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Diözese Eisenstadt - Aktuell

Freitag, 28. August 2015

Zsifkovics zu A4-Flüchtlingstragödie: Europa ist Mittäter

Burgenländischer Bischof fordert vehement europäische Flüchtlingsstrategie ein - "Grauen der Flüchtlingstragödie ist in die Lebenswirklichkeit Europas gerückt"

(KAP) Erschüttert hat der burgenländische Bischof Ägidius Zsifkovics auf den Fund von 71 toten Flüchtlingen reagiert, die
in einem am Autobahn-Pannenstreifen abgestellten Lastkraftwagen im Burgenland entdeckt wurden. Er bete für die im Schlepperfahrzeug verstorbenen Menschen, "die auf der Suche nach einer besseren Zukunft Opfer skrupelloser Netzwerke und einer versagenden europäischen Politik geworden sind". Vorfälle wie jener auf der A4 seien schließlich erst durch die "derzeitige europäische Untätigkeit" möglich gemacht, die "eine subtile Form der Mittäterschaft sei", so Österreichs "Europabischof" in seiner Stellungnahme am Donnerstag. "Vieles, was wir heute in diesem Drama erleben, ist ein Auswuchs europäischer Politik", so Zsifkovics: "Das Maß ist voll!"

Durch derartige "untragbare" Vorfälle rücke "das Grauen der Flüchtlingstragödie zunehmend in die Lebenswirklichkeit Europas und seiner Länder", betonte der Bischof. "Erstickende und ertrinkende Kinder, Frauen und Männer sind nun keine Fernereignisse mehr, die von der Politik als 'Europa nichts angehend' abgetan werden könnten."

Als Bischof einer Diözese, die mit ihrem Flüchtlingsprogramm bereits "an die Grenzen ihrer humanitären Möglichkeiten geht", sehe er, "dass wir die seelischen Wunden der Menschen zwar versorgen und ihre Herzen mit einem Dach über dem Kopf ein wenig erwärmen können". Die "große Lösung dieser epochalen zivilisatorischen Herausforderung" müsse aber eine europäische Dimension haben, so Zsifkovics, der in der österreichischen Bischofskonferenz für die Europaagenden zuständig ist und Österreich in der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft COMECE vertritt.

Er forderte eine gesamteuropäische Strategie als Antwort auf die aktuelle Flüchtlingskatastrophe. Diese Strategie müsse auch seitens Österreichs Bundesregierung "mit viel mehr Entschiedenheit als bisher" von der EU eingefordert werden und könne weder das Zerstören von Schlepperbooten noch ein Festungsgedanke oder Mauerbau sein. Vielmehr müsse sich die EU "mit allen Aspekten der Tragödie, auch den Ursachen der Massenflucht, auseinandersetzen und eine nachhaltige Perspektive im Auge haben, die einzelne europäische Länder - wie Griechenland und Italien - nicht unverkraftbar mehr belastet als andere".

Europa hat "Unschuld verloren"

Längst habe Europa seine Unschuld verloren, so der Bischof weiter: "Der europäische Gedanke, ein Raum des Friedens, der Freiheit und des Rechts zu sein, wird pervertiert durch die humane Visionslosigkeit der europäischen Eliten."

Auf der A4 im Burgenland ist Donnerstagvormittag ein Schlepperfahrzeug mit toten Flüchtlingen entdeckt worden. Die Polizei gab die Zahl der Toten vorerst zwischen 20 und 50 an. Die Personen dürften laut Medien in dem LKW erstickt sein. Ein Mitarbeiter des Streckendienstes hatte die Beamten verständigt, weil der LKW bereits seit längerem auf dem Seitenstreifen stand. Die Polizisten nahmen bei dem Fahrzeug bereits Verwesungsgeruch wahr. Ob die Flüchtlinge schon während des Transports erstickten, ist vorerst ungeklärt; der Fahrer des Wagens ist flüchtig. Nähere Einzelheiten über die Hintergründe wurden vorerst nicht bekannt.

(ende) per/rme/

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Radio Vatikan - Flüchtlingstragödie im Zentrum Europas angekommen ...

Gedenkgottesdienst anlässlich der Flüchtlingstragödie auf der A4

Am 31. August 2015, um 19.00 Uhr, findet im Stephansdom ein Gedenkgottesdienst für die Opfer der jüngsten Katastrophe sowie alle auf der Flucht zu Tode gekommenen Vertriebenen statt. Der Seelenmesse wird Kardinal Christoph Schönborn vorstehen. Als Zeichen des Respekts und Mitgefühls mit den Opfern werden um 19.00 Uhr in allen Kirchen die Glocken läuten. 

Das Pastoralamt der Diözese Eisenstadt hat für die Verstorbenen und ihre Angehörigen ein Gebet verfasst, das in Gottesdiensten aus diesem Anlass oder auch für sich persönlich an Gott den Herrn gerichtet werden kann: 

Allmächtiger Gott, du hast die Welt und uns Menschen erschaffen
und zu einer besonderen Würde berufen.
Es gibt Situationen, die die Würde des Menschen bedrohen und zerstören.
Sie machen sprachlos.
Sie lösen große Betroffenheit und Erschütterung aus.
Ein schrecklicher Tod hat mehr als 70 Flüchtlingen,
die auf der A4 aufgefunden wurden,
das Leben genommen.
Wir sind zutiefst betroffen und erschüttert.
Auf dem Weg in die Freiheit erleiden sie den Tod.
Wir bitten, dass sie den Frieden finden, den sie gesucht haben
und der ihnen versperrt wurde.
Wir bitten, dass sie jene Hoffnung erlangen,
die sie in die Flucht gesetzt haben.
Wir glauben und vertrauen,
dass  sie bei dir sind und die Fülle des Lebens erlangen.
Gleichzeitig gedenken wir aller Menschen,
die aufgrund von Krieg und Verfolgung auf der Flucht sind,
besonders jener, die ihr Leben lassen mussten.
Taten und Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls
sind jetzt gefragt.
Wir bitten, dass sich Europa, unser Land und wir alle
der Verantwortung bewusst werden, die jetzt notwendig ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.



Montag, 17. August 2015

Ministranten-Wallfahrt nach Rom

52 burgenländische Ministranten nahmen an der Ministranten-Wallfahrt nach Rom teil. Höhepunkt war dabei die Begegnung mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz.

3.100 junge Ministranten haben beim "Österreicher-Treffen" der Internationalen Ministrantenwallfahrt in der römischen Basilika St. Paul vor d
en Mauern gemeinsam mit Bischof Wilhelm Krautwaschl Gottesdienst gefeiert. Der Grazer Bischof erzählte von seinen eigenen Erinnerungen als Ministrant und forderte die Jugendlichen dazu auf, dass ihre Zugehörigkeit zu Jesus im liebevollen Umgang mit anderen spürbar werden müsse.

Anerkennung für Messdiener
Schon am Dienstag bezeichnete Papst Franziskus die Ministranten bei einer Begegnung als "Missionare, als Boten einer frohen Botschaft". "Wenn ich da so in die Runde blicke, dann wird das vielfach gelebt, auch wenn manche vielleicht ausgelacht oder nicht verstanden werden", zollte er den Messdienern Anerkennung. Der Gottesdienst mündete in ein Begegnungsfest auf dem Platz neben der Basilika mit einer Live-Band, Tanz und Beiträgen aus den einzelnen Diözesen. Viele Ministranten nutzten dabei die Möglichkeit, Postkarten mit der eigenen Adresse auszutauschen, die Freundschaften jenseits der Pfarr- und Diözesangrenzen hinweg entstehen lassen sollten. "Alle Ministranten haben an einem Strang gezogen und wir waren alle wie eine Einheit", erzählt der 14-jährige Apetloner Marco Haider. "Die Highlights der Woche waren der Papst, das Meer und das Begegnungsfest", strahlte auch die 15-jährige Lena Schmidt aus Purbach.

Viele Gespräche mit dem Papst
Der Papst nahm sich lange Zeit, um durch die Menge zu fahren. Auch nach der Feier sprach er noch mit den "Minis". Franziskus habe sich dabei überrascht gezeigt von der zahlenmäßig starken Präsenz der Österreicher beim Ministrantentreffen: Sie bildeten mit einem Anteil von rund einem Drittel die größte Ländergruppe, zudem waren dem Papst aus Argentinien nie zuvor derart viele Österreicher zugleich begegnet.

Ein "Selfie" mit Papst Franziskus
Die Anspannung und Überraschung sind Samuel Loibl ins Gesicht geschrieben: Bei der Ministranten-Wallfahrt in Rom fuhr plötzlich Papst Franziskus ganz nah an ihm mit seinem Papamobil vorbei. Schnell zückte der Junge aus Neckenmarkt sein Handy und schoss dieses unvergessliche Selfie (Selbstporträt) mit dem strahlend grüßenden Heiligen Vater im Hintergrund.

Kalender - (zur Terminseite …)

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