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Montag, 14. Januar 2013

10 Jahre Seligsprechung Ladislaus Batthyány-Strattmann

Dr. Ladislaus Batthy
sel. Ladislaus Batthyány-Strattmann
(c) Diözese Eisenstadt
Vor 10 Jahren, am 23. März 2003, wurde Ladislaus Batthyány-Strattmann selig gesprochen.
Die Diözese Eisenstadt und die Stadtpfarre Güssing gedenken dem ersten und bislang einzigen Seligen des Burgenlandes am Dienstag, 22. Jänner 2013, in der Franziskanerkirche Güssing. Der Festgottesdienst mit Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics beginnt um 18.30 Uhr.
Der 10. Jahrestag der Seligsprechung ist aber auch Anlass, um die außergewöhnliche Lebensgeschichte des „Arztes der Armen“ neu in Erinnerung zu rufen.


Der ungewöhnliche Gutsherr. „Als eine der Hauptaufgaben meines Lebens“, schreibt Dr. Ladislaus Batthyány-Strattmann in seinem Testament, „habe ich mir zum Ziel gesetzt, mit meiner ärztlichen Tätigkeit der leidenden Menschheit zu dienen.“ Ein ungewöhnlicher Gutsherr, der bei schlechten Ernten den Pachtschilling erlässt und Baumaterial verschenkt. Ein heiterer und geselliger Mensch, der mit Zauberkünsten zu unterhalten weiß, freundlich zu Bettlern und Zigeunern ist und sein Auto selbst repariert. Und in seinen Kranken, wie er einmal bekannte, seine wahren Schätze sieht.

Adeliger ohne Allüren. Liebe bedeutet für Batthyány Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft. Er, der Graf, später Fürst, Mitglied des Oberhauses, reicher Magnat, legt auf Rang und Titel keinen Wert. Auch seine Kinder erzieht er in diesem Geist. Im Zug fährt er zweiter Klasse, den Kindern werden Schuhe gekauft, wo diese billiger sind, es gibt keine großen Geschenke, die Eltern durchstöbern den Schrank, um ihnen zum Geburtstag mit Kleinigkeiten eine Freude zu machen. „Heute der Namenstag von Franz und Cika. Leider habe ich nichts zu schenken, als eine alte Säge für Franzi“, notiert Batthyány in seinem Tagebuch. Kaputte Uhren zu richten, Zuckerl kochen, Auto reparieren, basteln, Photos entwickeln, Pflanzen sammeln, Maschine schreiben, astronomische Beobachtungen stehen in der Familie regelmäßig auf dem Programm. Die Eltern bereiten ihre Kinder auf ein arbeitsames Leben vor, nicht auf das Genießen des Besitzes.

Augenchirurg. Ladislaus Batthyány-Strattmann wird als sechstes Kind einer alten ungarischen Adelsfamilie am 28. Oktober 1870 in Dunakiliti geboren. Sein Vater verlässt die Familie, und seine Mutter stirbt nach langer Krankheit, als Ladislaus nicht ganz zwölf Jahre alt ist. Er muss drei Mal die Schule wechseln. In Wien studiert er zunächst Chemie, Philosophie und Astronomie. Und er hat eine uneheliche Tochter. Erst mit 25 beginnt er sein Medizinstudium. 1898 heiratet er Maria Theresia Coreth, die Tochter einer Mutter russischer Abstammung und eines österreichischen Vaters. 1900 promoviert er zum Doktor der Medizin, einen Monat später wird der erste Sohn, Ödön, geboren. Zwölf weitere Kinder folgen.

Arzt der Armen. Nach seinem Chirurgiepraktikum in Wien errichtet Batthyány ein modernes Spital mit 30 Betten auf seinem Gut in Kittsee und spezialisiert sich als Augenchirurg. Batthyány will ein Arzt der Armen sein. Er nimmt kein Honorar an, bezahlt häufig die verschriebenen Medikamente selbst und kommt sogar für die Reisekosten seiner Patienten auf. Auch kennt er keine Unterschiede im Hinblick auf Religionszugehörigkeit und will niemanden bekehren, ganz im Gegenteil, er sorgt sogar dafür, dass seine jüdischen Patienten koscheres Essen bekommen. Während des Ersten Weltkrieges baut er sein Krankenhaus zu einem Militärhospital um, nunmehr mit 70 Betten, gleichzeitig übernimmt er auch den Dienst als Kreisarzt. Infolge des Friedensvertrages von Trianon verlässt er das Krankenhaus in Kittsee und übersiedelt mit seiner Familie nach Körmend. Auch hier richtet er sofort ein Krankenhaus ein. Im Alter von 60 Jahren erkrankt er an Krebs. Nach 14 Monaten schwerer Krankheit stirbt er am 22. Jänner 1931.

Der Prozess der Seligsprechung

  • 1944 wurde in Wien und Szombathely (Steinamanger) der Seligsprechungsprozess eingeleitet. 
  • 1992 fand die Erklärung zum „Diener Gottes“ durch die Vatikanische Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen statt. 
  • 2002 wurde die Heilung eines Krebspatienten als Wunder auf Fürbitten des „Arztes der Armen“ durch die Vatikanische Kongregation für Selig- und Heiligsprechung bestätigt. 
  • Am 23. März 2003 erfolgte die Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. in Rom. Rund 660 Pilger aus dem Burgenland und tausende aus Ungarn waren bei der Feier am Petersplatz dabei. Als offizieller Gedenktag wurde der 22. Jänner festgelegt (Batthyány’s Sterbetag).
www.martinus.at/batthyany

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