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Montag, 24. Juni 2013

Diözesanbischof Zsifkovics zum EU-Beitritt Kroatiens


Kroatiens EU-Beitritt ist für die Burgenland-Kroaten ein "sehr positives, langersehntes Ereignis, da
sich Kroatien immer als Teil Europas gesehen hat": Das hat der Eisenstädter Bischof Ägidius J. Zsifkovics, der selbst der Volksgruppe angehört, im Interview mit "Kathpress" dargelegt.
Erstmals seien nun die bislang in vielen Ländern verstreuten Kroaten "unter einem Dach in Europa", wodurch das gegenseitige Interesse, das Wissen übereinander und die Zusammenarbeit nun wachsen sollten. "Der Beitritt stellt uns alle vor neue Aufgaben und verpflichtet uns, miteinander noch mehr in Kontakt zu kommen als bisher", so der Bischof von Eisenstadt, der selbst zweisprachig (und Deutsch Kroatisch) aufgewachsen ist und erst im Vorjahr eine Pastoralreise nach Kroatien unternahm.

Bei seinen Amtskollegen in Kroatien beobachtete Bischof Zsifkovics eine "eindeutig pro-europäische Stimmung, zugleich jedoch auch mit kritischen Äußerungen". Letztere seien "verständlich", da Kroatien mit dem neuen Europa bisher nicht nur positive Erfahrungen gemacht und sich von der Union über lange Zeit "vernachlässigt" gefühlt habe. Mit dem "Mitteleuropäischen Katholikentag" 2003/2004, bei dem Bosnien-Herzegowina und Kroatien sowie sechs weitere Staaten eine zentrale Rolle erhielten, sei die Kirche ihrer Zeit voraus gewesen.
"Wesentlich war hier die Bestätigung, dass diese Länder ein Herzstück Europas sind. Da dies auf politischer Seite nicht geschehen ist, war die EU-Kritik in diesen Ländern groß", so der Bischof.

"Keine Berührungsängste" 
Kroatien selbst sei ein Land mit großer Volksfrömmigkeit, erklärte Zsifkovics weiter: "Die Identifikation der Gläubigen mit der Kirche ist ebenso wie auch die religiöse Praxis noch sehr groß. Interessant ist vor allem, dass Jugend und Kirche keine Berührungsängste miteinander haben." Auch bei Jugendliche sei die Identifikation mit der Kirche hoch, wobei Aufbrüche durch ein bewusstes Einsetzen für den kirchlichen Glauben heute "besonders in kleinen, jedoch lebendigen" Gruppen zu beobachten sei.

Weiterhin würden "christliche Werte" im bald jüngsten EU-Mitgliedsland einen hohen Stellenwert haben, was sich laut Zsifkovics etwa in der Haltung zur Familie widerspiegle. Bezeichnend seien hier etwa die derzeit fast eine Million Unterschriften für ein Referendum für die Familie - bei vier Millionen Einwohnern. "Dass das Glaubenszeugnis hier derart stark gelebt wird, ist sicher auch vom Hintergrund der kommunistischen Vergangenheit zu sehen, in der man sich auch öffentlich zum Glauben bekennen musste", so der Bischof, der hier sowie im einstigen Verfolgungsdruck der kroatischen Kirche einen Unterschied zur Volkskirche österreichischer Ausprägung in früheren Jahrzehnten erkannte.

Hoffnung auf Stärkung des Friedens 
Vom EU-Beitritt erhofft Zsifkovics, dass in der Europäischen Union "eine neue Vielfalt und neue Lebendigkeit wach werden" und christliche Werte in der EU Aufwind bekämen. "Vor allem aber, dass
damit der Friede und die Versöhnungsbereitschaft am Balkan gestärkt werden", so der Bischof. Speziell gegenüber Serbien habe er bereits in der Beitritts-Vorbereitung eine Besserung des Verhältnisses wahrgenommen - "vielleicht noch nicht an der Basis, doch zumindest in den politischen Köpfen". Es gelte weiterhin gemeinsame Strategien und Wege zu suchen, die durch den EU-Beitritt zusätzlich eine Dynamik erhalten werden, zeigte sich der Bischof zuversichtlich.

Quelle: KAP

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