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Diözese Eisenstadt - Aktuell

Mittwoch, 16. Mai 2012

Weihe der Hauskapelle im Bischofshof

Weihe Hauskapelle Bischofshof
(c) Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann
In einem feierlichen Gottesdienst wurde heute die neugestaltete Hauskapelle im Bischofshof dem hl. Josef geweiht.
Mit Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics feierten Generalvikar Georg Lang, der Moderator der Kurie Petar Ivandic, Vertreter des Domkapitels und des Priesterseminars sowie die Hausgemeinschaft des Bischofshofes.

Anmerkungen zum liturgietheologischen Konzept der Neugestaltung der Hauskapelle St. Josef im Bischofshof
von fr. Dipl.-Theol. Hans-Ulrich Möring OT, Bischöflicher Zeremoniär, Leiter des Referates f. Liturgie

Wer die neu gestaltete Kapelle im Bischofshof betritt, wird vielleicht überrascht sein von der ungewöhnlichen Raumgestaltung: die übliche Gliederung in einen Raum für die Gläubigen und einen (erhöhten) Altarraum für Priester und Ministranten wurde aufgegeben. Stattdessen sind die zentralen Funktionsorte der Liturgie in einer Achse angeordnet, auf die hin sich die Plätze für die Mitfeiernden ausrichten.

Weihe Hauskapelle Bischofshof
(c) Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann
Gleich rechts von der Eingangstür befindet sich, wie gewöhnlich in katholischen Kirchen, ein Becken mit Weihwasser. Wer beim Betreten der Kapelle mit dem geweihten Wasser das Kreuzzeichen macht, der erinnert sich an die Taufe, jenes Sakrament, das alle, die es empfangen, zu Kindern Gottes macht. Durch die Taufe haben alle Gläubigen teil am Priestertum Christi, durch die Taufe treten wir alle wie durch die Eingangstür der Kapelle ein in das e i n e Volk Gottes, in den e i n e n Leib Christi.
Nur wenige Schritte weiter steht der neue Ambo, von dem aus das Wort Gottes verkündet wird. Er wurde, wie der Altar, vom burgenländischen Bildhauer Thomas Resetarits (*1939) geschaffen. Die Gemeinschaft der Gläubigen wird durch das Wort Gottes geprägt. Hier hört sie „das Wort, das tröstet und befreit“ (H. Oosterhuis): Christus selbst ist nach dem Johannesevangelium (1, 14) DAS entscheidende Wort Gottes, das als Mensch unter uns gewohnt hat. Und das Gehörte verlangt nach einer Ant-Wort: das Wort muss zur Tat werden. Christus, das ewige Wort, will durch unser Denken, Reden und Tun in der Welt gegenwärtig werden.

Dazu stärkt er uns in der Feier seiner Hingabe, in der Eucharistie. Vom Wort Gottes geprägt, treten wir weiter in das Heiligtum – zum Altar. Wie auch der Ambo ist der Altar (aus weißem Bračer Stein) ganz schlicht gehalten und kommt gänzlich ohne Verzierungen aus. Auch das ein Hinweis: im Wort und in der Eucharistie geht es um das Wesentliche, um das Prägende. Nichts soll davon ablenken.
In der Feier der Eucharistie ist Christus auf vielerlei Weise gegenwärtig: in der Gemeinschaft der Gläubigen, im Altar, in der Person des Priesters, in den Gaben von Brot und Wein. In diesen Gaben bleibt er nach katholischem Verständnis fortwährend unter uns gegenwärtig.
Daher werden Hostien, die nach der Feier der Messe übrig bleiben, sorgfältig und in einem kostbaren Gefäß im sog. Tabernakel aufbewahrt. In der Achse des Kapellenraumes steht daher ganz hinten der Tabernakel, ein weißer Glaszylinder, in dem wir das Allerheiligste, Christus in der Gestalt des eucharistischen Brotes, aufbewahren.

Weihe Hauskapelle Bischofshof
(c) Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann
Vor dem farbigen Fenster hebt sich der Tabernakel auch optisch ab; Fenster und Tabernakel korrespondieren in einzigartiger Weise miteinander. Im großen Fenster, ca. 3,5 m breit und fast 7 m hoch, dominieren die Grundfarben Rot und Gelb: Gelb, auch Goldgelb, entspricht hier der Farbe der Heiligkeit, des Göttlichen, des Paradieses, des neuen Anfangs in der Erlösung durch Christus. Rot verweist auf das Irdische, das Materielle, auf das Leidensfähige. Am linken Rand nimmt der Betrachter bald eine Figur wahr, die sich selbst aus dem Blick nimmt und farblos, sehr zurückhaltend dargestellt ist: nicht viel mehr als der Schatten eines bärtigen Mannes, der in seiner rechten Hand einen Stab
hält und seine Linke schützend und weisend über den Tabernakel ausstreckt: der heiligen Josef, der Mann Mariens, der (Zieh-)Vater Jesu. 1870 wurde er von Papst Pius IX. zum „Patron der ganzen katholischen Kirche“ ernannt; ihm wurde die Kapelle im Bischofshof ursprünglich geweiht. Als Patron ist er zugleich Sinnbild für die Kirche, für ihren Auftrag in unserer Welt: sie soll auf dem Weg durch die Zeit (daher der Pilgerstab in der Rechten; er erinnert zugleich auch an den Hirtenstab des Bischofs)
auf die Gegenwart des Heiligen in der Welt verweisen, es hüten, schützen und, wo immer nötig, verteidigen (daher die Haltung der linken Hand, schützend und verweisend auf den Tabernakel) – so wie Josef aus Nazareth den jungen Jesus beschützt hat, mit dem er bis nach Ägypten fliehen musste.

Die Gemeinschaft der Christen, die Kirche, braucht „Josefsgestalten“, die wie Josef im Traum den Willen Gottes wahrzunehmen imstande sind, die sich selbst zurücknehmen um der Sache Gottes willen, die tatkräftig und entschlossen anpacken, die bereit sind zum Dienst und zur Hingabe. Sie braucht getaufte, vom Wort Gottes geprägte und in der Eucharistie beschenkte Frauen und Männer, die „das Heilige“, die Gegenwart Christi in der Welt hüten und bewahren.

Ihr „Lohn“, ihr „Verdienst“? Oder anders: „Was habe ich davon?“ Dass ich selber behütet und bewahrt bin, geborgen in der Erlösungstat Christi. Daran erinnert der Kreuzweg, wie Tabernakel und Fenster vom burgenländischen Künstler Heinz Ebner (*1963) geschaffen, der mit seinen 15 Stationen aus Glas den Raum umspannt. Die Darstellung der bekannten Stationen reduziert sich auf die Darstellung der Hände: die Hände des verurteilten Gefangenen, Hände, die das Kreuz annehmen, die vom Nagel durchbohrt werden, die herabgenommen im Grab liegen. Graue Strukturflächen, schwarze Pinsellinien, rote rechteckige Flächen wie Rufzeichen. Und immer wieder ein kleines weißes Kreuz als Markierung, als Zeichen, das die Spannung zwischen realistischem Leid und abstrahiertem Martyrium andeutet. Vorwegnahme des Zieles, der Auferstehung. Sie verweisen wiederum auf den Tabernakel, auf die bleibende Gegenwart Christi, des gekreuzigten und des erhöhten Herrn. Folgerichtig trägt die 15. Station das Ewige Licht, durch das Christus selbst zu jedem spricht, der hier betet: Ich bin nicht tot. Ich bin auferstanden. Ich bin dein Licht, das Licht der ganzen Welt!

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