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Diözese Eisenstadt - Aktuell

Mittwoch, 25. Juni 2014

Mit Bischof Ägidius in den Stephansdom

Einladung zum Mariazeller-Fest in Wien
6. September: Mariazeller-Fest in Wien

Keine Frage: den Stephansdom in Wien kennt jeder, von innen wie von außen.
Vielleicht gibt es aber das eine oder andere interessante Detail, das einem gar nicht so genau bewusst ist. Wer zum Beispiel kennt die originellen Verbindungen der Wiener Metropolitankirche zum Burgenland?

Wissen Sie …
  • An welchem prominenten Altar im Stephansdom sich die Darstellung der Legende der „Martins-Messe“ befindet?
  • An welcher Stelle vor dem Stephansdom-Hochaltar das burgenländische Diözesan- und das Landeswappen dargestellt sind?
  • Wo im Dom jener österreichische Herrscher bestattet ist, der im 15. Jhdt. die Grundsteinlegung des heutigen Martinsdoms in Eisenstadt initiiert hat?
  • In welchem Gebäude unmittelbar neben dem Stephansdom die erste selbständige Verwaltung der burgenländischen Diözesanadministratur untergebracht war?
  • Dass die Restaurierung des Stephansdoms seit 150 Jahren überwiegend mit Kalksandstein aus dem Burgenland durchgeführt wird?
  • Dass Joseph Haydn zehn Jahre lang in St. Stephan gewirkt hat, und wo im Dom sich die nach ihm benannte Orgel befindet?
In wenigen Monaten, Anfang September, gibt es eine einmalige Gelegenheit, diesen „Geheimnissen“ auf die Spur zu gehen: Weil der Stephansdom mit der Verehrung der Mariazeller Muttergottes seit Jahrhunderten verbunden ist (der Dom besitzt eine autorisierte Kopie der Gnadenstatue), veranstaltet die Wiener Kathedrale ein jährliches „Mariazeller-Fest“ um „Mariä Geburt“; heuer am Samstag, 6. September.

Das Mariazeller-Fest im Stephansdom ist eine stimmungsvolle Feier, die gerne auch von jenen besucht wird, denen eine Reise nach Mariazell zu beschwerlich ist.

Zur Zelebration werden hochrangige Geistliche in den Stephansdom eingeladen; dieses Jahr steht Diözesanbischof Mag. Dr. Ägidius Zsifkovics der Feier vor.

Eine weitere Besonderheit ist das Wasser, das von der Quelle der Mariazeller „Heilig Brunn-Kapelle“ nach Wien gebracht und beim Mariazeller-Fest über die Gläubigen ausgesprengt wird.

Exklusiv für Teilnehmer aus dem Burgenland organisiert das diözesane Pilgerkomitee in Kooperation mit Blaguss eine Busfahrt mit folgendem Programm:
  • 12.30 Uhr: Ankunft am Stephansplatz in Wien, Gulaschsuppe, Gebäck + Getränke im Curhaus neben dem Dom
  • 13.30 Uhr: Treffpunkt im Stephansdom, gemeinsames Foto mit allen Pilgern vor dem Hochaltar
  • 13.45 Uhr: Domführung mit Besichtigung der Ausstellung „Der Domschatz von St. Stephan“ auf der Westempore und der neu adaptierten Reliquienschatzkammer
  • danach Zeit zur freien Verfügung, z. B. Spaziergang durch die Wiener Innenstadt, Kaffeehausbesuch, Mariazeller Spezialitäten von Pirker neu auf dem Stephansplatz, Eis bei Zanoni (1 Minute vom Dom entfernt), Shoppen u. a. m.
  • spätestens 16.45 Uhr: Eintreffen im Stephansdom, Einnehmen der reservierten Plätze im vorderen Dombereich
  • 17 Uhr: Mariazeller-Fest mit Bischof Ägidius (Einzug der Stephaner Gnadenstatue, Marienrufe, Lichterprozession, Tauferneuerung mit Mariazeller Heiligbrunn-Wasser, Pontifikalmesse mit musikalischer Gestaltung durch den Domchor St. Martin, Mozart, Spatzen-Messe)
  • danach Möglichkeit zum Empfang des Einzelsegens mit der Gnadenstatue
  • Würstel und Getränke im Kurhaus
  • 20.30 Uhr: Rückfahrt


Abfahrtszeiten:
09.15 Uhr Oberwart - Park & Ride (vis a vis Lidl)
09.35 Uhr Bernstein - Hauptplatz
10.00 Uhr Oberpullendorf - Reisebüro Blaguss
10.15 Uhr Weppersdorf - Park & Ride
10.35 Uhr Mattersburg - Gasthof Florianihof
10.50 Uhr Eisenstadt - Bischofshof
11.30 Uhr Neusiedl/See - Bahnhof
(weitere Zustiegstellen entlang der Strecke möglich)

Kosten: 38.-  (Bustransfer, Verpflegung im Curhaus, Domführung)

Anmeldung (bis spätestens 22. August): 
Pilgerkomitee der Diözese Eisenstadt
St. Rochus-Str. 21
7000 Eisenstadt
E-Mail: pilgerreise@martinus.at
telefonisch: Karl Woditsch, 02682 / 777 Durchwahl 280

Montag, 23. Juni 2014

Hilfe für die Hochwasseropfer in Bosnien

Hilfe für die Hochwasseropfer in Bosnien
Diözesanbischof Zsifkovics, Caritas-Direktorin
Edith Pinter und P. Lovro Gavran
Ein Ziegelstein symbolisierte die burgenländische Hilfe für den Wieder-aufbau in Bosnien: Bischof Ägidius Zsifkovics und Caritas Direktorin Edith Pinter übergaben zu Fronleichnam 10.000 Euro an Pater Lovro Gavran für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Bosnien.

Pater Lovro Gavran steht dem Franziskanerorden in der Provinz Bosna Srebrena mit 82 Pfarren vor. „In 15 Pfarren sieht es besonders schlimm aus!“, schilderte er anlässlich seines Besuchs bei Bischof Zsifkovics. „Die Menschen waren noch vom Krieg traumatisiert, haben trotzdem die Ärmel aufgekrempelt, mit Krediten einen Neustart versucht und jetzt haben sie wieder alles verloren.“
Drei Wochen lang habe es leicht vor sich hin geregnet. In dieser Zeit habe sich die Erde langsam mit Wasser vollgesogen wie ein nasser Schwamm. Als danach der Starkregen kam sei alles über- und untergegangen. In vielen Orten stand das Wasser plötzlich über vier Meter hoch. „Manche Menschen verließen ihre Häuser nicht, weil sie Angst hatten, ausgeraubt zu werden und haben so ihr Leben verloren.“

Kein Futter, kein Vieh, keine Ernte
„Zuerst hießes vor allem Menschenleben retten, danach Lebensmittel bereitstellen und die vielen verendeten Tierkadaver zu entsorgen. Wir hatten große Angst, dass auch noch eine Seuche ausbricht“, erzählt Pater Lovro. Das Wasser ist nun abgeflossen und hat das katastrophale Ausmaßder Schäden sichtbar gemacht. Die Flut hat eine schlammige, stinkende Masse zurückgelassen. Die Ernte ist vernichtet, die meisten Ställe leer. Bauern, die ihr Vieh retten konnten, haben nun kein Futter. Die wenigsten von ihnen sind versichert, die meisten haben noch alte Kredite laufen. Ohne Hilfe ist ihre Zukunft ungewiss.

Aufräumen nach der Flut
Seit Anfang Juni haben die Aufräumarbeiten begonnen. „Es macht so viel Arbeit den Schlamm von den Straßen und aus den Häusern zu schaufeln. In vielen Orten gibt es noch immer kein sauberes Trinkwasser und auch keinen Strom“, erklärt Pater Lovro.

Die Behörden sind mit der Situation überfordert. Laut Schätzungen der UN werden allein in den nächsten sechs Monaten rund 155 Millionen Euro nötig sein, um die Kosten für die Unterbringung der Menschen, Nahrungsmittel, Wasser, Gesundheitsversorgung, landwirtschaftliche Produkte, Aufräumarbeiten und Minenaufspürung und –entschärfung zu decken. Die Katastrophe machte außerdem 15.000 Menschen arbeitslos, der wirtschaftliche Gesamtschaden wird auf fast eine Milliarde geschätzt.

Wieder nach Hause
„Wir sind sehr dankbar für die Hilfe aus dem Burgenland. Diese Spende soll es vielen Menschen in unseren Pfarren möglich machen, in ihre Häuser heimzukehren und den ersten Schritt zurück in den normalen Alltag zu finden,“freut sich Pater Lovro bei der Spendenübergabe. Dabei zählt er ganz konkret auf, was die wichtigsten Aufgaben in den kommenden Tagen und Wochen sind: „Die Böden müssen entgiftet werden. Die Zeit drängt, denn die Bauern brauchen Saatgut damit sie die Felder für die nächste Ernte bestellen können. Um einen Neubeginn zu starten brauchen sie auch wieder Kühe, Schweine und Geflügel. Wenn wir unseren Bauern beim Wiederaufbau ihrer Höfe beistehen, helfen wir der gesamten Bevölkerung! Die burgenländische Spende ist ein wichtiger Baustein beim Wiederaufbau. Wir werden aber noch viele dieser Steine brauchen“, meint der Pater mit einem Lächeln.

Ihre Spende hilft
Wenn auch Sie den Opfern der Flutkatastrophe helfen wollen:
Caritas Spendenkonto: RLB IBAN AT34 3300 0000 0100 0652 Kennwort: Hochwasserkatastrophe Bosnien

Montag, 16. Juni 2014

Die Diözese Eisenstadt hat einen neuen Priester: David Grandits aus Stinatz

Priesterweihe 1
(c) Diözese Eisenstadt/Rupprecht
David Grandits aus Stinatz erhielt von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics die Weihe zum Priester. Am vergangenen Freitag legte der Bischof dem 31-jährigen Südburgenländer die Hände auf um ihn so in den Priesterstand aufzunehmen.

Zugleich mit der Priesterweihe wurde Mag. David Andreas Grandits zum Kaplan der Stadtpfarre Pinkafeld ernannt, verbunden mit der Mithilfe in der Seelsorgestelle Sinnersdorf und der Pfarre Grafenschachen. Weiters wurde er mit der Mithilfe in der Pfarre Kitzladen bei Notwendigkeit betraut. Seinen Dienst wird er mit 1. September antreten.

Bischof Zsifkovics sagte in seiner Predigt im vollbesetzten Martinsdom in Eisenstadt: „Das Anlegen der priesterlichen Gewänder bei der Priesterweihe erinnert den Weihekandidaten an die hl. Taufe. Wie in der Taufe ein „Kleidertausch“, ein Schicksalstausch, eine neue Seinsgemeinschaft mit Christus geschenkt wird, so bedeutet Priestertum, dass der Priester nun bei der Verkündigung des Evangeliums und Spendung der Sakramente in persona Christi handelt und spricht. Er steht bei den heiligen Geheimnissen nicht für sich selbst und redet nicht aus sich selbst, sondern für den anderen –für Christus.“
„Lieber David,“setzte der Bischof fort, „Dich sendet heute der Herr selber aus, wie die zweiundsiebzig Jünger im Evangelium, in die Städte und Ortschaften unserer Diözese: Geh, er sendet dich wie Schafe unter die Wölfe! Nimm nichts Unnötiges mit auf den Weg, verlass Dich allein auf ihn! Bring den Frieden in jedes Haus –mach keine Unterschiede, geh auf alle zu! Iss und trink, was man Dir anbietet! Weil ich aus Erfahrung weiß, dass im Burgenland die Liebe durch den Magen geht, mein persönlicher Rat: Nimm nicht zu viel, auch wenn Du viel verträgst! Bring das Heil zu kranken und verwundeten Herzen mit Deinen gesalbten Händen und vermittle den Menschen das Öl des Heils in den Sakramenten! Sag den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe –mehr noch: leb es ihnen vor!

Die musikalische Gestaltung des Festes hatte die Dommusik St. Martin inne, gemeinsam mit der farbenfroh gekleideten Tamburizza-Gruppe von Stinatz. Nach der Messe hielten sich die Freunde des Neugeweihten noch lange zur Gratulation und zur Agape am Platz vor dem Dom auf.

Zum Fotoalbum ... 

Zur Predigt von Diözesanbischof Zsifkovics

Freitag, 13. Juni 2014

Predigt zur Priesterweihe von David Grandits

David Grandits bei der Weihe zum Diakon
© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann, 2013
Eisenstadt, Martinsdom am 13. Juni 2014
Predigt von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics

In wenigen Augenblicken wird Diakon David Grandits zum Priester geweiht. Nach der Anrufung des Heiligen Geistes, dem Weiheversprechen, dem Gesang der Allerheiligenlitanei, der Handauflegung und dem Weihegebet als Höhepunkt der Priesterweihe folgen ausdeutende Riten, die das, was in der Priesterweihe geschieht und das Priestersein ausmacht mit Hilfe von Zeichen näher erklären.
In dieser Predigt möchte ich diese Zeichen zu uns sprechen lassen und so den Sinn der Priesterweihe und des Priesterdienstes erschließen und für uns deuten.

Das erste Zeichen ist das Anlegen der priesterlichen Gewänder.
Was bedeutet das? Ist das nur ein Schauspiel, um die Feierlichkeit zu heben oder ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten als Ausdruck von Ästhetik u. Eitelkeit?
Papst Benedikt XVI. – dem Du dich, lieber David, sehr verbunden fühlst – gibt uns darauf eine profunde und prägnante Antwort, wie nur er sie geben kann.
Das Anlegen der priesterlichen Gewänder bei der Priesterweihe erinnert den Weihekandidaten an die hl. Taufe. Wie in der Taufe ein „Kleidertausch“, ein Schicksalstausch, eine neue Seinsgemeinschaft mit Christus geschenkt wird, so bedeutet Priestertum, dass der Priester nun bei der Verkündigung des Evange-liums und Spendung der Sakramente „in persona Christi“ handelt und spricht.
Er steht bei den heiligen Geheimnissen nicht für sich selbst und redet nicht aus sich selbst, sondern für den anderen – für Christus.
In persona Christi – im Augenblick der Priesterweihe macht die Kirche diese Realität der „neuen Gewänder“ dadurch auch äußerlich sichtbar und greifbar, dass der Weihekandidat neu eingekleidet wird, mit den liturgischen Gewändern. Das „Anziehen Christi“, wird bei jeder hl. Messe durch die Bekleidung mit den liturgischen Gewändern immer wieder dargestellt. Sie anzulegen soll mehr als eine Äußerlichkeit sein: Es ist das immer neue Eintreten in das Ja unseres Auf-trags – in das „Ich, doch nicht mehr ich“ der Taufe, das die Priesterweihe in neu-er Weise zugleich schenkt und abverlangt. Dass der Priester in liturgischen Ge-wändern am Altar steht, soll ihm und den Anwesenden auch sinnfällig sichtbar machen, dass er „in der Person eines anderen“ dasteht.
Das Anlegen der priesterlichen Gewänder ist keine Modeschau oder gar Prunk, sondern ein tiefgehender symbolischer Ausdruck für das, was Priestertum be-deutet – Christus anziehen, in persona Christi reden und handeln.
Wenn Du, lieber David, Dein Primizgewand anziehst, denke daran!
Wenn wir, liebe Mitbrüder, die priesterl. Gewänder anziehen, denken wir daran – es macht also wirklich Sinn die priesterlichen Gewänder anzuziehen!

Das zweite Zeichen ist die Salbung der Hände. Darüber etwas auf Kroatisch.
U Starom Testamentu su zidovi pomazali svecenike, kralje i proroke kot i sveta dugovanja uljem. Tvoj krsni patron kralj David je tomu jasan dokaz. Krscani su ovu tradiciju naprikzeli i u pomazanju sv. uljem gledali Bozju blizinu i spasenje. Tako poznamo pomazanje sv. uljem na pocetku priprave na sveti krst i pri krstu, bermanju, zaredjenju scevenikov i biskupov kot i pri bolesnickom pomazanju. Konacno se i crikve, oltari i druga dugovanja mazu svetim uljem. Ta u krstu i bermanju pomazani krscan ima dio na kraljevskom i prorockom dostojanstvu Kristusevoga svecenictva. Miris ulja je znak zato, da krscan – a jos vec svecenik – svojim zitkom nosi duseci Bozji miris u svit. Jezusevi uceniki ne zovu se samo krscani-pomazani, nego oni su primili Duh i nalog danas nastaviti njegovo djelo.

To ca je prorok Izaja rekao u stenju valja u ovoj uri i Tebi osobno, dragi David: Duh Gospodinov pociva na Tebi, ar Gospodin sam Te u sv. krstu i bermanju a sada u svecenictvu pomazao sv. uljem. Gospodin sam Te po sluzbi Crikve salje da siromasnim nazvistis radosnu vist, robom slobodu, zarobljenim oslobodjenje, da batris tuzne i vracis sve, ki su slomljenoga srca..  
Crikva Te danas salje u svit, da kot milosrdni samaritanac s Tvojimi pomazani-mi rukami vracis naranjenje ili kot papa Franjo veli: vraci rane i zagrij srca! Sakramentalna sluzba je sluzba, ka nas salje vraciti rane svetim uljem, ko cisti i ublazi, umiri i ozivi.
Pomazanje ruk znaci: vraci rane tvojimi rukami – ne boj se i ne sramuj se ako si pritom tvoje ruke umazes ili naranis!

Das dritte Zeichen ist die Überreichung von Brot u. Wein, Schale u. Kelch.
Kelch und Hostienschale verweisen auf das Wesen des priesterlichen Dienstes, sie erinnern uns an das Letzte Abendmahl u. Jesu Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Das ist Jesu Auftrag an seine Kirche und seine Einladung, dass wir uns immer wieder persönlich erinnern, wo er uns angesprochen hat und wie er sich uns geschenkt hat. Der Blick auf Kelch und Schale gibt in jeder Euchari-stiefeier die Berührung mit dem Anfang. Weil Gott sich uns in Jesus Christus jeden Tag neu schenkt, will die Eucharistie das Leben des Priesters so prägen, dass er selber zum Gefäß wird.
Kelch und Schale sind offene Gefäße, sie haben eine dienende Bestimmung, sind nicht Selbstzweck. Ihre Bedeutung und Brauchbarkeit beweist sich oft an der Größe der Öffnung. Kelch und Schale in die Hände nehmen, darin soll sich die Haltung priesterlichen Dienstes zeigen.
Kelch und Schale bergen das Geheimnis unseres Glaubens.
In wenigen Augenblicken werde ich Dir, David, Schale und Kelch mit Brot und Wein überreichen und dabei sagen: „Empfange die Gaben des Volkes für die Feier des Opfers. Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes.“
Der Primizkelch soll Dich immer an den Abendmahlssaal erinnern – an die Einsetzung der Eucharistie und den Dienst der Fußwaschung!
Feiere oft und gerne die hl. Messe, aber vergiss nie, dass nur jene Eucharistie echt ist, die von der Fußwaschung kommentiert wird! Bleib weiterhin Diakon, und hab den Mut hat zum Dienst am Wort und am Tisch, besonders aber an den Armen und Kleinen, Schwachen und Verwundeten unserer Zeit!
Lieber Weihekandidat und Mitbruder David!
Das Anlegen der priesterlichen Gewänder, die Salbung der Hände, die Überrei-chung von Brot und Wein sowie die Umarmung und der Friedensgruß wollen Dich an Deinen priesterlichen Dienst erinnern:
Dass Du von Gott erwählt und gesandt bist durch Taufe, Firmung und Weihe in persona Christi zu reden und zu handeln – das Primizgewand erinnert daran!
Dass Du mit Chrisamöl gesalbt bist – wie Dein Namenspatron König David – zum König, Priester und Propheten, damit Du mit Gottes Geist im Herzen Jesu Auftrag und Sendung heute weiterführst, um wie Papst Franziskus treffend sagt: die Wunden der Menschen zu heilen und ihre Herzen zu erwärmen!
Dass Du wie Kelch und Schale offen bist und offen bleibst für Gottes Gaben und sie an die Menschen weitergibst – der Primizkelch erinnert daran!
Dass Du Kirche und Welt umarmst/annimmst/liebst und ein Friedenbote bist!

Lieber David, Dich sendet heute der Herr selber aus, wie die zweiundsiebzig Jünger im Evangelium, in die Städte und Ortschaften unserer Diözese:
Geh, er sendet dich wie Schafe unter die Wölfe!
Nimm nichts Unnötiges mit auf den Weg, verlass Dich allein auf ihn!
Bring den Frieden in jedes Haus – mach keine Unterschiede, geh auf alle zu!
Iss und trink, was man Dir anbietet! Weil ich aus Erfahrung weiß, dass im Burgenland die Liebe durch den Magen geht, mein persönlicher Rat: Nimm nicht zu viel, auch wenn Du viel verträgst!
Bring das Heil zu kranken und verwundeten Herzen mit Deinen gesalbten Händen und vermittle den Menschen das Öl des Heils in den Sakramenten!
Sag den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe – mehr noch: leb es ihnen vor!

Die Fürsprache Mariens, das Vorbild des großen Predigers, Bibelkenners und Volksmissionars Antonius von Padua – dessen Gedenktag wir heute feiern – sowie das Gebet Deines Bischofs, der Mitbrüder, Deiner Familie, Verwandten und Freunde und des Gottesvolkes unserer Diözese begleiten Dich auf Deinem priesterlichen Lebensweg! Amen.

Dienstag, 10. Juni 2014

Domweihfest 2014 - Predigt von Diözesanbischof Ägidius J. Ziskovics

Eine Torte für den Dom
Eine Torte für den Dom
© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann
(Pfingstmontag, 9. Juni 2014, im Martinsdom)

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir feiern heute hier in unserer Domkirche – gestattet mir den Ausdruck! – eine einzigartige Geburtstagsparty. Stellen wir uns dazu eine große Torte vor und darauf viele Figuren aus Marzipan.

Da ist zum einen unser Martinsdom. Stellt ihn Euch aus Zucker groß in der Mitte der Torte vor. Er begeht heute sein „Weihefest“, den Tag, an dem wir seiner Bestimmung und seiner Bedeutung als erster Kirche unseres Landes und unserer Diözese gedenken. Mit anderen Worten: Unser Dom feiert heute Geburtstag.

Das Wesen eines Kirchenbaus versteht man wohl am besten, wenn man erlebt, was bei der Liturgie der Kirchweihe passiert: Die anwesenden Gläubigen und die Wände der Kirche werden mit Weihwasser besprengt. Der Bischof segnet den Ambo, indem er Gott bittet, sein Wort möge dieses Haus erfüllen und eindringen in Ohr und Herzen der Gläubigen. Danach wird der Altar gesalbt und die Wände der Kirche an zwölf Stellen mit Chrisamöl gesalbt, zur Erinnerung an die zwölf Apostel, auf deren Fundament unsere Kirche gegründet ist. Sie waren es, die im pfingstlichen Feuer des Heiligen Geistes die Geburt unserer Gemeinschaft darstellten, die sich seither die Kirche nannte, noch lange bevor man den Bauwerken für den christlichen Gottesdienst den selben Namen gab. Zu Pfingsten feiert daher die Kirche als Ganze ihren Geburtstag.

Liebe Schwestern und Brüder! So wollen wir heute, am Geburtstag unseres Martinsdomes und am Geburtstagsfest unserer ganzen Kirche, uns selbst kritisch prüfen, inwieweit wir dazu bereit sind, dass in unseren Kirchenbauten Gottes Wort unsere Ohren und unsere Herzen erreicht und unsere Gemeinschaft zu einer lebendigen, vom Geist bewegten Kirche macht. Wir wollen uns heute aber auch bewusst werden, dass hier in diesem Gotteshaus, so wie in allen Kirchen dieser Welt, unser eigentliches Zuhause ist. Hier, vor dem Tabernakel, wo Christus in Brotgestalt gegenwärtig ist, können wir einkehren mit Herz und Seele. Hier können wir unser Leben mit all unseren Wünschen und Sorgen, Freuden und Leiden auf den Altar Gottes legen. Hier begegnen wir dem Grund und Fundament unseres Lebens - dem, von dem wir stammen und zu dem wir zurückkehren - bereits jetzt im Leben, das wir Christen als eine Pilgerreise zu Gott auffassen, und später bei unserem Sterben, wo wir unsere Seele endgültig Gott überantworten.

So wie der Moment des Sterbens ist aber auch der Moment der Geburt eines Menschen das Überschreiten einer Schwelle. Wenn wir den Geburtstag eines Menschen feiern, dann ehren wir damit den Tag, an dem ein Mensch eingetreten ist in die menschliche Gemeinschaft um in die Sichtbarkeit der Welt. Und als Christen danken wir an Geburtstagen besonders für das Geschenk des Lebens und bitten um Gottes Begleitung auf unserem weiteren Lebensweg. Und so finden wir neben unserem Dom auf der imaginären Torte heute auch viele Menschen aus unserer Diözese. Es sind die Geburtstagsjubilare, die wir heute gemeinsam mit unserem Dom und mit der Gemeinschaft der Kirche feiern.

Da findet sich aber noch jemand auf unserer Torte. Ein kleiner Mann auf einem Baum. Zachäus, der Zöllner, von dem wir heute in der Schrift gehört haben. Der Tag, an dem er Jesus begegnet, verändert sein ganzes Leben, lässt ihn im wahrsten Sinne des Wortes neu geboren werden – er wird an jenem Tag ein neuer Mensch und feiert daher Geburtstag. Dazu erzählt uns der Evangelist Lukas, dass Zachäus, der klein war, zwei äußere Bewegungen gemacht hat, die entscheidend für sein neues inneres Leben waren und die auch uns nach 2000 Jahren zeigen, worauf es bei der Nachfolge Jesu ankommt:

Der erste Schritt: Hinaufsteigen, um besser sehen zu können. Zachäus löst sich aus der Alltagsperspektive der Straße, wo er als kleiner Mann seelisch untergeht, und wechselt hinauf in eine neue Perspektive. Er will  einen neuen Blickwinkel, er will Jesus sehen, und er findet ihn auch.

Der zweite Schritt: Heruntersteigen, um mit Jesus gehen zu können. Erst  indem Zachäus nicht in der Beobachtung und im sicheren Abstand von der Welt verweilt, sondern wieder vom Baum heruntersteigt, kann er sich gemeinsam mit Jesus auf den Weg machen.

Üben auch wir in unserem Leben diese beiden Schritte ein. Suchen wir Orte, die es uns erlauben, auf Jesus zu schauen und lassen wir uns auf den Weg in Gemeinschaft ein! Suchen wir die Kontemplation, aber pflegen wir auch die konkrete Aktion!

Zuletzt entdecken wir auf unserer imaginären Geburtstagstorte noch zwei ganz besondere Gestalten. Zwei Männer in weiß. Zwei Männer, die mit unserer Diözese und damit unweigerlich auch mit ihrer Kathedralkirche, dem Martinsdom, eng verbunden sind: Papst Johannes XXIII. und Papst Johannes Paul II. Zwei Päpste und zwei Heilige. Johannes XXIII. hat uns zur Diözese und dieses Gotteshaus zur Kathedralkirche erhoben, Johannes Paul II. hat uns besucht und uns das besondere Vermächtnis, als Christen furchtlose Brückenbauer zu sein, mit auf den Weg gegeben. Vor wenigen Wochen erst durften wir die Heiligsprechung beider Päpste feiern. Und es ist nicht übertrieben zu sagen, dass beide nun ebenfalls ihren Geburtstag feiern: ihren Geburtstag im Kalender der Heiligen, ihren Geburtstag im Himmel.

Die Kirche nennt Menschen heilig, die wenn sie vom Licht Christ radikal durchdrungen sind. Dies geschieht oft erst nach einem schmerzhaften Prozess, weil dieses Licht einem Feuer gleicht, das Schlacke von Gold trennt. Solche Menschen halten die Welt auf Gott hin offen. Sie eröffnen uns die Transzendenz im Widerstand gegen die Banalität, jene Banalität, die Zachäus ablegte, indem er auf den Baum stieg, um Jesus zu sehen und sein Leben radikal zu ändern.

Liebe Schwestern und Brüder! Wir alle wurden geboren, Wir alle wurden  getauft und der Gemeinschaft Christi eingegliedert. Der heutige "Super-Geburtstag", der unser Leben, unsere Gemeinschaft, unser Gotteshaus  und unsere Berufung zur Heiligkeit miteinander verbindet, hat seinen Ursprung in der Liebe Gottes zu uns Menschen. Wir feiern diese „Geburtstagsparty“, dieses Fest mit dem Besten und Schönsten, das wir Christen kennen: mit einem feierlichen Gottesdienst und mit der Eucharistie. In ihr begegnen wir Jesus Christus, der allein der ganz Heilige ist. Als Gottessohn und Menschensohn hat er die Trennwand zwischen Gott und seiner Schöpfung niedergerissen – so wie bei seinem Tod der Vorhang  im Tempel, der das Allerheiligste vom Rest trennte, von oben bis unten entzwei riss. Im Mysterium seiner Menschwerdung kam er aus der unergründlichen Tiefe des göttlichen Geheimnisses in die Welt, im Mysterium seiner Auferstehung kehrte er in diesen Ursprung zurück. Und er hat dabei den Weg und die Tür für alle offen gehalten, die zu ihm gehören. Er hat sie offen gehalten für uns.

Wenn das für uns kein Grund zum Feiern ist!

Amen.

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