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Donnerstag, 23. Februar 2012

Fastenhirtenbrief 2012 von Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Bischof Ägidius J. Zsifkovics stellt in seinem Fastenhirtenbrief drei grundlegende Fragen, die den Gläubigen in der Fastenzeit helfen sollen, sich auf das Wesentliche zu besinnen.


Zeiten des Umbruchs und der Krise sind immer auch Zeiten von Unsicherheit, Ratlosigkeit und Angst.

Wenn wir Gewohntes plötzlich in Frage gestellt sehen und alte Sicherheiten verloren gehen, suchen wir instinktiv nach einem Rettungsanker, der uns davor bewahrt, in den Wogen der Veränderung unterzugehen wie in der Sintflut, von der in der ersten Lesung dieses ersten Fastensonntags im Buch Genesis berichtet wird.

Das Unternehmen Kirche
In einer von der Krise befallenen Wirtschaft sind Unternehmensberater solche Rettungsanker. Sie helfen Unternehmen, sich zu orientieren und das eigene Leitbild zu formulieren, um wieder auf Kurs zu kommen. Um sein Leitbild zu finden, müssen sich ein Unternehmen und seine Verantwortlichen immer drei wesentliche Fragen stellen:

1. Was ist unser Auftrag? Oder: Was ist unsere Mission?
2. Wohin wollen wir? Oder: Was ist unsere Vision?
3. Wer sind wir? Oder: Was ist unsere Identität?

Auch die Kirche wird gelegentlich als ein Unternehmen bezeichnet, auch sie durchlebt gegenwärtig – wie die gesamte Gesellschaft, in der sie steht – Umbrüche und Krisen, die sie desorientiert, gelähmt und veraltet scheinen lassen. Viele „Unternehmensberater von außen und von innen, berufene wie unberufene, wohlmeinende wie weniger wohlmeinende, analysieren oder kritisieren ihren Zustand. Zahlreiche Ratschläge, Reformideen und Initiativen finden ihren Weg in die Öffentlichkeit. Manches davon scheint, mit weltlichem Auge betrachtet, plausibel zu sein. Und dennoch: Die Kirche ist keine Produktionsstätte, der Glaube keine Ware, die Gotteskindschaft des Menschen kein börsennotierter Wert, Priester keine Eventmanager oder Entertainer. Optimierung und Sanierung sind keine Bezugsgrößen des Evangeliums – es sei denn, es handelt sich um die Liebe zu Gott und zum Nächsten, die nie stark und groß genug sein kann und die in der modernen Gesellschaft mehr denn je ein „Sanierungsfall“ ist.

Und so lade ich Sie zu Beginn der Fastenzeit ein, mit mir gemeinsam auf unseren Herrn Jesus Christus, den Stifter und Eigentümer des „Unternehmens“ Kirche, seinen ersten und wichtigsten Berater, zu schauen und uns auf unser Leitbild und christliches Profil zu besinnen.

1. Was ist unsere Mission?
Unsere Aufgabe und unser Auftrag als Kirche sind: Menschen für die Sache Jesu, für das Reich Gottes zu gewinnen; sie auf den Boden des Glaubens zu bringen, der uns selbst Halt und Orientierung gibt; Menschen eine Perspektive aufzuzeigen, unter der ihr Leben gelingen kann.

2. Was ist unsere Vision?
Die Heilige Schrift zeichnet Bilder von gewaltiger Kraft und Schönheit, um uns das Ziel der Pilgerschaft von Welt und Mensch vor Augen zu führen. Von einem neuen Himmel, einer neuen Erde, einem neuen Menschen ist die Rede; vom Himmlischen Jerusalem am Ende der Zeiten, wo eine gänzlich verwandelte Schöpfung an ihr Ziel kommen und mit dem Schöpfer eins werden wird. Durch Taufe und Firmung sind wir schon jetzt zu diesem neuen Menschsein berufen.

3. Was ist unsere Identität?
Unser unverwechselbares christliches Profil und katholisches Selbstverständnis kommt am augenscheinlichsten zum Ausdruck, wenn wir Eucharistie feiern. Doch noch viel mehr: Im Akt der Eucharistiefeier sind Mission und Vision der Kirche zusammengeführt und verdichten sich zu ihrem höchsten Ausdruck.

Fastenhirtenbrief in voller Länge …

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