Diözese Eisenstadt
Aktuell
Bischof
Über uns
Pfarren
Kirchenbeitrag
Frauen, Männer, Familie
Junge Kirche
Bildung
Für die Seele
Info, Hilfe
Diözese Eisenstadt - Aktuell

Dienstag, 4. September 2012

Herbstbeginn mit Michael Haydn

Nach der Sommerpause hat der Domchor St. Martin seine Probenarbeit in der letzten Augustwoche wieder aufgenommen. Ab September gibt es in der Eisenstädter Kathedrale dann wieder an allen Sonn- und Feiertagen besondere kirchenmusikalische Gestaltungen.

Am Beginn steht die Gottesdienstmusik am 9. September mit Kompositionen der drei Salzburger Kirchenmusikjubilare 2012: Johann Ernst Eberlin (1702-1762, 250. Todestag), Leopold Mozart (1719-1787, 225. Todestag) und Michael Haydn (1737-1806, 275. Geburtstag). Alle drei Persönlichkeiten waren über mehrere Jahrzehnte im Dienst der Salzburger Fürsterzbischöfe tätig und prägten dort und von dort ausgehend im ganzen europäischen Raum das musikalische Geschehen. Ihre „runden“ Gedenktage sind guter Grund, ihnen im Kirchenmusikprogramm einer österreichischen (Kirchen-) Musikhauptstadt, gebührend Platz zu geben.

Michael Haydn. Eine besondere Rolle wird dabei Michael Haydn, dem jüngeren Bruder von Joseph, zukommen (siehe Infokasten). Michael Haydn wurde im niederösterreichischen Rohrau, unmittelbar an der Grenze zum Burgenland geboren, seine musikalische Ausbildung erhielt er wie seine beiden Brüder als Kapellknabe am Wiener Stephansdom. Nach weiteren Stationen in Wien, Großwardein und Pressburg konnte er schließlich in Salzburg Fuß fassen und war dort über vier Jahrzehnte bis zu seinem Tode tätig und beheimatet („Salzburger Haydn“).

Vielseitiger Musiker. Zeitlebens war Michael Haydn ein vielseitig wirkender Musiker, sein über 800 Werke umfassendes Schaffen reicht von Symphonien und Kammermusik bis zum Gesellschaftslied, von der Marschmusik bis zu den späten Messen für Kaiserin Marie Therése. Er komponierte auch eine Reihe von Theatermusiken. Mit seinen Liedern für den Pfarrer von Arnsdorf (S) und dessen Kapläne wurde er überdies zum (Mit-) Begründer des Männerchorwesens in Österreich.

Kirchenkomponist. Der Kirchenmusik gilt Michael Haydn als einer der wichtigsten Vertreter, sein Vorbild war nicht zuletzt für Wolfgang Amadeus Mozarts Entwicklung von großer Bedeutung. Die hohe Wertschätzung, der er sich zeitlebens erfreute, ist in einem zeitgenössischen Briefzitat (1806) belegt: „Mozart erkannte ihn für den größten Kirchenkomponisten – seine Frau konnte ihm keine angenehmere Überraschung machen als mit einer Michael Haydn-Partitur“.

Geplanter Nachfolger seines Bruders. Die hervorragende Kompetenz Michael Haydns blieb auch in Eisenstadt nicht unbeobachtet: Fürst Esterhazy wollte ihn in der Nachfolge seines Bruders Joseph als Kapellmeister berufen, was Michael jedoch abgelehnte. Esterhazys Wertschätzung blieb davon unbeeinträchtigt: nach dem Tod Michael Haydns kaufte er dessen gesamten kompositorischen Nachlass und verbrachte ihn nach Eisenstadt. Ein Großteil davon befindet sich nunmehr in der ungarischen Nationalbibliothek.

In Vergessenheit geraten. Durch verschiedene Umstände entschwand Michael Haydn allmählich aber der allgemeinen Bekanntheit, seine Werke führten, von der populären Singmesse „Hier liegt vor deiner Majestät“ und dem Fronleichnamslied „Deinem Heiland, deinem Lehrer“ abgesehen, ein Schattendasein. Erst in den letzten Jahrzehnten gedeiht ein neues Verständnis für die Qualität, für die Originalität und den formalen Reichtum seiner Kompositionen, was nicht zuletzt in der musikwissenschaftlichen Forschung eines burgenländischen Priesters, Rudolf Klafsky aus Winden am See, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts grundgelegt worden war. Klafskys Pionierarbeit, die unter anderem in den „Denkmälern der Tonkunst in Österreich“ dokumentiert ist, motivierte spätere Forschungen bis hin zur weltweiten musikwissenschaftlichen Rezension.

Als Frucht dieser Bemühungen bereichern Michael Haydn-Kompositionen nun wieder mehr und mehr das Repertoire der Kirchenmusik in Verlag und Aufführung.

Programm der Dommusik St. Martin zum 275. Geburtstag von Michael Haydn am 14. Oktober: 
  • 9. September (9 Uhr): Motetten der Salzburger Kirchenmusikjubilare 2012 (Soli, Chor, Orgel) 
  • 16. September (9.30 Uhr): Pontifikalamt mit Diözesanbischof Dr. Ägidius Zsifkovics, Kooperation mit den Haydn-Festspielen Eisenstadt: Missa Sancti Hieronymi (Soli, Chor, Orchester) 
  • 23. September (9 Uhr): Deutsches Hochamt „Hier liegt vor deiner Majestät“ mit der Stadt- & Feuerwehrkapelle Eisenstadt 
  • 30. September (9.30 Uhr): Pontifikalamt mit Diözesanbischof Dr. Ägidius Zsifkovics, Kooperation mit „Haydn-Bräu“: Missa Sancti Nicolai Tolentini (Soli, Frauenchor, Orchester) 
  • 7. Oktober (9 Uhr): Orgelmusik um Michael Haydn (Werke von J. & M. Haydn, Mozart, Albrechtsberger) 
In diese Wochen fällt das Franziskusfest in der Basilika Frauenkirchen am 4. Oktober um 19 Uhr, das ebenfalls mit Kirchenmusik von Michael Haydn (Missa Sancti Gabrielis für Soli, Chor & Orchester) gestaltet werden wird.


Das komplette Dommusikprogramm bis November ...

Kalender - (zur Terminseite …)

Archiv

Diözese Eisenstadt
7000 Eisenstadt, St. Rochus-Straße 21 | T 0 26 82/7 77 | Impressum

E-Mail
Facebook
Bookmark and Share