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Diözese Eisenstadt - Aktuell

Mittwoch, 25. Februar 2015

Bischöfliche Visitation und Firmung - Termine 2015

Die Pfarren der Dekanate Mattersburg und Großwarasdorf werden in diesem Jahr von Bischof Ägidius J. Zsifkovics visitiert. Im Rahmen der Visitationen wird der Diözesan-
bischof auch das Sakrament der Firmung spenden. Beginn der Gottesdienste ist jeweils um 09.00 Uhr. 

Dekanat Mattersburg
  • Draßburg: Samstag, 21. Feber 2015 
  • Baumgarten: Sonntag, 22. Feber 2015 
  • Antau: Samstag, 28. Feber 2015 
  • Krensdorf: Sonntag, 1. März 2015 
  • Marz: Samstag, 7. März 2015 
  • Pöttsching: Sonntag, 8. März 2015 
  • Rohrbach b. M.: Samstag, 14. März 2015 
  • Mattersburg: Sonntag, 15. März 2015 
  • Forchtenstein: Samstag, 21. März 2015 
  • Walbersdorf: Sonntag, 22. März 2015 
  • Schattendorf: Samstag, 28. März 2015 
  • Sigleß: Montag, 6. April 2015 
  • Wiesen: Samstag, 11. April 2015 (Firmspender: Altbischof Iby)
  • Kleinfrauenhaid: Sonntag, 12. April 2015 
  • Bad Sauerbrunn: Samstag, 18. April 2015 
  • Sieggraben: Freitag, 1. Mai 2015 
  • Neudörfl a. d. L.: Samstag, 2. Mai 2015 
  • Hirm: 9. Mai 2015 

Dekanat Großwarasdorf 
  • Frankenau: Sonntag, 10. Mai 2015 (nur Visitation!)
  • Kleinwarasdorf: Donnerstag, 14. Mai 2015 (nur Visitation!)
  • Nikitsch: Sonntag, 17. Mai 2015 (Firmung mit TV-Übertragung - 11.00 Uhr)  
  • Kroatisch Geresdorf: Samstag, 30. Mai 2015 (nur Visitation!)
  • Lutzmannsburg: Samstag, 30. Mai 2015 (Visitation und Firmung - 15.00 Uhr)
  • Großwarasdorf: Sonntag, 31. Mai 2015 (nur Visitation!) 
  • Nebersdorf: Sonntag, 31. Mai 2015 (nur Visitation! Beginn 14.30 Uhr)
  • Unterpullendorf: Samstag, 13. Juni 2015 (nur Visitation!)
  • Nikitsch: Samstag, 13. Juni 2015 (nur Visitation!)
  • Kroatisch Minihof: Sonntag, 14. Juni 2015 (nur Visitation!) 

Die Termine der übrigen Dekanate:                           



Dekanat Frauenkirchen
  • Andau: 2. Mai 2015 , Abt Johannes Gartner, Seitenstetten
  • Apetlon: 14. Juni 2015, Altbischof Iby 
  • Frauenkirchen: 23. Mai 2015, P. Anton Bruck OFM
  • Gols: 24. Mai 2015, BV Dariusz Schutzki CR
  • Halbturn: 31. Mai 2015, Kan. Wüger 
  • Illmitz: 25. Mai 2015, Kan. Korpitsch 
  • Mönchhof: 6. Juni 2015, Abt Heim OCist 
  • Pamhagen: 19. April 2015, Weihbischof Scharl 
  • Podersdorf a. S.: 7. Juni 2015, Abt Heim OCist 
  • St. Andrä a. Z.: 20. Juni 2015, Diözesanbischof Zsifkovics 
  • Tadten: 23. Mai 2015, Kan. Pál 
  • Wallern: 18. April 2015, Weihbischof Scharl 

Dekanat Eisenstadt
  • Eisenstadt-Dom: 24. Mai 2015, Diözesanbischof Zsifkovics
  • Eisenstadt-Kleinhöflein: 1. Mai 2015, Altbischof Iby 
  • Eisenstadt-Oberberg: 25. Mai 2015, Altbischof Iby 
  • Eisenstadt-St. Georgen: 14. Mai 2015, Kan. Korpitsch 
  • Großhöflein: 3. Mai 2015, Altbischof Iby 
  • Hornstein: 31. Mai 2015, Altbischof Iby 
  • Leithaprodersdorf: 5. September 2015, Kan. Korpitsch 
  • Loretto: 12. September 2015, Altbischof Iby 
  • Müllendorf: 17. Mai 2015, Altbischof Iby 
  • Neufeld a. d. L.: 23. Mai 2015, Kreisdechant Ringhofer 
  • Steinbrunn: 31. Mai 2015, Kan. Vukits 
  • Stotzing: in Loretto 
  • Wimpassing: 30. Mai 2015, Kreisdechant Ringhofer 
  • Zillingtal: in Steinbrunn 

Dekanat Oberpullendorf
  • Draßmarkt: 14. Juni 2015, Bischof Ezeokafor, Awka 
  • Kaisersdorf: 24. Mai 2015, Bischof Jan Kopiek, Polen 
  • Klostermarienberg: 30. Mai 2015, Abt Matthäus Nimmervoll OCist, Lilienfeld
  • Kogl: in Pilgersdorf 
  • Landsee: in Neutal 
  • Lockenhaus: 10. Mai, Abt Jung, Schotten-Wien 
  • Mannersdorf a. d. R.: in Rattersdorf 
  • Markt St. Martin: in Neutal 
  • Mitterpullendorf: in Oberpullendorf 
  • Neutal: 30. Mai 2015, Altbischof Iby 
  • Oberloisdorf: in Steinberg 
  • Oberpullendorf: 24. Mai 2015, P. Lorenz Voitz CSsR 
  • Oberrabnitz: in Draßmarkt 
  • Pilgersdorf: 24. Mai 2015, Kan. Korpitsch 
  • Piringsdorf: 17. Mai 2015, Kan. Korpitsch 
  • Rattersdorf: 16. Mai 2015, Bischof Ivan Milovan, Porec-Pula 
  • Steinberg a. d. R.: 6. Juni 2015, Kan. Pál 
  • Stoob: 25. Mai 2015, P. Lorenz Voith CSsR 
  • Unterrabnitz: 10. Mai 2015, Kan. Korpitsch 

Dekanat Rechnitz
  • Dürnbach: 16. Mai 2015, Kan. Krojer 
  • Großpetersdorf: 12. April 2015, Altbischof Iby 
  • Hannersdorf: 16. Mai 2015, Kreisdechant Pratl 
  • Jabing: 26. April 2015, Altbischof Iby 
  • Kirchfidisch: 17. Mai 2015, Kreisdechant Pratl 
  • Markt Neuhodis: 16. Mai 2015, Kan. Wüger 
  • Mischendorf: 16. Mai 2015, Kreisdechant Pratl 
  • Neumarkt i. T.: 18. April 2015, Kan. Korpitsch 
  • Oberkohlstätten: 18. April 2015, Kan. Korpitsch 
  • Rechnitz: 9. Mai 2015, Kan. Wüger 
  • Schachendorf: in Dürnbach
  • Schandorf: in Dürnbach 
  • Stadtschlaining: 19. April 2015, Altbischof Iby 
  • Weiden b. R.: 30. Mai 2015, Kan. Vukits 

Jährliche Firmungen
  • Neusiedl a. S: 30. Mai 2015, Kan. Korpitsch 
  • Deutschkreutz: 21. Juni 2015, Diözesanbischof Zsifkovics 
  • Pinkafeld: 2. Mai 2015, Weihbischof Scharl 
  • Oberwart: 25. Mai 2015, Diözesanbischof Zsifkovics 
  • Güssing: 24. Mai 2015, Altbischof Iby 
  • Jennersdorf: 9. Mai 2015, Altbischof Iby 

Freitag, 20. Februar 2015

Ein besonderes Geschenk für Papst Franziskus

Pilgerreise Rom 2015
(c) L´Osservatore Romano
Bischof Ägidius Zsifkovics überreichte Papst Franziskus ein besonders gestaltetes ökumenisches Kreuz – Papst gibt Segen für Orthodoxes Kloster als "Zeichen der Hoffnung"

Rom/Eisenstadt/St. Andrä am Zicksee – Im Rahmen der vor kurzem zu Ende gegangenen Pilgerfahrt der Diözese Eisenstadt nach Rom dankte Papst Franziskus persönlich dem Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics für die Ermöglichung der Gründung des ersten orthodoxen Klosters Österreichs in St. Andrä am Zicksee. Bischof Zsifkovics überreichte im Gegenzug Papst Franziskus ein besonders gestaltetes Bild in Kreuzesform, das Werden und Weg des orthodoxen Klosters als Zeichen lebendiger Ökumene zeigt.

Papst Franziskus zeigte sich sichtlich erfreut über das Geschenk, legte die Hand segnend auf die symbolische Darstellung des Klosters und sprach ein Gebet für dieses "Zeichen der Hoffnung" für die christliche Einheit. Dabei sicherte der Papst Bischof Zsifkovics und den orthodoxen Christen in Österreich weiterhin sein Gebet und seine Unterstützung zu. Im weltweiten ökumenischen Dialog ist das Projekt von einzigartiger Bedeutung und ein konkreter Schritt auf dem Weg zur Einheit mit den orthodoxen Christen.

Die Diözese Eisenstadt hatte im vergangenen Jahr ein Grundstück in St. Andrä am Zicksee an die Orthodoxe Kirche in Österreich gestiftet. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hat am 10. November 2014 gemeinsam mit Bischof Zsifkovics das Grundstück gesegnet. Beim Martinsfest am Tag darauf verlas der "Ökumeneminister" des Vatikans, Kardinal Kurt Koch, im Eisenstädter Martinsdom ein Schreiben von Papst Franziskus. Der Pontifex dankte darin Bischof Zsifkovics für dieses Zeichen gelebter Ökumene und spendete den Gläubigen von St. Andrä am Zicksee seinen Apostolischen Segen. Nun befindet sich das Kloster im Planungsstadium, parallel dazu laufen die für die bauliche Umwidmung des Grundstücks erforderlichen Behördengespräche.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Verhüllung von Glaubenszeichen wird fortgesetzt

Kreuzverhüllung im Martinsdom
Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics verhüllt das große Kreuz im Martinsdom als Auftakt für landesweite Verhüllungen christlicher Symbole - Verhüllungsaktion der Diözese findet mit dem diesjährigen Thema "Liebe" ihren Höhepunkt.

Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics hat am Mittwoch (18.02.2015) das große Kreuz im Eisenstädter Martinsdom verhüllt. Der Bischof gab damit den diesjährigen Auftakt für die Verhüllung christlicher Glaubenszeichen, der sich wie im Vorjahr zahlreiche Pfarren im ganzen Burgenland anschließen dürften. Im Raum Eisenstadt wird u.a. die leuchtend gelbe Verhüllung der Turmfenster des Martinsdoms weithin sichtbares Zeichen der Aktion sein. Die Verhüllung des Kreuzes im Dom fand im Rahmen einer Wort-Gottes-Feier mit Austeilung des Aschenkreuzes für MitarbeiterInnen der Diözese statt.

Wie bereits im Vorjahr folgte Bischof Zsifkovics mit der Verhüllung des Kreuzes in der Kathedralkirche der Diözese einem uralten, in jüngerer Zeit verloren gegangenen christlichen Brauch: der Verhängung des Altarraumes bereits am Aschermittwoch mit einem farbenfroh gestalteten Tuch. Das leuchtende Tuch im Eisenstädter Dom trägt die Aufschrift "Glaube. Hoffnung. Liebe". Bischof Zsifkovics dazu: "Glaube, Hoffnung und Liebe sind die Kriterien, die uns Christen mitgegeben sind, damit wir in Gemeinschaft mit Gott und unseren Mitmenschen bleiben. Jesus hat zwar jeden Einzelnen von uns gerettet - aber jeden als Teil des ganzen Gottesvolkes. Das christliche Heil ist daher keine Privatangelegenheit, sondern inkludiert die Verpflichtung zur Nächstenliebe. Darauf wollen wir in der Fastenzeit verstärkt hinweisen."

Bereits in den vergangenen beiden Jahren wurden in zahlreichen Pfarren des Burgenlandes christliche Glaubenszeichen wie Marterln und Wegkreuze verhüllt und so die allgemeine Aufmerksamkeit für den Glauben selbst neu geweckt. Diese Verlegung von Verhüllung in den öffentlichen Raum hatte starkes mediales Echo hervorgerufen und wird nach der "Aktion Glaube" vor zwei Jahren und der "Aktion Hoffnung" im Jahr darauf nunmehr mit der "Aktion Liebe" fortgesetzt.

Fastenhirtenbrief 2015

Liebe Diözesanfamilie!

„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!" Wenn Jesus mit diesen Worten die Menschen zum Glauben einlädt, dann spricht er gleichzeitig die große Vorbedingung dazu aus. Er sagt: "Kehrt um!". So sind Glaube und Umkehr aufeinander bezogene Forderungen Gottes an den Menschen, zugleich aber auch die österlichen Gaben des Auferstandenen an uns. Daher will ich am Beginn dieser österlichen Bußzeit mit Euch über etwas sprechen, das für unser ganzes Leben von entscheidender Bedeutung ist, jedoch in große Vergessenheit geraten ist: die Beichte.

Allein das Wort erweckt in vielen Menschen bei uns unangenehme Gefühle. Diese Gefühle reichen von totaler Ablehnung bis hin zu völliger Gleichgültigkeit. Von den einen abgelehnt, weil sie den Beichtstuhl vielleicht tatsächlich als Ort der Demütigung oder der Indiskretion erlebt haben, und von den anderen ahnungslos belächelt, weil sie nie erfahren durften, was für ein Geschenk die Beichte für den Menschen eigentlich ist: so ist dieses Sakrament zunehmend nicht nur zum ungeliebten und vergessenen, sondern auch zum unbekannten Sakrament geworden. Doch gerade darin liegt für unsere heutige, an Geist und Geistlichkeit so arme Zeit die große Chance, die befreiende und belebende Wirkung der Beichte neu zu entdecken. Als Beichtvater wie als Sünder, der selbst zur Beichte geht und genau weiß, wie schwer dieser Schritt sein kann, bin ich überzeugt: der Beichtstuhl ist der Ort, an dem nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Welt ihre größte Reparatur erfahren kann.

Die Beichte ist das Sakrament der Umkehr, denn sie vollzieht die Umkehr, zu der Jesus uns aufruft – die Rückkehr zum Vater, von dem sich ein Mensch durch die Sünde entfernt hat. Sie ist daher auch das Sakrament der Buße, weil sie einen persönlichen Schritt der Umkehr, der Reue und Genugtuung des sündigen Christen darstellt. Das Bekenntnis unserer Sünden vor dem Priester ist ein wesentliches Element dieses Sakramentes. Dadurch wird es zum Sakrament der Vergebung, denn durch die sakramentale Lossprechung des Priesters gewährt Gott selbst dem Beichtenden Verzeihung und Frieden. Das macht die Beichte zum Sakrament der Versöhnung, denn es schenkt dem Sünder die versöhnende Liebe Gottes. Und durch diese Versöhnung wird die Beichte zum Sakrament der Heilung. Hier erfährt der Mensch die Wiederherstellung zerbrochener Beziehungen: zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und dadurch letztlich zu Gott, der den innersten Kern unseres Menschseins darstellt. Ein Mensch, der sagt, dass er ohne Sünde sei, die Beichte nicht brauche und alles mit und für sich selbst regeln könne, belügt sich selbst – das sagte schon der Apostel Johannes.

Dieser Selbstbetrug kommt in der heutigen Zeit dennoch häufig vor. Wir alle trennen und entsorgen zwar unseren Haushaltsmüll und kennen die Bedeutung von Recycling für uns und unsere Umwelt. Weil wir wissen, dass wir Menschen in einer sensiblen Beziehung zur Natur stehen, die unaufbereiteten Abfall auf uns selbst zurückkommen lässt. Die meisten von uns hätten zu Recht ein schlechtes Gewissen, einen alten Kühlschrank im Wald zu entsorgen oder Frittierfett in den Ausguss zu schütten. Doch wie sieht es mit der seelischen Müllentsorgung vieler Menschen aus? Der Akt seelischer Versöhnung mit sich selbst wird offensichtlich weit zurückhaltender praktiziert als jener der Versöhnung mit der Umwelt. Wäre es anders, bräuchten wir mehr Beichtstühle in unseren Kirchen. Dabei ist Gott der Meister des wahren „Recyclings“: Er, der sich in den Kreislauf des Lebens hineinbegeben hat, indem er selbst Mensch wurde und in Leiden, Tod und Auferstehung alle Tiefen und Höhen des menschlichen Lebens durchgemacht hat; Er, der in der Eucharistie Teil von uns selbst wird, ist auch der Eine, der sogar unsere schwersten Sünden verwandeln kann in Gutes. Aus dem Misthaufen unserer Fehler können Rosen wachsen, wenn wir unsere Schwächen erkennen und sie bewusst in Gottes gütige Hände legen. Papst Franziskus sagt es ganz klar: „Es gibt keine Situation, die Gott nicht ändern kann, es gibt keine Sünde, die er nicht vergeben kann, wenn wir uns ihm öffnen.“ Gott will nicht, dass unsere Seele zu einer Deponie für Sondermüll verkommt. Er will nicht, dass unsere fehlerhaften Haltungen wie ranziges Öl unseren Zugang zur Welt und zu Ihm verkleben und uns an unserer freien Entfaltung behindern! Gott ist unser Freund, er will unser Bestes, unser Heil und unsere Heilung.

Das führt uns zur entscheidenden Frage: Wie kann ich so beichten, dass es mir echte innere Heilung ermöglicht? Der bekannte Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini hat uns drei Schritte aufgezeigt, wie wir das Sakrament der Versöhnung als echtes Geschenk erfahren können, das uns Frieden, Befreiung und Lebensfreude bringt. Diese drei Schritte helfen auch mir persönlich bei der Beichte jedes Mal sehr. Es sind drei einfache Bekenntnisse. Sie sind Teil der Weisheit, die die Kirche über Jahrhunderte hinweg angesammelt hat und dem Menschen heute als Arznei für die Seele anbietet:

- Das Bekenntnis des Lobes (confessio laudis): Ich beginne die Beichte mit Positivem, nämlich mit einem Bekenntnis der Dinge, für die ich Gott loben und danken möchte. Ich nenne das viele Gute beim Namen, das Gott in meinem Leben gewirkt hat: Ereignisse, die mir viel bedeuten; Menschen, die ich liebe; Situationen, in denen mir geholfen wurde. Es wird wohl Keinen unter uns geben, dem nichts einfällt, wofür er dankbar sein müsste. Und indem ich dankbar Rückschau halte, wird mir umso mehr bewusst, dass ich mich des vielen Guten durch mein Verhalten nicht immer würdig gezeigt habe. Diese Einsicht kann einen Menschen tief bewegen und echte Reue bewirken. Denn oft sind, wie Papst Franziskus sagt, „in unserem Leben die Tränen die Brille, durch die wir Jesus sehen“.

- Diese Reue führt uns als Beichtende zum Bekenntnis des Lebens (confessio vitae): zum ehrlichen Bekenntnis der Dinge in unserem Leben, von denen wir vor Gott wünschten, dass sie besser nicht da wären. Es ist der Moment, die "alten Kühlschränke" und anderen Sondermüll, den wir versteckt halten, offen anzuschauen. Es kommt hier nicht darauf an, nur seine Fehlhandlungen zu berichten bzw. sich anhand der Zehn Gebote abzuarbeiten. Ein solcher Automatismus führt meist nicht zu einer tiefgreifenden Veränderung des Menschen. Das Sakrament ist kein Zauberding, das uns von außen verwandelt wie der Zauberstab des Harry Potter. Graben wir daher tief hinein in unser Inneres und blicken wir – wenn es sein muss durch die Brille unserer Tränen! – auf die wunden Punkte, die Tiefenströmungen und negativen Haltungen, die uns immer wieder der Sünde ausliefern und die nicht gut sind für uns und unser Leben.

- Zum Schluss der Beichte sprechen wir ein drittes und letztes Bekenntnis, das Bekenntnis unseres Glaubens (professio fidei): Wir bringen darin unseren Glauben zum Ausdruck, dass Gott die Macht und die Barmherzigkeit besitzt, all unsere Sünden zu vergeben und uns von Neid- und Rachegefühlen, von Verbitterung, Eifersucht, Machtstreben, Geltungssucht und anderen Ersatzgöttern zu befreien. Ihn bitten wir um Lossprechung. Danach sind wir mit Gott versöhnt und können im alltäglichen Leben auch Zeugen für die Aussöhnung mit unserem Nächsten sein.

Liebe Schwestern und Brüder! Ich lade Euch alle ein, diese besondere Zeit vor Ostern auch als Zeit Eurer persönlichen Umkehr zu sehen. Als eine Zeit, um das eigene Leben wieder etwas intensiver zu reflektieren, es in seinen dunklen Bereichen aufzuhellen, um ein Stück mehr mit sich, mit den Mitmenschen und mit Gott ins Reine zu kommen. Jeder von uns weiß ziemlich genau, wo die unterbelichteten Stellen in der eigenen Biografie zu finden sind. Jenen unter uns, die regelmäßig beichten, wünsche ich dabei, dass das Sakrament für Sie nicht zur oberflächlichen Routine wird, sondern dass es immer wieder den Weg ins Innere finden kann. Jenen unter uns, die schon längere Zeit nicht mehr beichten waren oder überhaupt noch nie einen Beichtstuhl von innen gesehen haben, möchte ich Mut machen: Nehmt Euch selbst so wichtig wie Gott es tut! Verweigert Euch nicht dem wunderbaren Heilmittel der Versöhnung, das er für Euch bereithält! Legt den alten Menschen ab und lebt als neue Menschen! „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ Die Priester bitte ich ganz besonders, auch selbst zur Beichte zu gehen und umgekehrt den Gläubigen eine gute Beichte zu ermöglichen und sie auf eine gute Beichte vorzubereiten – etwa durch Bußfeiern oder Abende der Barmherzigkeit. Solche Formen der Vorbereitung sind wichtig, sie ersetzen aber nicht die persönliche Beichte und dürfen auch nicht gegen die Beichte ausgespielt werden! Anders als in der pharmazeutischen Industrie ist das Sakrament der Buße und der Versöhnung ein Heilmittel, für das es keine billige Ersatzmedizin, kein Genericon und kein Placebo gibt.

Abschließend bitte ich Euch alle, auch heuer wieder die Fastenaktion unserer Diözese großzügig zu unterstützen. Immer, wenn wir etwas für die Armen geben, dürfen wir unsere Gabe auch als Zeichen des Bemühens verstehen, das eigene Leben zu verändern. Die Armen helfen uns somit bei unserer Bußfertigkeit und erinnern uns daran, wie sehr auch wir auf Hilfe und Barmherzigkeit angewiesen sind.

Gott schenke Euch eine erfüllte Fastenzeit, eine gute Beichte und lasse Euch mit großer innerer Freude das Osterfest feiern! Es betet für Euch, segnet Euch und bittet gleichzeitig um Euer Gebet und Euren Segen

+Ägidius
Bischof von Eisenstadt

Mittwoch, 11. Februar 2015

Papst begrüßt 350 Wallfahrer aus dem Burgenland

Pilgerreise Rom und AssisiGroßer Jubel für Papst Franziskus bei Generalaudienz - Erster Besuch der burgenländischen Diözesanfamilie beim Papst seit seinem Amtsantritt - Papst dankt Bischof Zsifkovics für Ermöglichung der Gründung des ersten orthodoxen Klosters in Österreich

Rom - Papst Franziskus hat am Mittwoch (11.02.2015) im Rahmen der Generalaudienz die Wallfahrer der Diözese Eisenstadt herzlich begrüßt. "Ich freue mich sehr, dass ihr da seid mit Eurem Bischof! Ich schließe Euch in meine Gebete ein. Denkt beim Beten bitte auch an mich!", sagte der Papst und erteilte allen Anwesenden seinen Apostolischen Segen. Bischof Ägidius Zsifkovics, der die Wallfahrt anführt, zeigte sich nach der Audienz erfreut über den herzlichen Empfang durch Papst Franziskus: "Man spürt die Menschennähe dieses Papstes, sein Herz für die jungen Menschen, deren Darbietungen er mit strahlendem Lächeln aufmerksam verfolgt hat."

Papst Franziskus dankte Bischof Zsifkovics bei der Audienz für die Ermöglichung der Gründung des ersten orthodoxen Klosters Österreichs. Die Diözese Eisenstadt hatte im vergangenen Jahr ein entsprechendes Grundstück in St. Andräam Zicksee an die Orthodoxe Kirche in Österreich gestiftet.
Der Eisenstädter Bischof überreichte Papst Franziskus ein besonderes Bild in Kreuzesform, das Werden und Weg des orthodoxen Klosters als Zeichen lebendiger Ökumene zeigt.

Ein besonderes Stück Burgenland brachten die Neckenmarkter Fahnenschwinger dem Heiligen Vater mit.
Auf dem Petersplatz schwangen sie für Franziskus zu Blasmusikklängen kunstvoll ihre Fahne, zur sichtbaren Freude des Pontifex. "Ich danke Euch für den farbenfrohen Gruß!", ließFranziskus die Fahnenschwinger wissen.

An der Pilgerreise der Diözese Eisenstadt von 9. bis 14. Februar 2015 nach Rom und Assisi nehmen 350 burgenländische Wallfahrer, darunter 8 Priester teil. In 6 Gruppen, die von erfahrenen Personen geführt werden, sollen die beiden bedeutenden Stätten christlichen Glaubens erlebt werden. Neben täglichen Messen und Andachten in verschiedenen päpstlichen Basiliken erkunden die Pilger das kulturelle Erbe Roms und Assisis. Für die musikalische Begleitung der Pilger sorgt die Neusiedler Männerchoralschola unter der Leitung von Walter Kaschmitter.

Es ist die erste diözesane Wallfahrt nach Rom seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus.

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Montag, 9. Februar 2015

Ökumenische Feier im Zeichen von "60 Jahre Kloster Marienkron"

Ökumenische Andacht in Marienkron
(c) Emmerich Mädl
Die weltweit begangene Gebetswoche für die Einheit der Christen erlebte im Burgenland ihren Höhepunkt in einer gemeinsamen Andacht der Oberhäupter der katholischen und der evangelischen Kirche. Der traditionelle Ort dieser Andacht, die Zisterzienserinnenabtei Marienkron, feiert in diesem Jahr runden Geburtstag.

Mindestens einmal im Jahr werden Christen in aller Welt erinnert an Jesu Gebet für seine Jünger, "damit sie alle eins seien [...], damit die Welt glaube" (vgl. Joh 17,21). Sie kommen in den Kirchen aller Länder zusammen, um gemeinsam für die Einheit der Christen zu beten. Im Burgenland markierte eine gemeinsame Andacht von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und dem evangelischen Superintendenten Manfred Koch im Kloster Marienkron in Mönchhof diese weltweite Gebetswoche. Mit ihnen beteten und feierten u.a. Pfarrerin Ingrid Tschank, Dechant Gabriel Kozuch, P. Michael Weiss sowie Priorin Sr. Ancilla mit den Zisterzienserinnen der Abtei.

Zsifkovics: Von allen Kirchen das Beste nehmen
Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics erinnerte in seiner Einleitung an Frère Roger Schutz, eine der Lichtgestalten der Ökumene, und an dessen Bitte an alle Christen, in ihr Leben das Beste aus den großen christlichen Kirchen hinein zu nehmen. Dieses jeweils Beste sei in der Orthodoxen Kirche die spürbare Freude über die Gegenwart des Auferstandenen, in den Reformationskirchen das Vertrauen in das verlässliche Wort Gottes und in der Katholischen Kirche die unersetzliche Gegenwart Christi in der Eucharistie und der damit verbundenen Vergebung und Versöhnung.

"Ökumenisches Schmalzbrot" und Kuscheldecken aus dem Kloster
Die Ökumenische Feier in der Klosterkirche der Abtei Marienkron hat bereits eine lange Tradition. In diesem Jahr war sie auch Anlass, der Errichtung des Klosters im Jahre 1955 zu gedenken. Wie im Vorjahr, kam auch diesmal die Kollekte aus der liturgischen Feier dem Jugendheim in Rechnitz, in dem unbegleitete minderjährige Asylwerber untergebracht sind, zugute. Die jungen Menschen dort bekommen auch wunderschön gestrickte Kuscheldecken aus dem Kloster. Das an die Andacht anschließende "ökumenische Schmalzbrot" ist ebenso lange geübter Brauch und sorgte auch diesmal dafür, dass das gemeinsame Beten für die christliche Einheit ein Fest froher Begegnung wurde.

Donnerstag, 5. Februar 2015

20-Jahre-Gedenkfeier für die Opfer des Bombenattentats von Oberwart

20-Jahre-Gedenkfeier für die Opfer des Bombenattentats von Oberwart
(c) Eli Miklos
Mit einem Trauergebet gedachte Mittwochabend Bischof Ägidius Zsifkovics gemeinsam mit hunderten Menschen und zahlreichen Vertretern der Politik der vier jungen Roma, die 1995 in Oberwart von einer Bombe aus dem Leben gerissen wurden.

Mit einem Lichterzug und einer Gedenkfeier haben gestern in Oberwart mehrere hundert Menschen des Ereignisses gedacht, das 1995 die Republik Österreich erschütterte. Gemeinsam mit Superintendent Manfred Koch und Altbischof Paul Iby  gedachte Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics der Toten und bat Gott um Erbarmen für das Versagen des Menschen durch Intoleranz, Hass und Gewalt.

Zsifkovics: Auf die Frage „Wo warst Du, Gott?“ antwortet Gott mit „Wo warst Du, Mensch?“
Der Eisenstädter Bischof brachte in seinem Gebet auf Deutsch und in der Sprache der Opfer, auf Romanes, die Wut und gleichzeitig die Ohnmacht zum Ausdruck angesichts dessen, was Menschen einander antun. Auf die Frage, wo Gott war, „als Josef Simon, Peter Sarközi, Karl und Erwin Horvath aus der Volksgruppe der Roma vor 20 Jahren hier in Oberwart Opfer eines feigen Attentats wurden“, aber auch, „als sich in Auschwitz, in Dachau, in Mauthausen und an vielen anderen Orten die Hölle öffnete“, so Zsifkovics wörtlich, ertöne wie ein Echo die Frage Gottes, „wo der Mensch war, wo sein Mitleid, seine Barmherzigkeit, seine Vernunft, seine Gnade.“ Angesichts menschlicher Intoleranz, des Hasses und der Gewalt bat Zsifkovics Gott um Erbarmen: „Sende vom Himmel Dein Mitleid gegen unsere Gleichgültigkeit, Deine Barmherzigkeit gegen unsere Herzlosigkeit, Deine Vernunft gegen unsere Angst und Unsicherheit, Deine Gnade gegen unser Versagen!“

Stimmen der Angehörigen und der Politik
Landeshauptmann Hans Niessl fand neben seiner Trauer auch kritische Worte und stellte die Frage, was sich seit dem schrecklichen Ereignis an der gesellschaftlichen Situation der Roma geändert habe. Auch wenn eine Verringerung früherer sozialer Gegensätze bemerkbar sei, seien Ausgrenzung und Geringschätzung der Roma immer noch ein Thema. Stefan Horvath, Vater des damals ermordeten Peter Sarközi, bestätigte diese Einschätzung. Er erinnerte an die 200-jährige Tradition der Roma-Siedlungen in Oberwart, die immer außerhalb der Stadt gelegen seien, stets gemieden worden seien und für die es auch noch heute kein klares Bekenntnis von den Verantwortlichen der Politik, aber auch von den Bewohnern selbst gebe.
Bundespräsident Heinz Fischer verwies in seiner Rede auf den historischen Hintergrund rassistischer Ideologie, die in Österreich „ein gewisses Ausmaß an Gift und Vergiftung" hinterlassen und zum Attentat von 1995 geführt habe.

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