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Donnerstag, 15. November 2012

Seltene Kirchenmusik im Eisenstädter Martinsdom zum 175. Todestag des Komponisten Johann Nepomuk Hummel

Christkönigssonntag, 25. November 2012, 09.30 Uhr

Eisenstadt gedenkt dieser Tage eines ganz Großen der Musikgeschichte: Johann Nepomuk Hummel. Er zählt zur beachtlichen Zahl jener bedeutenden Meister, die neben Joseph Haydn in Eisenstadt oder an anderen Orten für die Familie Esterházy tätig waren. Vor kurzem, am 14. November, hatte er Geburtstag, sein Todestag jährte sich am 17. Oktober zum 175. Mal.

Hummel, geboren 1778 in Pressburg, übersiedelte als Knabe mit seinen Eltern nach Wien. Hier wurde kein Geringerer als W. A. Mozart auf den Buben aufmerksam, nahm ihn in seinen Haushalt auf und gab ihm kostenlos Unterricht. Ähnlich wie Franz Liszt avancierte Hummel zum pianistischen Wunderkind und unternahm in Begleitung seines Vaters Konzertreisen durch mehrere Länder Europas.

Nach seiner Rückkehr nach Wien setzte er seine Studien bei Albrechtsberger, Salieri und bei Joseph Haydn fort. Mithilfe Haydns Empfehlung erhielt Hummel 1804 eine Anstellung in der Esterházy’schen Hofkapelle. Unter dem Titel eines „Concertmeisters“ wurde Hummel bald zum faktischen Nachfolger Joseph Haydns, der die Kapellmeisterstelle nominell zwar noch innehatte, aber nicht mehr aktiv war.

Sieben Jahre lang war Hummel in Eisenstadt tätig, diese Zeit gilt heute noch als zweite, als „silberne“ Glanzperiode, die die Esterházy’sche Hofmusik erlebt hat.

Nach disziplinären Unstimmigkeiten schied Hummel 1811 aus dem Dienst am Fürstenhof und übernahm in der Folge kapellmeisterliche Aufgaben in Stuttgart und in Weimar.

Zeitlebens war die Klaviermusik ein Schwerpunkt im Schaffen von Johann Nepomuk Hummel, berühmt ist auch sein Trompetenkonzert in Es-Dur, ein Standardwerk für Solisten. In seiner Eisenstädter Zeit war Hummel jedoch vornehmlich als Komponist und Dirigent von Kirchenmusik tätig und auch in diesem Genre höchst erfolgreich.

Angesichts der Qualität und Größe seiner Sakralwerke ist es verwunderlich, dass Hummel in der Kirchenmusik nur wenig präsent ist, auch im Burgenland, obwohl die Werke zum weit überwiegenden Teil hier komponiert und uraufgeführt wurden.

Hummels Kirchenmusik ist formal vielfältig und originell, seine Orchestrierungen gelten als meisterhaft. Neben Einzelwerken (Soli, Chor, Orchester), teilweise mehrsätzig, Orgelmusik und einem gewaltigen Te Deum stehen fünf große Messen im Zentrum seines sakralmusikalischen Schaffens.

Die Messen waren zum Teil in jener Tradition entstanden, durch die die Nachwelt schon mit den sechs späten Messen Joseph Haydns beschenkt worden war, nämlich jährlich zum Namensfest der Fürstin Marie Hermenegilda (Mariä Namen, 12. IX.) eine große Messe zur Aufführung zu bringen. Dafür komponierte Hummel seine Messen in Es-Dur, d-moll und B-Dur. Anlass zur Komposition der Missa solemnis in C-Dur war die Hochzeit der Prinzessin Maria Leopoldina Esterházy mit Moritz Joseph von Liechtenstein.

Die Messe in D-Dur schließlich war ursprünglich für das Wiener Kloster der Ursulinen zum Fest deren Ordensgründerin Angela Merici im Mai 1808 komponiert worden. Anlässlich dieser Aufführung besuchten Hummel und seine Musiker Joseph Haydn an seinem Alterssitz in seinem Haus in Wien-Gumpendorf, wobei Haydn dem jungen Nachfolger großes Lob erwies: „Nun, lieber Hummel, ich hörte schon, dass Du eine so schöne Messe schreibst und freute mich darüber. Ich habe Dir’s ja öfter gesagt, aus Dir wird was rechtes. Fahre nur so fort und denke: alles Schöne und Gute kommt von oben!“ Wenig später, im September 1808, wurde die D-Dur-Messe dann auch in Eisenstadt gesungen.

Die Kirchenmusik-Aufführungen in Eisenstadt fanden üblicherweise in der Bergkirche statt, Ausnahmen waren vermutlich die Messen in d-moll (1805) und in B-Dur (wahrscheinlich 1810), die in der Stadtpfarrkirche, im nunmehrigen Martinsdom, erstmals zu hören waren.

Die zuletzt genannte Messe B-Dur, op. 77, wurde im „Wiener Mozartjahr 2006“ in Zusammenarbeit des Kirchenmeisteramts der Domkirche St. Stephan mit der österreichischen Nationalbibliothek im Eigenverlag neu ediert, wodurch das Notenmaterial für heutige Aufführungen verfügbar geworden ist. Am 25. November, dem Christkönigssonntag, wird die Dommusik St. Martin in Kooperation mit der "Erste Bank" die Komposition um 09.30 Uhr im St. Martinsdom zur Aufführung bringen.

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