Diözese Eisenstadt
Aktuell
Bischof
Über uns
Pfarren
Kirchenbeitrag
Frauen, Männer, Familie
Junge Kirche
Bildung
Für die Seele
Info, Hilfe
Diözese Eisenstadt - Aktuell

Dienstag, 6. November 2012

Morgenhomilie von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics bei der Herbstvollversammlung der ÖBK

Brüssel Biko
Die Mitglieder der Österr. Bischofskonferenz bei ihrem 
Tagungsort in Brüssel in den Räumen der ComECE
(c) KAP


Liebe Mitbrüder!

Die Situation, in der sich die Kirche, der christliche Glaube und wir alle, die wir den Hirtendienst leisten, uns befinden, könnte wohl kaum prägnanter auf den Punkt gebracht werden als das heutige Evangelium es tut. Da ist die Rede von jemandem, der zu einem großen Festmahl einlädt und seinen Diener ausschickt, um die Einladung persönlich zu überbringen. Doch keiner der Geladenen folgt der Einladung. Alle haben eine Entschuldigung. Alle bleiben zu Hause.


Wenn wir, liebe Mitbrüder, hier in Brüssel, nahe bei den Institutionen der EU und den politischen Schaltstellen des Vereinten Europa unsere Beratungen führen, bekommen wir ein kontinentales Gefühl für die Enttäuschung des erfolglosen Dieners im Evangelium. Die Kirche in Europa lädt ein - und immer mehr folgen der Einladung nicht! Ohne Pathos und Wehleidigkeit können wir es sagen: So sehr das Christentum eine der Wurzeln Europas ist, so sehr erleben wir täglich, wie es im europäischen Projekt zunehmend zum Fremdkörper zu werden scheint. Wir erleben eine Marginalisierung christlicher Identität, ja auch kirchliche Rückzugsgefechte in ethischen Fragen, sei es die verbrauchende Embryonenforschung oder die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe. Ja es scheint so, als ob nicht nur anderweitige Verpflichtungen die Geladenen abhalten würden, sondern ein kategorisches Unverständnis für das Festmahl an sich. Mehr und mehr wird den Christen in der europäischen Gesellschaft signalisiert: "Eure Werte sind nicht unsere Werte!"

Liebe Mitbrüder, wir kennen aber die Antwort des Hausherrn im Evangelium, die auf die Absage der Geladenen folgt: "Geh hinaus und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein!"

Der Herr selbst lehrt uns hier die Methode der Neuevangelisierung: Jesus schickt uns immer wieder aus, um zu seinem himmlischen Gastmahl einzuladen. Egal, wie ernüchternd die Absagen auch sein mögen. Die eben erst zu Ende gegangene Bischofssynode in Rom hat daran erinnert, dass die Säkularisierung von der Kirche verlangt, die eigene Präsenz in der Gesellschaft neu zu überdenken - dass aber die vielen und ständig neuen Formen der Armut der tätigen Nächstenliebe unbekannte Räume eröffnen! Die Authentizität der Neuvangelisierung trägt das Antlitz der Armen - auch und gerade in Europa! Darin liegt die Chance einer Entflechtung von alten gesellschaftlichen Mustern hin zum Ureigensten des Christentums: zum Evangelium!

"Es ist aber noch Raum da!", sagt der Diener, nachdem er bereits die Armen und Kranken in den Festsaal geholt hat.

Dieser Raum, liebe Mitbrüder, ist die Kirche selbst. Die Kirche ist, wie die Synodenväter festgehalten haben, "der Raum, den Christus in der Geschichte anbietet, um ihm begegnen zu können." Ihr hat er sein Wort und seine Sakramente anvertraut. In diesem Raum ist in besonderem Maße Platz auch für die, die draußen stehen, an den "Zäunen", die Fernen, die wir wieder vermehrt zum Mahl rufen müssen - auch und gerade in Europa!

Wenn wir nun selbst eingeladen sind, in Vorausahnung des himmlischen Festmahls zum Tisch des Herrn zu treten, soll uns bewusst sein, dass sich unser Glaube ganz in der Beziehung entscheidet, die wir selbst mit der Person Christi aufbauen, der uns selbst als seinen Dienern als erster entgegengeht: Neuevangelisierung beginnt bei uns selber und bei der eigenen Bekehrung.

Kalender - (zur Terminseite …)

Archiv

Diözese Eisenstadt
7000 Eisenstadt, St. Rochus-Straße 21 | T 0 26 82/7 77 | Impressum

E-Mail
Facebook
Bookmark and Share