebene Hauskirchenheft "Weihnachten feiern" mit Anregungen für die Feier der Hauskirche in der Advent- und Weihnachtszeit ist ab sofort beim Pastoralamt der Diözese Eisenstadt verfügbar. "Dieses Hauskirchenheft lädt ein, sich Zeit zu nehmen und dem christlichen Glauben nachzuspüren. Es lädt ein, die vier Wochen vor Weihnachten und die Weihnachtsfeiertage besinnlich zu gestalten. Es bietet Vorschläge, die Hilfe sein können für das Gebet", so der Pastoralamtsleiter der Diözese Graz-Seckau, Karl Veitschegger.

Das Hauskirchenheft enthält Feiervorschläge für jede Woche im Advent und für ausgewählte Feisttage der Weihnachtszeit. Zudem erzählen Menschen unterschiedlichen Alters, von der achtjährigen Hannah über die 22-jährige, in der Obdachlosenhilfe engagierte Studentin Katja bis zur 51-jährigen Ordensfrau Sr. Maria und dem 87-jährigen, in einem Seniorenheim lebenden Karl, ihr ganz persönliches Feiern von Weihnachten. "Jede und jeder verbindet mit Weihnachten etwas anderes: Kerzenschein, Weihnachtskekse, Krippe, Christbaum, Familie, Singen usw.", so der Pastoralamtsleiter.

Zu einer Feier gehört ein bewusst gewählter Ort, dessen Mittelpunkt etwa der Adventkranz oder eine Krippe sein kann. "Jede Feier muss gut vorbereitet sein", heißt es in dem Heft, das Text- und Liedvorschläge anbietet, Hinführendes zum Bedeutungshorizont der jeweiligen Feier in der Advent- und Weihnachtszeit, die entsprechenden Bibelstellen, Gedanken für die Sammlung und Vorschläge für Gebete enthält.

Der Verkaufspreis für ein einzelnes Hauskirchenheft beträgt 1,50 Euro, ab fünf Stück wird ein Staffelpreis von jeweils 1,30 Euro, ab 20 Stück von je 1,20 Euro und ab 100 Stück von jeweils 1,10 Euro angeboten. Bestellungen werden auf postalischem Weg an das Pastoralamt der Diözese Eisenstadt, St. Rochus-Straße 21, 7000 Eisenstadt, aber auch per E-Mail an christina.koenig@martinus.at oder christine.heuduschits@martinus.at oder telefonisch unter 02682/777-241 oder -242 entgegengenommen.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Europabischof mahnt mehr Solidarität auf EU-Ebene ein

© kathbild.at / Franz Josef Rupprecht
01. Oktober 2015
Europa / Flüchtlinge / Europabischof / Zsifkovics / Kreta / Orthodoxe Kirche

Bischof Zsifkovics bei Lokalaugenschein sozialer Hotspots auf Kreta: „Die Not schutzsuchender Menschen auf der Flucht muss alle angehen“ – Es brauche eine gemeinsame, solidarische europäische Flüchtlingspolitik, um einerseits Überforderungen, andererseits Anfeindungen gegenüber Flüchtlingen entgegenzuwirken


„Es braucht mehr Solidarität innerhalb der Europäischen Union, eine Rückbesinnung auf den Geist des europäischen Miteinander und mehr Verantwortungsbewusstsein für ein Friedens- und Solidarprojekt, das in der Flüchtlingskrise seinen Lackmustest hat“: Das betonte Europabischof Ägidius J. Zsifkovics, der gemeinsam mit dem griechisch-orthodoxen Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis, einen Lokalaugenschein zu sozialen und karitativen Einrichtungen auf Kreta und dessen Flüchtlings-Hotspots unternahm. Die Flüchtlingskrise sei eine europäische Herausforderung, die nur durch eine gemeinsame europäische Lösung bewältigt werden könne.

 „Europa darf Seele nicht verlieren“
„Die Not schutzsuchender Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror, Verfolgung und Gewalt muss alle in Europa angehen“, so der Europabischof, der ausdrücklich vor einem Abstreifen und Abschieben von Verantwortung mit Blick auf die Flüchtlingsfrage warnte. Solidarität und Hilfsbereitschaft mit Flüchtlingen sei ein unerlässlicher und unhintergehbarer Teil eines sich als Wertegemeinschaft verstehenden Europa. „Wenn wir in dieser Frage scheitern, scheitert der europäische Geist, und Europa verliert seine Seele“, mahnte Bischof Zsifkovics, auf dessen Initiative in der kleinen Diözese Eisenstadt 200 Betreuungsplätze für Flüchtlinge sowie zusätzlich 700 Notquartiere geschaffen wurden.

Ein Frauenkloster zeigt, wie es geht
Die Flüchtlingsfrage als das aktuell wohl dringendste europäische Thema ist in der Diözese Eisenstadt ebenso präsent und brisant wie auf Kreta. Auf der größten griechischen Insel unternahm der Europabischof zudem Lokalaugenscheine zu sozialen und karitativen Hotspots, etwa zum Frauenkloster Kalyviani, das mit ebenso viel Engagement und Professionalität sowohl ein Waisenheim für Mädchen als auch ein Altersheim führt. Hier werde auf großartige Weise gezeigt, „wie es gehen kann, wenn eine aus christlichem Selbst- und Solidarverständnis geleitete Vernunft des Herzens federführend ist“, zeigte sich Bischof Zsifkovics beeindruckt. Das Kloster mache eindrucksvoll deutlich, dass sich Spiritualität und konkretes gesellschaftspolitisches, mitmenschliches Engagement  wechselseitig befruchten können: Denn Sonntag für Sonntag kommen weit mehr als 1.000 Menschen, um an der hl. Messe an diesem geistlichen Zentrum teilzunehmen – ein Zentrum, das zugleich 30 hauptamtliche Sozialarbeiter, Psychologen und weitere Fachkräfte für die karitative und Sozialarbeit beschäftigt und die dafür monatlich notwendigen Personalkosten von rund 70.000 Euro aus eigener Kraftanstrengung aufzubringen weiß.

Christliche Grundhaltung statt Klima der Angst
Der Bischof der Diözese Eisenstadt forderte zudem mehr Fairness hinsichtlich der Verteilung von Flüchtlingen und zugleich die Etablierung einheitlicher humaner Asystandards, die der Würde schutzbedürftiger Menschen tatsächlich entsprechen. Die Frage der Aufnahme von Flüchtlingen dürfe weder in den Sog einer wirklichkeitsfremden Emotionalität, die faktische Herausforderungen und Kraftanstrengungen zu übertünchen und schönzufärben geneigt sei, noch in Fahrwässer von inhumaner, einer christlichen Grundhaltung gänzlich entgegengesetzten Anfeindungen und Fremdenfeindlichkeit hineingezogen werden. „Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Klima der Angst, das zum Nährboden für Hass und Hetze werden kann, uns die Mitmenschlichkeit nimmt“, stellte Bischof Zsifkovics klar.

Die Chance in der Krise
Der derzeitige Ist-Zustand Europas im Umgang mit der Flüchtlingsfrage bedürfe jedenfalls einer dringlichen Korrektur: „So wie bislang kann es nicht einfach weitergehen. Wir brauchen eine systematische europäische Lösung, die nur dann nachhaltig auf den Weg gebracht werden kann, wenn das Wertefundament Europas ernst genommen und gelebt wird.“ Wenn dies gelinge, könne die Krise selbst zur Chance werden, an einem humanen Europa zu bauen, in dem Solidarität und der urchristliche Dienst am Nächsten nicht zur Worthülse, zur Makulatur einer Marketingblase verkomme, sondern den eigentlichen Kern für die Organisation des europäischen Gemeinwohls bilde.

Egoismen und Schrebergartenenge durchbrechen
Die Forderung nach mehr europäischer Solidarität wurden auch vom Oberhaupt der halb-autonomen orthodoxen Kirche auf Kreta, Erzbischof Irinaios von Heraklion, sowie dem griechisch-orthodoxen Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis, aufgegriffen: Eogismen, Tendenzen des Trittbrettfahrens und des Einigelns in eine empathielose Schrebergartenenge müsse durch ein Netzwerk der Nächstenliebe durchbrochen werden. „Gerade in Griechenland zeigt sich in der Krise ein starkes soziales Netz, in das sich die Kirche mit all ihren Mitteln und Möglichkeiten für die von der Wirtschaftslage teils arg gebeutelten Menschen einsetzt“, so Metropolit Arsenios.

„Europa muss zusammenrücken“
Eine hartnäckig sich haltende, nichtsdestotrotz falsche Mär sei die Rede vom vermeintlichen „Reichtum“ der orthodoxen Kirche in Griechenland. „In Wahrheit haben die Diözesen vor geraumer Zeit ihren Grundbesitz an den Staat abgegeben, der wiederum die Besoldung der Priester und Diakone übernahm. Unter dem Spardiktat bewilligt die Regierung nur noch einen Neupriester pro Diözese und Jahr, der Bedarf ist jedoch angesichts zahlreicher anstehender Pensionierungen viel größer“ informierte Erzbischof Irinaios, der Metropolit von Heraklion. Gerade einmal 600 Euro betrage das Monatsgehalt eines Neupriesters, der zudem eine Familie mit Frau und Kindern zu erhalten habe. „Ob in der Flüchtlingsfrage oder in anderen sozialen Notsituationen: Europa muss zusammenrücken und sich gemeinsam, mit- und füreinander seiner Probleme stellen“, betonten Metropolit Arsenios und Diözesanbischof Zsifkovics im Einklang.

Bischof Zsifkovics auf Kreta: Offene Arme und Dank für orthodoxes Kloster

© kathbild.at / Franz Josef Rupprecht
Ökumene / Kreta / griechisch-orthodoxe Kirche / Bischof / Zsifkovics
Erzbischof Irinaios von Heraklion: Dank für das „große und symbolbehaftete Geschenk des Grundstücks für ein orthodoxes Kloster in St. Andrä am Zicksee“ – Eisenstädter Diözesanbischof Zsifkovics betonte auf Kreta die Bedeutung des ökumenischen Dialogs und Brückenbaus

Mit offenen Armen, einer überwältigenden Gastfreundschaft und Herzlichkeit wurde eine Gruppe burgenländischer Pilger, angeführt vom Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics und begleitet vom griechisch-orthodoxen Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis, von der griechisch-orthodoxen Kirche auf Kreta empfangen. Der offenherzigen Begegnung auf der größten griechischen Insel ging die Initiative von Bischof Zsifkovics, ein Stück Land in der Diözese für das erste orthodoxe Kloster in Österreich zur Verfügung zu stellen, voraus: ein Akt von weltkirchlicher Bedeutung im Zeichen des ökumenischen Brückenbaus, wie Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche die „Martinstat“ des Bischofs würdigten.

Wie der „martinus“, die Kirchenzeitung der Diözese Eisenstadt in seiner kommenden Ausgabe berichtet, dankte der Erzbischof der Insel und Metropolit von Heraklion, Irinaios Athanasiadis, dem Eisenstädter Diözesanbischof „im Namen der Kirche Kretas für das große und symbolbehaftete Geschenk des Grundstückes für ein orthodoxes Kloster in St. Andrä am Zicksee“. Besonders anerkennende Worte fand das Oberhaupt der halb-autonomen orthodoxen Kirche auf Kreta für die in Österreich bestehende „gut funktionierende Gemeinschaft zwischen orthodoxen und katholischen Christen“.

Besondere Freundschaft
Diözesanbischof Zsifkovics wiederum betonte die besondere Freundschaft, die ihn mit dem griechisch-orthodoxen Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis, verbinde: In ihm habe er einen „kostbaren Bruder und wertvollen Freund“ gefunden, ähnlich wie Papst Franziskus im Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., auf weltkirchlicher Ebene. Bischof Zsifkovics machte in der herzlichen Begegnung mit Erzbischof Irinaios auch auf eine kalendarische Verbundenheit zwischen dem Erzbistum der Mittelmeerinsel und der Martinsdiözese aufmerksam: Sowohl der Patron von Heraklion, der hl. Minas, als auch der Patron der Diözese Eisenstadt, der hl. Martin, werden am 11. November gefeiert.

Die große Wertschätzung für die Wegbereitung des geplanten ersten orthodoxen Klosters in Österreich kam Bischof Zsifkovics auch in der Begegnung mit der Mönchsgemeinschaft von Epanosifi, der Metropolit Arsenios selbst ebenfalls angehört, entgegen. Der hiesige Abt Bartholomaios sicherten im Gespräch mit dem Eisenstädter Diözesanbischof die geistliche und finanzielle Unterstützung des Klosters in St. Andrä am Zicksee zu. Die Türöffnerfunktion von Bischof Zsifkovics und seine Zurverfügungstellung eines Grundstücks für das zu errichtende Kloster im Burgenland werde „in der ganzen orthodoxen Welt“ anerkennend wahrgenommen, so der Abt.

Quinquennium: Bischof mit „Spürnase“
Der vorletzte Tag der Kreta-Reise fiel mit dem Quinquennium, dem 5. Jahrestag der Bischofsweihe von Ägidius J. Zsifkovics, zusammen, das der Bischof gemeinsam mit den Mitreisenden aus dem Burgenland und den griechischen Freunden mit einer Dankmesse in der katholischen Kirche von Rethymnon feierte. Auch der örtliche griechisch-orthodoxe Metropolit Eugenios nahm an der Dankesfeier teil. Eine „Spürnase“ für das zu haben, was die Kirche im Hier und Heute am dringendsten brauche, sei die zentrale Herausforderung seines Amtes, zitierte die Kirchenzeitung „martinus“ den Diözesanbischof. Er sei dankbar dafür, dass so viele helfende Hände und hingebende Herzen das Unterwegssein seines Hirtendienstes begleiten und mittragen. Zudem wolle er jenen „einladend, ermutigend und einfühlsam nachgehen“, denen „auf dem Weg die Luft ausgegangen ist“, so der Bischof anlässlich seines Quinquenniums.

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