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Diözese Eisenstadt - Aktuell

Mittwoch, 20. November 2013

Franz Schubert im St. Martinsdom



Die letzten Wochen jedes Kirchenjahres stehen auch im Zeichen des Kirchenmusik-Gedenkens. In der Diözese Eisenstadt war heuer schon der Allerheiligentag davon berührt, denn an diesem Tag hätte der 1988 verstorbene langjährige, verdiente Eisenstädter Domkapellmeister Harald Dreo seinen 80. Geburtstag gehabt.

Mit dem Gedenktag der hl. Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusik, und mit dem Christkönigssonntag, der vielerorts auch als „Tag der Kirchenmusik“ begangen wird, stehen in nächster Zeit weitere Anlässe ins Haus.

Ein verbreitetes Gedenken ist im Sterbetag von Franz Schubert (19. November) begründet. Fraglos zählt Schubert zu den bedeutendsten Komponisten, nicht zuletzt in der Kirchenmusik. Durch seine Tätigkeit als zeitweiliger Musiklehrer im Haus der Grafen Esterházy hatte Franz Schubert auch in unsere Region eine Beziehung. Mit der Deutschen Messe „Wohin soll ich mich wenden“ ist Schubert, mehr noch als Haydn, Mozart und andere, in unseren Gottesdiensten landesweit präsent.

Bekannt sind die Melodien der „Schubert-Messe“ vor allem im Volksgesang.
In ihrer selten zu hörenden Originalfassung für Chor und Bläser steht die Messe am kommenden Sonntag auf dem Programm der Dommusik. Mit dem Domchor werden dabei Chormitglieder der Pfarre Breitenbrunn (Leitung: Hans-Peter Prattinger) sowie des Lehrer-Madrigalchores Neusiedl (Leitung: Josef Kaintz) mitwirken.
Die Aufführung wird von der ERSTE BANK gesponsert.


Christkönigssonntag, 24. November, 9 Uhr, Martinsdom
Hochamt mit Generalvikar Kan. Martin Korpitsch
Franz Schubert, Deutsche Messe „Wohin soll ich mich wenden“, D 872


Zur Entstehung der Deutschen Messe

Neben dem bis heute tradierten Hochamt mit feierlichen Riten und besonderer Kirchenmusik gab es in der Liturgiegeschichte immer wieder Bestrebungen, der Verwendung der Landessprache (neben der katholischen Muttersprache Latein) mehr Raum zu geben. Selbst Martin Luther konnte in seinem Reformbemühen auf deutschsprachige Gesangsformen zurückgreifen, die bereits Jahrhunderte vor ihm in der katholischen Liturgie verwendet wurden.

Auch die Ära der Aufklärung im ausgehenden 18. Jhdt. zeitigte den Wunsch, die katholische Liturgie durch Verwendung der Landessprache „verständlich“ zu machen.
Die Kirchenmusik wurde von den Regierenden als gutes Vehikel erachtet, um diese Absicht effizient und weitgestreut zu verbreiten.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen war deutschsprachigem Volksgesang Vorrang einzuräumen gegenüber dem durch die Jahrhunderte gepflegten Schatz kunstvoller lateinischer Kirchenmusik. (Dieser Grund war übrigens mitbestimmend für die fast fünfzehnjährige Schaffenspause von Joseph Haydn in der Mess-Komposition).
Die Einhaltung der neuen Vorschriften wurde in den Pfarren von eigens eingesetzten Kommissionen mit zum Teil peinlicher Penibelität kontrolliert.

Insgesamt hielt sich die aufgezwungene, den Gläubigen wenig vertraute Form nur kurz: schon wenige Jahrzehnte später entstand die wohl berühmteste Komposition der Gattung „Deutsche Messe“, jene von Schubert, nicht mehr für Volksgesang, sondern für Chor und Bläser.

Kurios: seit dem 20. Jhdt. wurde die „Deutsche Messe“ vor allem als Volksgesang verbreitet - eine Verwendung, die von Franz Schubert keineswegs vorgesehen war.

Die originale Instrumentalbesetzung der Deutschen Messe (Holz-, Blechbläser, keine Streichinstrumente) erscheint in heutigen Verhältnissen fast exotisch. Zu jener Zeit war sie allerdings gebräuchlich, denn Holz- wie Blechbläser standen ausreichend zur Verfügung.

Unserer Zeit ist die Deutsche Messe als „Schubert-Messe“ geläufig, Manche nennen sie nach ihrem ersten Liedtitel „Wohin soll ich mich wenden“.
Die meisten alten Abschriften bezeichnen die Messe wie die Druckausgabe des Textes  (1827): „Gesänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe“.
Die acht Teile samt Anhang (Vater unser) wurden im Sommer 1827 im Auftrag des Textautors Johann Philipp Neumann (1774-1849) vertont. Zu Schuberts Lebzeiten blieb das Werk im Besitz des Auftraggebers; der Komponist hatte am 16. Oktober 1827 hundert Gulden Wiener Währung als Honorar quittiert (das entsprach etwa der Jahresmiete für ein möbliertes Zimmer).


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